„Fast wie der Berliner Flughafen“

Kult-Disco „Universum" bald wieder offen? Brandschutzauflagen hätten fast das Ende bedeutet

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„Irgendwie erinnert mich das stark an die unendliche Geschichte des Berliner Flughafens.“ Wenn Hans Enzinger auf die letzten drei Jahre zurückblickt, muss er tief durchatmen. Seit September 2015 ist der Besitzer der Wasserburger Kult-Diskothek „Universum“ jetzt dabei, eine Brandschutz-Verordnung nach der anderen zu erfüllen. 38 Monate Zeit und 200.000 Euro hat das mittlerweile gekostet. Doch jetzt gibt’s endlich Licht am Ende eines langen Tunnels …

„Wir haben mittlerweile eine zweite Entrauchungsanlage eingebaut, die von amtswegen gefordert war. Jetzt erfolgen noch die Prüfungen durch die Fachplaner und Fachprüfer, danach gibt’s hoffentlich die Endabnahme durch das leitende Ingenieur-Büro“, so Enzinger. Er hofft, dass jetzt bei den letzten Schritten alles gut geht: „Beim Brandschutz weiß man das aber nie so genau. Unser Uni unterliegt den höchsten Anforderungen – eben wie der Berliner Flughafen.“ Doch der Besitzer von Wasserburgs Kult-Disco ist optimistisch: „Das Universum könnte im Dezember wieder geöffnet werden.“

Zwischenzeitlich waren auch vier Pächter am Betrieb des „Universums“ interessiert. Zwei sind jetzt noch in der engeren Auswahl. „Darunter bekannte Gesichter aus der früheren Wasserburger Gastronomie“, so Enzinger. Es sei aber noch kein Vertrag unterschrieben worden. Als Verpächter ist Enzinger übrigens immer noch offen für weitere Interessenten. „Diese sollten sich dann aber umgehend bei mir melden.“

Hans Enzinger sieht das „Universum“ als essenziell wichtig für das Wasserburger Nachtleben, das derzeit nach der Sperrzeitverlängerung durch die Stadt (wir berichteten) quasi am Boden liegt.

„Die Wiedereröffnung des Uni könnte auch die Probleme mit dem Nachtleben in Wasserburg lindern.“ Enzinger schlägt beispielsweise einen Shuttle-Service, in dem auch der Nacht-Disco-Bus eingebunden werden könnte, vor.

Und das könnte dann seiner Meinung nach so aussehen: „Es wird am Badria-Parkplatz geparkt. So werden die Altstadt-Parkplätze entlastet. Es gibt keinen Lärm bei der An- und Abfahrt. Alkoholfahrten werden vermieden. Per Shuttlebus oder Stadtbus geht es hinunter in die Altstadt und nach deren Schließung dann wieder hinauf zum Badria- und Uni-Parkplatz. „So bräuchte die Altstadt nicht mal eine Änderung bei der Sperrzeit. Es könnte alles so laufen, wie bisher und das Partyvolk könnte dennoch bis in die frühen Morgenstunden in Wasserburg feiern. Das Uni hat keine Sperrzeit.“

Er, so der Uni-Besitzer, habe diesen Vorschlag auch schon der Stadt Wasserburg unterbreitet und dies sei auch mit dem Bürgermeister so besprochen worden. Enzinger ist jetzt gespannt, ob die Vorschläge angenommen werden. „Das würde uns natürlich sehr freuen und das Nachtleben in Wasserburg sichern.“

Was Enzinger vermeiden will: „Dass sich die Nachtleben-Gäste erst um ein oder zwei Uhr ins Uni bewegen, bereits stark angetrunken sind, dann keinen Eintritt zahlen und letztlich auch nichts mehr konsumieren. „Das kann aufgrund der hohen Investitionskosten und Betriebskosten nicht funktionieren.“

Der Betreiber und Besitzer des Sportparks Fit&Fun erinnert in diesem Zusammenhang auch an die Entstehung der Diskothek am Badria im Jahr 1991. „Da war es der ausdrückliche Wunsch des damaligen Bürgermeisters Dr. Geiger, dass das Uni entsteht. Ich wollte damals eigentlich nur einen Sportpark bauen.“ Jetzt ist für ihn die Stadt am Zug. „Ich glaube, mein Vorschlag wäre eine vernünftige Lösung für den Fortbestand des Wasserburger Nachtlebens. Dass das Nachtleben dort oben funktionieren kann, zeigen unsere sehr erfolgreichen Fit&Fun-Partys. Wenn das nicht klappt, dann muss das Uni für immer die Türen schließen. Wir müssten uns dann etwas Anderes überlegen, zum Beispiel den Umbau zu einem Ärztehaus.“

Noch aber will Hans Enzinger für Wasserburgs Kult-Disco kämpfen.

 

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3 Gedanken zu „„Fast wie der Berliner Flughafen“

  1. Eine Frage: Wieso ist das Uni eine „Kult“-Disco? Wie definiert sich hier Kult? Hört sich nach Ü30 und etwas angestaubt an. Weil die Alten die Kult-Disco von ganz ganz früher kennen? Mit dem Namenszusatz wendet man sich lieber nicht an das junge Party-Volk. Ich wünsche dem Uni und dem Wasserburger Nachtleben viel Erfolg.

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    1. Mir ist das auch schon aufgefallen, dass in der Wasserburger Stimme bei Artikeln übers Uni das Wort „Kult-Disco“ jedes mal sehr häufig fällt. Ich vermute, es wird nach einem schönen Euphemismus gesucht, also nach einem Wort, das nicht so gemein wie „alte Kleinstadt-Disco der Region“ klingt und trotzdem passt.

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  2. Es ist meiner Meinung nach egal für wen das Uni eine Kultdisco ist/war. Wir sind immer gerne ins Uni gegangen. Zu unserer Zeit musste man anstehen um überhaupt reinzukommen. Ich gehöre ja schon zur Ü30 Fraktion. Daher auch meine Idee wirklich ab und zu eine echte Ü30 Party zu machen. Mit Musik von der Zeit usw. Ich würde mich freuen auch für unsere Kinder/ Jugendlichen wenn das Uni wieder aufmachen würde. Auch gab es führt „Kinderdiscos“ die waren dann von 18 bis 22 Uhr und man durfte mit 13 schon rein. Fanden wir damals super. Also drück ich die Daumen, dass das Universum schnell wieder aufmachen darf.

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