Es muss sich was ändern: Jetzt!

„Glyphosat & Co": BN Wasserburg und Gartenbauverein Reitmehring informierten

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Anlässlich des gravierenden Insektensterbens in unserer unmittelbaren Umwelt – in den letzten Jahren ging laut Studien die Anzahl der Insekten um 75 Prozent (!) zurück – hatte sich die BN-Ortsgruppe Wasserburg entschlossen, gemeinsam mit dem Gartenbauverein Reitmehring einen Vortragsabend zu gestalten. „Glyphosat und Co: Gibt es Alternativen?“ – so lautete das Thema. Ein interessanter Vortrag mit einer lebhaften Diskussion im Anschluss …

Unser Foto zeigt von links Marietta Trottmann, 2.Vorsitzende Gartenbauverein Reitmehring, Max Finster, Vorstand BUND Naturschutz Wasserburg sowie Referent Klaus Schöffel.

Für den Vortragsabend mit dem Thema „Glyphosat & Co.  – wie gefährlich ist der chemische Pflanzenschutz und gibt es hierzu Alternativen?“ konnte ein Urgestein des Naturschutzes, Klaus Schöffel – Diplomphysiker und Umweltaktivist – gewonnen werden.

Klaus Schöffel ist ein ausgesprochener Kenner der Thematik und konnte im gut besetzten Wirtshaussaal in Staudham durch seine langjährige Erfahrung kompetent Rede und Antwort stehen.

Pflanzenschutzmittel kommen vor allem in der Landwirtschaft in großem Umfang zum Einsatz, aber leider auch immer noch in öffentlichen Anlagen und in Hausgärten.

Die Mittel sollen dazu dienen, Kulturpflanzen gesund und Unkräuter und Schädlinge fern zu halten. Doch diese Pflanzenschutzmittel werden auch über Wasser, Boden und Wind weitergetragen und beeinträchtigen den gesamten Naturkreislauf und unsere Nahrungskette, wie zum Beispiel mit den bekannten, negativen Folgen für unsere Bienen.

Rund die Hälfte der Fläche Deutschlands wird als Acker- und Grünland bewirtschaftet. Vor allem der Ackerbau mit seinen Monokulturen und hohem Dünge- und Pestizideinsatz habe aber enorme, ökologische Konsequenzen, so der Referent. Die Überdüngung mit Stickstoff und der Einsatz von Totalherbiziden wie Glyphosat lasse die Vielfalt an Wildpflanzen enorm sinken.

Da die Insekten, wie Schmetterlinge, Wildbienen, Heuschrecken jedoch auf eine bunte und vielfältige Pflanzenwelt angewiesen sind, seien Spritzmittel (Herbizide) auch maßgeblich am Insektensterben beteiligt.

Seit 1990 ist die Masse an Insekten laut mehrerer wissenschaftlicher Berichte und Studien um mehr als 75 Prozent (!) gesunken. Viele von uns haben diesen enormen Einbruch schon selbst bemerkt und sich gefragt, warum sich in warmen Hochsommernächten kaum mehr Insekten am Kühler oder an der Windschutzscheibe ihres Autos befinden.

Da die Insekten wiederum eine Hauptnahrungsquelle für viele Tiere sind, hat dieser dramatische Insektenschwund auch eine verheerende Wirkung auf die Anzahl und Vielfalt unserer Singvögel, Fledermäuse und so weiter.

Unsere Imker sind besorgt, denn Pestizide aus der Gruppe der Neonikotinoide treffen besonders die heimischen Bienen. Die Tiere verlieren die Orientierung, erkennen Fressfeinde nicht mehr und tragen giftige Pollen zurück in den Bienenstock. Bienen sind jedoch für ein funktionierendes Ökosystem unersetzlich. Wenn es keine Bienen mehr gibt, ist auch die Ernährungsgrundlage für uns Menschen nicht mehr gesichert.

Aber nicht nur in der Landwirtschaft finden diese Mittel Verwendung, auch im Haus- und Gartenbereich werden glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel eingesetzt.

Das weltweit am meisten eingesetzte Herbizid ist „Roundup“ vom US Konzern Monsanto.

