Es geht auch ohne Chemie

Tipps vom Landratsamt, wie man Ameisen im Garten loswird

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Dass es in einem Garten Ameisen gibt, ist nichts Neues und auch nicht verwunderlich. Doch viele Gartenbesitzer ärgern sich, wenn die Tiere überall auftauchen, in den Beeten, im Salat oder auf dem Obst – am Ende bis ins Haus. Was also tun? Die Chemiekeule rausholen? Bitte nicht, sagt Roman Pröll, Gartenfachberater im Landratsamt Rosenheim.

Im Gegensatz zu den Waldameisen sind die Ameisen im heimischen Garten zwar nicht geschützt, aber auch sie sind nützlich. Zum einen bringen sie viel organisches Material in den Boden. Sie sorgen für die Belüftung des Bodens und tragen Pflanzensamen von A nach B, so dass sich diese verbreiten können.

Was also tun?

Es gibt zwei Tricks, um ein Ameisenvolk umzusiedeln, sagt Roman Pröll.

Füllen Sie einen Tontopf mit Holzspänen, tun Sie Zucker, Marmelade oder Honig hinein und stellen den Tontopf auf einen Kreuzwegepunkt, den die Ameisen benutzen.

Die Ameisen werden in kürzester Zeit in den Tontopf umziehen. Anschließend kann man mit der Schaufel darunter fahren und das Ameisenvolk samt Tontopf komplett umsiedeln. In der Regel reichen etwa zehn Meter Abstand zum alten Nest und die Ameisen kehren nicht mehr dorthin zurück.

Das Ganze funktioniert auch, wenn man einen Tontopf mindestens zwölf Stunden in Wasser tränkt und ihn dann mit Zeitung und Honig, Zucker oder Marmelade befüllt.

Ameisen sind erstaunliche Tiere. Weltweit gibt es rund 10.000 verschieden Arten. Die Königinnen werden bis zu 25 Jahre alt, Arbeiterinnen schaffen circa sechs Jahre.

Fliegende Ameisen sind übrigens geschlechtsreife Tiere, die gerade auf Hochzeitsflug sind. Etwa ab Mai entwickeln sich die Flügel und dann geht es ab auf Partnersuche.

Nach der Paarung sterben die Männchen und die Weibchen verlieren ihre Flügel.

Und noch eine Zahl, die erstaunt: Die Biomasse der Ameisen auf der Erde entspricht der Biomasse der Menschen. Laut Wissenschaftlern sind dass 0,4 Milliarden Tonnen.

Da hätten die Ameisen und wir zumindest mal etwas gemeinsam!

Foto: pixabay

 

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