„Es kann jeden, jederzeit treffen“

Referent Karl Schulz hatte in Schnaitsee viele aufmerksame Zuhörer

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Wie wertvoll es ist, sich rechtzeitig mit der Thematik der eigenen Handlungsunfähigkeit zu beschäftigen, das sollte der Informationsabend des Schnaitseer Sozialkreises den Zuhörern vor Augen führen. Wie brisant diese Thematik ist, zeigte der bis auf den letzten Platz gefüllten Saal beim Schnaitseer „Wirth“. Sogar im Foyer mussten noch Gäste untergebracht werden. Die Veranstaltung war in Zusammenarbeit mit dem Pfarrverband Schnaitsee organisiert worden.

Die Dritte Bürgermeisterin und Sozialreferentin der Gemeinde Schnaitsee, Anita Meisl, leitete nach einführenden Worten über in den Vortrag von Karl Schulz, dem Leiter der Betreuungsstelle im Landratsamt Traunstein. Dieser berichtete beeindruckend über verschiedene akute, aber auch chronische Erkrankungen, die die eigene Handlungsfähigkeit zum Erliegen bringen können. „Der Zustand der Geschäftsunfähigkeit  besteht, wenn man selbst nicht mehr in der Lage ist, seinen eigenen freien Willen zu bilden und zu äußern.“

 

Nicht nur ältere und kranke Menschen sind davon betroffen.

 

Der Referent: „Die freie Selbstbestimmung beginnt mit dem Tag des Erreichens der Volljährigkeit. Ab diesem Tag ist es wichtig, selbst zu bestimmen, wer im Fall der eigenen Unfähigkeit über ,mich‘ bestimmen darf. Deshalb wäre es mehr als angebracht, wenn auch junge Menschen diese Dinge regeln. Selbstbestimmt entscheiden, wer im Falle des Falles welche Dinge für mich regeln darf. Ohne Vollmacht darf kein anderer Mensch rechtsgestaltend in ein anderes Leben eingreifen. Auch nicht, wie oft fälschlicherweise angenommen wird, der Ehepartner oder Kinder. Was bei der Bankvollmacht etwa noch selbstverständlich ist, schwindet wenn es um das eigene Leben geht.“

Mucksmäuschenstill war es im Saal bei den Ausführungen des Referenten zu den Begriffen Vollmacht, Betreuung und Patientenverfügung. Auch hier sparte Karl Schulz nicht mit anschaulichen Beispielen aus seinem beruflichen Alltag. Die von ihm mitgebrachten Infomaterialien konnten von den Besuchern mit nach Hause genommen werden.

Wer beim Infoabend keine Vordrucke „Vollmacht“ und „Patientenverfügung“ mehr erhalten hat, kann diese im Rathaus abholen. Leider können derzeit über die Internetseite des Landratsamtes die Formulare nicht ausgedruckt werden. JU

 

Foto oben: Mit Herzblut und Überzeugungskraft zog Karl Schulz, der Leiter der Betreuungsstelle im Landratsamt Traunstein, die Zuhörer in seinen Bann.

 

 

Rosi Schönhuber (von links) und dritte Bürgermeisterin Anita Meisl vom Sozialkreis, sowie Adelheid Lutzenberger und Diakon Konrad Maier vom Pfarrverband dankten dem referenten Karl Schulz (Mitte) für seinen beeindruckenden Vortrag mit einem Schnaitseer Spezialitätenkorb.

 

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