Dieses ‚Wundermittel‘ wirbt, abgefüllt in kleinen Kanistern für den Haus- und Gartengebrauch, mit „wurzeltiefer Wirkung“.

Das klinge zunächst harmlos. Doch wer die Kürzel auf der Giftflasche lese, beginne umzudenken.

Das Mittel reizt bei unsachgemäßer Anwendung Schleimhäute und Augen und steht unter Verdacht, krebserregend zu sein. Glyphosat hat eine weit stärkere Schadstoffwirkung auf Lebensorganismen, als das Insektizid DDT, das bereits 1972 verboten wurde. Bei einer vor zwei Jahren vorgenommenen, bundesweiten Untersuchung an 2000 Testpersonen wurde nahezu bei jeder Urinprobe Glyphosat nachgewiesen.

Die erneute Zulassung von Glyphosat im Dezember 2017 für weitere fünf Jahre hat in der Bevölkerung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Im Anschluss an den interessanten Vortrag fand eine lebhafte Diskussion statt, bei der Naturschützer, Landwirte und Gartenbesitzer ihre Anliegen und Sorgen darlegten.

Aufgrund der bekannten Schadwirkungen von Spritzmitteln auf unsere Umwelt und der Gefahr für uns Menschen war man sich einig, dass sich etwas ändern müsse.

Diese Bewusstseinsänderung müsse bereits im privaten Garten und auf kommunalen Flächen beginnen, denn hier bestehe kein Nutzungsdruck. Der Referent wies immer wieder auf den ökologischen Landbau hin und empfahl auch beim Ernährungsverhalten des Verbrauchers die chemiefreie Produktion von Lebensmittel zu unterstützen.

 

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25 Gedanken zu „Es muss sich was ändern: Jetzt!

  1. Wir waren auch dort.
    Neben den verheerenden Auswirkungen dieser Mittel, hat mich jedoch ebenso schockiert, dass keine jungen Menschen anwesend waren. Bis auf eine einzige junge Dame, dürfte der Altersdurchschnitt bei 55+ gelegen haben.

    Dies stimmt mich mindestens genau so traurig.
    Wo sind denn all die jungen Menschen?

    Wo sind denn all die jungen von den Grünen, die hier allen voran, als gutes Beispiel voraus gehen MÜSSEN
    Gerade junge Leute sollte dieses Thema jedoch interessieren, denn es geht um ihre Zukunft, um die Zukunft deren Kinder.
    Offensichtlich werden diese jungen Menschen erst wach, wenn sie merken, dass man Smart-Phones nicht essen kann.

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    1. Aber gerade von den derzeitigen Entscheidungsträgern in Wasserburg (Bürgermeister, Umweltreferent, Mitglieder im Umweltausschuss, Stadträte, sehr viele davon selbst 55+) war doch so gut wie niemand auf dieser wichtigen Veranstaltung des BN. Das ist doch zurzeit das grundlegende Problem. Nicht einmal für die ältere Generation scheint der Schutz unserer Lebensgrundlagen auch nur halbwegs relevant zu sein. Ein Herumhacken auf den Jungen halte ich bei diesen ‚Vorbildern‘ daher für ziemlich unangebracht.

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    2. Inwiefern hätten jetzt gerade „die jungen von den Grünen“ eine Vorbildfunktion zu erfüllen, indem sie zu einer Informationsveranstaltung gehen?

      Zu einer Informationsveranstaltung geht man doch, um sich zu informieren.

      Müsste man dann nicht danach fragen, wo denn die Vertreter der Parteien waren, deren Abstimmungsverhalten z.B. im EU-Parlament ein weitaus größeres Informationsdefizit erahnen lässt, als dies bei den Grünen der Fall zu sein scheint?

      Und zum Altersdurchschnitt in dieser Veranstaltung: ja, es mag sein, dass sich viele junge Menschen nicht ausreichend um Dinge kümmern, die sie doch dringend interessieren sollten. Man darf das aber auch nicht verallgemeinern.

      Ebenso wie es auch gleichgültige „Alte“ gibt, gibt es auch durchaus interessierte Jugendliche und junge Erwachsene.

      Die haben eben meistens andere Mittel und Wege, sich zu informieren, als abzuwarten, bis Gartenbauverein und Bund Naturschutz zu einer Infoveranstaltung einladen.

