… es ist absurd!

Unser Kommentar zu einem „besonders schweren Fall des Diebstahls“

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Kann es strafbar sein, weggeworfene, aber noch genießbare Lebensmittel aus dem Container eines Supermarktes zu holen? Ja, gar zu retten? Man nennt das „containern“. Ist es gerecht, wenn in Zeiten der Klima-Erwärmung und zunehmender Ressoucen-Knappheit sozusagen die Verschwendung straflos bleibt – aber die Sparsamkeit zum Verbrechen wird? Zwei Studentinnen stehen jetzt vor Gericht in München. Caro (27) und Franzi (25) hatten heuer im Sommer Gemüse und einige Milchprodukte aus der Tonne eines Supermarktes geholt. Sie wurden dabei erwischt und angezeigt.

Die beiden jungen Frauen sind nun des „besonders schweren Falles des Diebstahls“ (§ 243 StGB) angeklagt. Wie absurd ist es, ein Recht zu schützen, bei dem man lieber Lebensmittel wegwirft und in einer Mülltonne belassen will – als dieses Essen noch jemanden essen zu lassen … moand d’Renate.

 

 

 

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15 Gedanken zu „… es ist absurd!

  1. Super, Renate, Dein Kommentar spricht vielen aus der Seele.
    Man sollte die strafen, die Lebensmittel wegwerfen.

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  2. ….es passiert Tausendfach jeden Tag z.B. in Krankenhäusern und Altenheimen, das dieses Essen, welches übrig bleibt in die Tonne wandert.
    Das ist der Alltag.
    Die Angestellten dürfen dieses auch nicht nehmen.
    Beim Supermarkt ist es so, das der Markt Eigentümer des weggeworfenen Essens ist und somit ist das entwenden einwandfrei ein Diebstahl,…
    Wenn die vorhandenen Lebensmittel die produziert wurden auch zum Verzehr für alle Menschen wären, würde es auf der Welt kein Hungern geben, es ist genügend für Alle da und noch viel,viel mehr.. Das ist der eigentliche Skandal.

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  3. Meine Tochter hat die Waren mit ihren WG-Mitgliedern
    vor Jahren schon aus den Containern geholt.
    Tomaten und Gemüse wurden zu Suppe.
    Bananen zu Kuchen etc. Es war nicht nur Sparsamkeit, sondern damals schon der Gedanke an ihre Zukunft.
    Afrika hungert und wir essen kein Brot vom Vortag.

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  4. Da schließe ich mich an.
    Schade, dass der Name des Supermarkts nicht bekannt ist.

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    1. Alle, ausnahmslos alle

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      1. Das Brot geht nicht in die Tonne, sondern an die Bäckerei zurück.

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        1. Habe mal in einer Großbäckerei im Jof gestanden. Ein meterhoher Berg von abgeladenem, gerade mal ein, zwei Tage altem Brot. Ein alter Mann kam über die offene LKW-Einfahrt, nahm sich zwei Brote, ging wieder.
          Als ich einen mir bekannten Mitarbeiter fragte, was mit dem vielen Brot geschehe, bekam ich die Antwort: Schweine-Bauern holen es hängerweise.

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          1. @Elena, die Zeiten sind vorbei, in denen die Bauern das Brot so einfach an die Schweine verfüttern dürfen.

            Wenn dieses nicht abgekocht wird, ist es nicht mehr erlaubt. Jetzt geht es meistens in die Biogasanlage.

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  5. Jetzt stelle ich mir aber die Frage, warum werden so viele Lebensmittel weggeschmissen?

    Liegt das nicht an uns Verbrauchern, wir verlangen das, dass das ganze Sortiment bis zum Ladenschluss verfügbar ist!

    Das Gemüsse und Obst muss wie geleckt aussehen – egal, ob konventionell oder sogenanntes Bio ist. Und wehe dem, es ist nicht der Fall – dann wird das nicht gekauft und der Markt bleibt drauf sitzen.