      Damit soll das Engagement dieser beiden Organisationen und die durchaus tolle Veranstaltung nicht geschmälert werden. Ich finde nur, dass sie aus einer An- oder Abwesenheit bei dieser Veranstaltung viel zu viele Rückschlüsse ziehen.

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      1. @Hofstatt: Ich habe ja oben geschrieben, dass die Grünen eigentlich mit gutem Vorbild voran gehen sollten. Das dieses Thema unseren Bürgermeister und Stadtrat nicht interessiert, wundert mich auch nicht.
        Die sind mit anderen Dingen beschäftigt.
        Außerdem „hacke“ ich nicht auf den Jungen rum, sondern bin lediglich TRAURIG gestimmt, dass diesen ein Thema, das ja die ZUKUNFT der jüngeren betrifft, offensichtlich egal ist.

        @Watercastle: Sie fragen das jetzt nicht im Ernst? Schreiben sich die Grünen nicht den Umweltschutz auf die Plakate? Bin schon etwas verwundert.

        Es geht hier auch nicht um Europa, sondern um die Region und wenn man im Kleinen etwas anfängt, wird es immer größer werden.

        Verallgemeinert habe ich auch nichts, denn es war eine regionale Veranstaltung und mich macht diese Interesselosigkeit HIER einfach traurig.

        Da ich sehr viel mit jungen Leuten zu tun habe, kann ich, glaube ich, sagen, dass ich nicht zu viele Rückschlüsse ziehe.

        Der jüngeren Generation fehlt der Bezug zu Natur und Umwelt. Und dies erlebe und sehe ich tagtäglich. Man braucht nur mit offenen Augen durch die Straße gehen: Die schauen nur noch auf ihr Smart-Phone …

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        1. Wenn schon kritisiert wird daß BGM und Stadträte nicht anwesend waren,wo war dann der Gartenbauvorstand? Krank oder im Urlaub? ich konnt leider wegen Krankheit nicht.Außerdem hat der Einsatz von diesem Mittel mit dem insektenrückgang gar nichts zu tun. Das Gegenteil ist der Fall. Wenn ich Blühstreifen oder ganze Felder wegen der 5% Regelung für die Insekten stehen lass, dann kostet mich die mechanische Einarbeitung bis zu 200€ mehr und zerstört, weil mehrere mechanische Arbeiten nötig sind ,vor allem das Kleinlebewesen im Boden.Dieses Mittel wird wieder einmal als Vorwand benutzt damit einige die Ihr Geld nicht durch Arbeit in und mit der Natur verdienen gscheit daherreden können. Die Landwirte setzen sich sehr wohl mit diesem Problem auseinander.Aber wenn argumentiert wird mit den möglichen Gefahren für den Anwender , dann nehmts doch bitte auch alle Haushaltsreiniger aus dem Markt.Vielleicht wäre es für eine sachliche Diskussion angebracht die Wortwahl zu ändern,Wenn ich lese Landwirte tragen einen Teil derVergiftung, dann hat das mit normalem Menschenverstand nicht zu tun . Hier sind Idiologische Sprachvergifter am Werk.

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          1. Mei die Landwirte sind schon richtig arm dran. Jeder hackt auf ihnen rum und das wo sie doch soviel gutes tun. Z.B. Monokulturen anlegen vor allem Mais wichtig für die Ernährung der Menschen und Tiere, Jauche ausfahren damit das Grundwasser auch ein ordentlichen Nitratwert hat und die Kolibakterien sich mehren können und dann nicht zu vergessen das gesunde Glyphosat das nur positv ist.
            Aber erklären sie uns doch mal auf warum immer mehr Wildpflanzen und Insekten verschwinden? oder warum den Imka die Bienenvölker wegsterben und kommen sie jetzt nicht mit die Varroamilben wären an allem Schuld. Am wahrscheinlichsten ist der Dieselskandal und der Feinstaub, genau das wird es sein.
            Es gibt auch Landwirte die vernünftig mit den Feldern umgehen, ich kenne in und um Wasserburg nur keinen. Kann ja auch nicht jeden kennen.

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        2. Christian Stadler

          Ihr Eindruck täuscht: auch die Grünen in der Stadt Wasserburg und im Landkreis Rosenheim haben sich schon mehrfach und in unterschiedlicher Form gegen Glyphosat engagiert – im Rahmen der Möglichkeiten, die in den unterschiedlichen politischen Ebenen nun einmal gegeben sind. U.a. haben wir im vergangenen Jahr an mehreren Infoständen Unterschriften für die Europäische Bürgerinitiative „Stopp Glyphosat“ gesammelt und unseren bescheidenen Anteil an den europaweit über 1,3 Millionen Unterschriften beigetragen. Unterschrieben haben dabei zahlreiche Bürgerinnen und Bürger aus Wasserburg und dem Umland aus allen Altersgruppen. Größtenteils waren diese auch bereits im Vorfeld sehr gut informiert. Denn wer sich in der heutigen Informationsgesellschaft für ein Thema interessiert, der kann sich auch informieren – wenn es denn sein muss, sogar übers Smartphone.

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    3. All die jungen Menschen sind halt von so einem Mumienverein wie dem BN, der hauptsächlich Spenden sammelt und sich an die Industrie ranwanzt, nicht so leicht zu begeistern, wie die Stammmitglieder.

      Wie ist denn der Altersdurchschnitt beim örtlichen BN? Und warum ist das so?
      Könnte es sein, dass das auch an der (fehlenden) Jugendarbeit liegt?

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  2. Ich kann Ihnen genau sagen, wo die jungen Menschen sind, welche Sie bei dem Vortrag so vermisst haben. Es ist so, dass viele junge Menschen für dieses Thema kein interesse zeigen, da sie weder täglich damit zu tun haben, noch stundenlang im eigenen Garten stehen und sich überlegen, wie das Unkraut weggeht.

    Mit diesem Thema sollten sich die Landwirte und Co. befassen, welche täglich aufs Feld fahren und diesen Mist versprühen.

    Sonst könnte ja jeder bei einem Fachvortrag eines bestimmten Thema zb. Informatik die Frage stellen, wo denn nur die Generation 55+ gewesen sei, denn mittlerweile ist auch diese Generation in der Neuzeit angekommen.

    Nichts desto trotz können die Endverbraucher daran eh nichts ändern, die Initiative MUSS und KANN ausschließlich von den Landwirten kommen. Daher meine Frage: Wieso sollte ich zu diesem Vortrag gehen, indem nur noch mehr schlecht gemacht wird?

    Es wird jeden Tag irgendwas schlecht geredet, mit was soll man sich noch alles befassen. Was kann ich morgen noch ohne schlechtes Gewissen essen?! Man macht sich doch damit nur noch mehr verrückt.

    Abschließend möchte ich noch anmerken, hier ist die Rede von 75% der Insekten, in anderen Berichten (nicht Wasserburger Stimme) liest man von 50%, andere wiederum sagen die Insektenanzahl ist gleich geblieben. Frei nach dem Motto „Glaube nur der Statistik, welche du auch selber gefälscht hast“.