    Viele Märkte geben die noch genießbaren Waren an die diversen Tafeln. Aber warum sollten die Märkte die Lebensmittel verschenken? Die wollen Umsatz und vor allem Gewinn machen und sonst nichts.
    Und sich jetzt Lebensmittel aus der Tonne zu holen, ist und bleibt halt Diebstahl, egal ob wir das jetzt richtig finden oder nicht.

    Gilt übrigens auch für den Privatenhaushalt und ist für den Schutz jeder Person gedacht, auch wenn der Behälter zur Abholung auf der Straße steht.
    Oder möchten die Bürger, dass jeder x beliebige in seinen Privaten sachen kramen kann und darf?

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    1. In Österreich habe ich mal ein Schild an der Bäckerei im M-Preis gesehen mit der Aufschrift, oder so ähnlich: Liebe Kunden, wir backen nicht für die Mülltonne! Wenn Sie nach 17.00 Uhr nicht mehr das volle Sortiment vorfinden , dies aber wünschen, dann müssen Sie vor 17.00 Uhr kommen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.
      Nur so kann man das Wegwerfen von Lebensmitteln reduzieren.
      Sollte man nicht vor 17.00 Uhr Zeit haben, um zum Einkaufen zu gehen, macht es wie mein Arbeitskollege, der geht in der Mittagspause zum Einkaufen!
      S b a Ä a.

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    2. Da muss ich Dir leider recht geben. Ich denke aber, dass aktuell ein Umdenken der Verbraucher statt findet. Jetzt wäre halt die Politik gefragt. Siehe Frankreich: hier werden Supermärkte verpflichtet, nicht verkaufte Lebensmittel zu spenden!

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    3. @Roland: Ich schrieb „Ich habe mal im Hof einer Großbäckerei gestanden…“. Die Denkweise ist leider die gleiche geblieben!

      @Der Maier schreibt es. Es wird überproduziert, um Kunden auch abends noch möglichst frisches Brot verkaufen zu können.

      Lidl, Wasserburg, bietet übrigens kurz vor Ladenschluss manchmal Brote deutlich billiger an. Schmeckten genauso gut.

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      1. @Elena: und ich habe mal in New York bei Tiffany im Laden gestanden und die Verkäuferin gefragt was der Ring kostet, kriege ich heute nicht mehr für den Preis.
        Brot das heute gebacken ist, ist den ganzen Tag frisch und bei richitgen Bäckern werden sie auch nicht erleben, das dieser den ganzen Tag Brot oder Semmeln oder Brezen backt.

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  6. Beispiel Lidl:
    Da wird am Samstag nach Geschäftsschluss viel Obst und Gemüse, das bis Montag nicht mehr frisch bleibt, in den Abfallcontainer geworfen.

    Die Lidl-Angestellten würden das gerne mitnehmen und über das Wochenende verbrauchen.
    Lidl verbietet vor allem deshalb die Mitnahme durch die Angestellten, weil diese dann von Haus aus weniger Lebensmittel einkaufen, keinen Umsatz machen.

    Der Verlust durch weggeworfene Lebensmittel ist bei allen Verkaufsartikeln bereits eingepreist, wir zahlen also das Vernichten mit.

    Für mich persönlich ist das ein Grund, bei Lidl überhaupt nichts mehr zu kaufen.
    Schade, dass wenig bekannt ist, welche Läden dieses Wegwerfprinzip zum Gesetz für ihren Laden machen.

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  7. Das eigentliche Problem ist doch, dass schon mal viel zu viele Lebensmittel produziert werden. Diese Überproduktion wird auch noch staatlich subventioniert, damit auf dem Markt die Lebensmittel möglichst billig sind.

    Und je weniger wir Konsumenten für Lebensmittel ausgeben, desto mehr Geld haben wir für den ganzen sekundären Quatsch übrig (tolle elektronische Geräte, Autos, Kosmetika usw.).
    Und davon wiederum profitiert die Gesamtindustrie mit ihrer starken Lobby. Somit ist klar, dass letztlich jeder, der irgendetwas herstellt, Interesse an Lebensmittel-Überproduktion hat – mit der Folge, dass eben vieles auf dem Müll landet …

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