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    1. Sehr geehrter Sportler,
      viele junge Menschen haben mit diesem Thema nichts zu tun?
      Ich gehen nun einmal davon aus, dass auch junge Menschen gerne einen Apfel, im Sommer gerne Kirschen und hin und wieder auch Gemüse essen. Die jungen Menschen essen auch gerne mal Salat, was ich in diversen Restaurants und im Sommer in Biergärten und beim Italiener beobachten kann. Sie haben also nicht täglich mit diesem Thema zu tun??
      Niemand braucht stundenlang im eigenen Garten zu stehen um zu sehen, dass an unserer Umwelt und der Natur ein regelrechter Raubbau betrieben wird. Das betrifft nicht nur Glyphosat und Co., sondern auch den inzwischen in Massen in der Landschaft liegenden und im Meer schwimmenden Müll und Plastik.
      Ich gebe Ihnen absolut recht, wenn Sie sagen, Landwirte tragen einen großen Teil zur „Vergiftung“ bei, da bin ich absolut bei Ihnen. Wären Sie jedoch bei dem Vortrag gewesen, hätten Sie die Information, dass Bauern, die dieses Gift nicht wollen, regelrecht bekämpft, beschädigt und teilweise in den Ruin getrieben werden. Wissenschaftler und Bauern, die sich dagegen wehren, werden Mundtot gemacht.
      Was sollen Leute der Generation 55+ auf einem Fachvortrag zu Informatik, wenn diese eventuell noch nicht mal einen Computer oder ein Smart-Phone haben? Essen muss jeder, egal ob 55- oder 55+
      Und sehr wohl kann der Endverbraucher etwas ändern. Der Endverbraucher kann beim Einkaufen einfach ein bisschen nachdenken, ob es wirklich die genmanipulierten Erdbeeren aus Spanien sein müssen, die so groß sind wie Äpfel. Wußten Sie, dass einem Bio-Bauern das Bio-Siegel entzogen wird, wenn Samen von genmanipulierten Pflanzen, die durch den Wind verteilt wurden, auf seinem Acker keimen? JA, das wird KONTROLLIERT
      Dieses „oh Gott, es gibt ja eh schon so viel schlimmes auf der Welt, wozu soll ich mich damit belasten“ ist in meinen Augen ein Armutszeugnis und Ignoranz gegenüber kommenden Generationen. Ich KANN jetzt NUR ANNEHMEN, dass Sie noch keine Kinder haben. Falls doch, ist Digitalisierung wirklich Ihr dringendstes Problem in dieser Zeit? Digitalisierung macht nicht satt und Digitalisierung befruchtet auch keine Apfelbäume.
      Tut mir leid, aber Ihre Zeilen bestätigen meine Gefühle vom Vortragsabend: Jungen Menschen ist dieses wichtige Thema einfach egal. Sie haben einfach keinen Bezug mehr dazu.
      Ich möchte mich auf mehrere Studien (eine Studie ist KEINE Statistik, das ist ein Unterschied) verlassen und denke die 75% sind durchaus realistisch. Auch hier kann ich NUR ANNEHMEN, dass Sie die Zeiten, in denen die Frontscheibe des Autos dick mit Insekten verklebt war, nicht mehr erlebt haben. Falls doch: Gibt Ihnen das nicht zu denken?

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  3. Nein, mir gibt das nicht zu denken!!

    Und wollen Sie wissen, warum nicht? Weil Ihr angesprochenes Bio-Produkt auch nicht gleich Bio ist. Der Unterschied liegt darin (wie man bei uns in der Branche so schön sagt), der Bio-Bauer fährt abends zum Sprühen raus. Und genau da liegt das Problem. Für jede Kennzeichnung gelten unterschiedliche Richtlinien.

    Jetzt habe ich das Glück, fast täglich mit Rasenpflege usw. zu tun zu haben, ich bekomme selber mit, welche Richtlinien gelten und wie sie durch die Bauern umgangen werden können.
    Dann werden die Mittel eben nicht mehr in Deutschland gekauft, sondern lieber in England oder Frankreich, meist ein bisschen teurer, aber mit weniger Aufwand verbunden.

    Ich kenne sehr wohl den Unterschied zwischen einer Studie und einer Statistik.
    Doch wie aussagekräftig ist so eine Studie? Ich würde sagen, genau so aussagekräftig wie eine Statistik.

    Nur ein Beispiel: Ich kann mit einem Auto 10 min. im Kreis fahren und die Kleintiere an der Windschutzscheibe zählen. Und fertig ist meine Studie. Also, wie aussagekräftig ist diese Studie?

    Und nochmal, was zu Ihrem Interesse an dieser Veranstaltung (ohne die Veranstalter schlecht zu machen, ich finde so etwas gut):

    Wo waren Sie denn vor gut 2 Wochen auf der Infoveranstaltung in München – zu den aktuellen Problemen mit Dieselautos?

    War es für Sie zu weit weg?
    Geht es Sie nichts an oder fahren Sie kein Auto? Sehen Sie, jeder hat eben andere Interessen. Und genau bei dieser Verandtaltung hätten Sie auch Ihre Generation 55- angetroffen.

    Ich glaube, Sie denken ein wenig zu idealistisch – ohne sich darüber Gedanken zu machen, welche weiteren Schritte man gehen muss, um von dieser „alles ist so schlecht Welt“ weg zu kommen.

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    1. Danke, Surfer!

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  4. Glyphosat ist für den menschlichen Organismus nicht schädlich und auch nicht direkt für Bienen. Weltweit anerkannte Evidenz.

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    1. „Glyphosat ist für den menschlichen Organismus nicht schädlich und auch nicht direkt für Bienen. Weltweit anerkannte Evidenz.“……………. Satirische Beiträge bitte kennzeichnen 😀
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      Es geht hier um einen xxx Milliardenmarkt und immer, wenn es um so viel Geld geht, werden die Lügen darüber extrem ausgefeilt ..
      Beispiel gefällig ?

      Es war einmal eine Tabakindustrie, die Jahrzehnte lang behauptet hat, dass Rauchen nicht besonders schädlich ist und passiv rauchen auch kein Problem darstellt .

      Untermauert wurden diese Aussagen mit Studien und Aussagen renommierter Wissenschaftler weltweit – auch deutsche Wissenschaftler haben da fleißig Position bezogen, um die Ungefährlichkeit dieses Genussstoffes glaubhaft der Bevölkerung zu vermitteln.

      Wissenschaftler, die das anders sahen, wurden diffamiert, versucht mundtot zu machen usw.

      Doof nur, dass es in den USA ein Gesetz gibt, das nach 50 Jahren Akten, die unter Verschluss lagen, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden müssen .

      Tja, es kam dann auf, wie gefährlich das Zeugs wirklich ist und dass die Tabakindustrie das die ganze Zeit gewusst hat,
      es kam auch zu Tage, wie Wissenschaftler weltweit – ähm – „gefördert“ wurden, um die Ungefährlichkeit weiter zu behaupten ….
      Mir kann keiner erzählen, dass da nicht das gleiche böse Spiel läuft.
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      Wer allen Ernstes meint, dass bei so viel Geld alles mit rechten Dingen zugeht, der glaubt auch an zitronenfaltende Zitronenfalter .
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      Aus meinem Bekanntenkreis kenne ich einige „Jugendliche“, die gut informiert sind, die brauchen solche Veranstaltungen nicht und ich kenne auch genug Leute, denen das alles am A … vorbeigeht .

      Wie auch immer, mit Glyphosat-Befürwortern zu diskutieren, ist in meinen Augen genauso sinnlos, wie mit Menschen die Waffen herstellen und verkaufen.
      Ps: Atomstrom schont auch die Umwelt – ist erwiesen ^ ^ gibt Studien dafür 😛

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      1. Mit Glyphosphatgegner wie Catweazle zu diskutieren ist genauso sinnlos, wie mit meinen Ochsen über ihre Kuhträume, um seinen blöden Vergleich mit den Waffenherstellern und Zitronenfaltern darzulegen. Aber leider hat er noch die Gülle vergessen. Direkt langweilig.

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        1. Zitatauswahl: „Mit Glyphosphatgegner … zu diskutieren ist genauso sinnlos, wie mit meinen Ochsen über ihre Kuhträume, … als Vorwand benutzt damit einige die Ihr Geld nicht durch Arbeit in und mit der Natur verdienen gscheit daherreden können. … nehmts doch bitte auch alle Haushaltsreiniger aus dem Markt … dann hat das mit normalem Menschenverstand nicht zu tun . Hier sind Idiologische (sic!) Sprachvergifter am Werk.“ (Zitatauswahl Ende)

          Nun, in einem muss man dem Kernzlsepp Recht geben: „Vielleicht wäre es für eine sachliche Diskussion angebracht die Wortwahl zu ändern“.
          Warum er dabei selbst nicht mit gutem Beispiel voran geht, weiß man nicht.

          Nachdem aber in Wasserburg oder zumindest in Reitmehring jeder weiß, wer der Kernzlsepp ist, fragt man sich schon, ob diese platten und polemischen Beiträge die richtigen Empfehlungsschreiben für jemanden sind, der nach Stadtrat und Kreistag jetzt unbedingt auch noch in den Bezirkstag will.

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        2. Im Gegensatz zu Ihnen würde ich mit meinen Ochsen über ihre Kuhträume reden, das Resultat wäre vll eine bessere Lebensqualität für die Tiere, die zwengs uns sterben werden.

          Gülle, tja fragen Sie ihren Kollegen, wie er sich gefreut hat, nachdem ihm das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten auf die Füße getreten ist .
          Gülleaustrag auf gefrorenem Boden und das angrenzend an ein Biotop …. langweilig genug ?
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          Da es Ihnen wahrscheinlich nicht wirklich klar ist, was der Unterschied zwischen Befürwortern und Gegnern ist.
          Wir, also die Glyphosatgegner, wollen die Natur bewahren, um der Natur und um unseretwillen.
          Sie hingegen sehen in der Natur nur etwas, das man nutzt – auf Teufel komm raus.

          Wenn wir uns irren, ist damit kein bleibender Schaden angerichtet, wie ist das bei Ihnen ? ^ ^

          Es gibt mittlerweile so viele Beispiele, wie verlogen die Großindustrie ist, dass ich denen keinen Meter mehr über den Weg traue und wenn dann was rauskommt, passiert denen ja nicht mal was .
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          Was wäre, wenn wie bei der Tabakkiste herauskäme, dass Glyphosat richtig giftig ist, dass Studien unterschlagen wurden, dass diverse Politiker gefällig gemacht wurden (schöne Aufsichtsratsposten, was natürlich ganz unrealistisch ist).

          Wandert dann irgendwer der Verantwortlichen in den Knast?
          Kann ich dann die Landwirte alle einzeln verklagen?

          Sicher nicht und solche Befürworter wie Sie, die würden sich dann wie immer damit rausreden: „Ja mei, wenn wir das gewusst hätten“ …

          Sagen Sie mir bloß nicht, dass so ein Szenario unrealistisch ist … oder doch, machen Sie es … geben Sie es mir … hauen Sie mir Ihre gesicherten Argumente um die Ohren.

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          1. Die Grossindustrie benutzt euch sog. Umwelt und Naturschützer dazu uns deutschen Bauern soviele Vorschriften und Auflagen zu machen ,damit immer mehr aufhören. Denn um Waffen und Maschinen exportieren zu können, ist es von Vorteil, wenn man als Gegenleistung Agrarprodukte importiert. Das sind Aussagen des Industrie u. Handelskammertages. Auch daß die landwirtschaftliche Produktion im eigenen Land der Ausfuhr von Industriegütern schadet. Über den Einfluß auf die Medien kann man das Volk leicht gegen seine eigenen Bauern aufhetzen. Konzerne wie Nestle produzieren bereits in Drittländern für den deutschen Markt. Wenn diese die Marktmacht haben fragt keiner mehr, wie produziert wurde. Wenn man die Unterschicht immer schön gegeneinander aufhetzt kann man oben seine Ziele ganz leicht durchsetzen und dazu gebraucht die verlogene Großindustrie euch Naturschützer.

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    2. Beobachter:
      Dann würden Sie es auch trinken?
      Also tut mir leid, aber ich kann beim besten Willen nicht glauben, dass ein Mittel, dass alles tötet, wenn es aufgesprüht wird, für den Menschen nicht giftig ist.
      Und was heißt NICHT DIREKT für Bienen? Im Umkehrschluss sagt das doch, dass es INdirekt DOCH gefährlich für Bienen ist.

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    3. Martin Wimmer

      Blödsinn!

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  5. Glyphosat ist ein Herbizid, also ein Wirkstoff, um unerwünschte Pflanzen absterben zu lassen.

    Gegen Insekten muss man ein Insektizid einsetzen. Wenn sich nach intensiven Regenperioden im Sommer an den Gewässern die Stechmücken stark vermehren wird z.B. von den Anliegergemeinden am Chiemsee das Insektizid Bti. eingesetzt, weil sonst die Urlaubsgäste abhauen.

    Landwirte müssen zum Erwerb eines Sachkundenachweises für Pflanzenschutz eine 3-jährige Ausbildung und nachher alle 3
    Jahre eine Weiterbildung absolvieren.

    Herr Schöffel ist Physiker und meines Erachtens nicht befähigt, ein Urteil über Landwirte oder Pflanzenschutz abzugeben.

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    1. Und ich bin zur Schule gegangen und hab nicht alles vergessen – unter anderem, dass Insekten Pflanzen – also so Herbazeugs – zum Überleben brauchen.
      Also: Bienen Blumen Bäume – gut für Bienen, gut für Blumen, gut für Bäume.

      Bestäubung gibt Früchte. Gibt so Früchte – da freut sich der Obstbauer, wenn Insekten die Bäume bestäuben .
      ————————-
      Also wenn geschulter Bauer Herbizid einsetzt, das unerwünschte Pflanze absterben lässt und unerwünscht ist alles, was dem maximalen Ertrag im Wege steht, dann ja … ich glaub, dann verhungern Insekten.
      Die konventionellen Landwirte haben sicher auch gelernt, dass Neonicotinoide gar nicht wirklich schädlich sind, es gibt da so Wissenschaftler aus der Agrarlobby, die sehr sachliche Studien dafür haben.

      Und die bösen Mücken brutal – die saugen unsere Kinder aus – wer denkt an unsere Kinder

      Soweit ich weiß, wird das Bti relativ sparsam und auch nur für begrenzte Gebiete eingesetzt (wobei die Anwendung auch umstritten ist). Ihr aber seid alles andere, als sparsam mit euren Mitteln und der Fläche, die Ihr vergiftet … begrenzt ist bei euch konv. Landwirten höchstens der Gedanke an Nachhaltigkeit und wie die ganze Natur verflechtet ist.
      ————————–
      Also nochmal zum Mitschreiben: Pflanzengift tötet Pflanzen – nix mehr Futter für Insekten … Insekten verhungern.
      Wer finanziert eigentlich eure Schulungen ?

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      1. Wir ( alle Bauern ob bio oder konventionell) sind die einzige Branche die tatsächlich nachhaltig wirtschaftet. Wir bewirtschaften unsere Felder seit Generationen und es ist noch jedes Jahr geerntet worden um unser Volk zu ernähren. Sogar die neuen Gäste unserer Bundeskanzlerin werden gut versorgt,denn es ist Dank der Bauern genug zu Essen für alle da. In Sachen Wohnraum oder Integration kann man das nicht behaupten. Um die Nährstoffe die unsere Betriebe über unsere Produkte verlassen wieder auszugleichen müssen wir Mineraldünger zukaufen. Besser wäre es die Hinterlassenschaften der Bevölkerung so aufzubereiten, daß sie rückstandsfrei wiederverwendbar wären. Das würde dann der echten Kreislaufwirtschaft von viehhaltenden Betrieben nahekommen. Um nachhaltig mit der Natur zu denken und zu handeln muß man damit von klein auf aufgewachsen sein, sonst kann man es nicht nachvollziehen.
        Schulungskosten für Sachkundenachweis Pflanzenschutz müssen von jedem Teilnehmer selbst bezahlt werden.
        Insekten leben auch zu Hauf in Mais und Getreidefeldern, die vorher mit Pflanzenschutzmitteln vom Unkraut befreit wurden.

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  6. Klaus Schöffel

    Wenn ich manche Kommentare lese, bin ich im Zweifel, ob die Verfasser bei meinem Vortrag anwesend waren.

    Deshalb noch eine Bemerkung zur Giftigkeit von Glyphosat:
    Die Firma Monsanto wußte bereits sehr früh, dass neben den grünen Pflanzen auch Bakterien, Pilze, Algen und Protozoen sensitiv sind gegenüber Glyphosat. Der Mensch und alle Säugetiere sind jedoch auf Bakterien angewiesen.
    Die Foirma Monsanto hat jedoch aus verständlichen Gründen diese Fakten nicht veröffentlicht.
    Ich empfehle die links
    http://www.tagesschau.de/inland/glyphosat-117.html
    sowie
    http://www.pan-germany.org/

    Hilfreich ist es auch sich mit den Monsanto-Papers zu beschäftigen
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/glyphosat-hat-monsanto-behoerden-manipuliert-a-1177101.html

    Vielleicht hilft das einigen Leserbriefschreibern, die meinen Glyphosat sei ungiftig für die Menschen.

    Klaus Schöffel

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