Erste Stellungnahme von Ludwig

„Nicht zu akzeptieren": Zu den möglichen Gebieten für eine atomare Endlagerung gehört die Eggstätter-Hemhofer-Seenplatte

image_pdfimage_print

Entsetzen herrscht über den heute veröffentlichten Zwischenbericht der Bundesgesellschaft für Endlagerung über mögliche Gebiete für eine atomare Endlagerung. So gehört etwa die Eggstätter-Hemhofer-Seenplatte zu einem möglichen Gebiet für den Atommüll – und zwar als grundsätzlich geeignet beurteilt! Eine erste Reaktion gibt es von der Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig am heutigen Montagnachmittag – mit diesem Wortlaut …

„Die Bayerische Staatsregierung hat bereits angekündigt, diesen Zwischenbericht kritisch zu prüfen. Das begrüße ich sehr, denn für eine kritische Überprüfung gibt es genug Anlass.

–       Nach diesem Zwischenbericht sind 54 Prozent des Bundesgebietes theoretisch geeignete Teilgebiete. Daran erkennt man, dass ein sehr großes Raster angelegt wurde.

–       Es handelt sich um einen Zwischenbericht, der Teilgebiete vorstellt. Das heißt, dass hier noch keine abschließende Beurteilung vonseiten der Bundesgesellschaft vorgenommen wurde.

Ich merke aber in aller Deutlichkeit an, dass ich große Zweifel an der Qualität des Zwischenberichts habe. Dass man ausgerechnet eines der ältesten Schutzgebiete in Bayern – so etwa die Eggstätter-Hemhofer-Seenplatte – als grundsätzlich geeignet beurteilt, kann ich nicht nachvollziehen und ist nicht akzeptabel.

Es ist deshalb richtig, dass die Bayerische Staatsregierung eine eigentliche wissenschaftliche Expertise angekündigt hat. Die Suche nach möglichen Endlagerstätten für radioaktive Abfälle darf keine Frage der Ideologie sein, sondern muss auf Erkenntnissen zu Geologie, Umwelt und Naturschutz beruhen.

Im Rahmen der Fachkonferenz Teilgebiete wird es nun die Möglichkeit geben, dass Bürgerinnen und Bürger, Vertreter der betroffenen Gebietskörperschaften und Vertreter gesellschaftlicher Organisationen sowie Wissenschaftler Stellungnahmen abgeben.

Wir sind alle aufgerufen, uns hier zu beteiligen und im Detail aufzeigen, warum ein solches Endlager bei uns nicht denkbar ist.

Letztendlich werden Bundestag und Bundesrat darüber entscheiden, welche Regionen in die übertägige Erkundung und somit in den nächsten Verfahrensschritt gehen.“

Daniela Ludwig, MdB Rosenheim

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren

17 Kommentare zu “Erste Stellungnahme von Ludwig

  1. Welche Partei hat die Atomkraft in Deutschland gleich wieder maßgeblich über Jahrzehnte hinweg aktiv gefördert? Ach ja genau, das war die Union aus CDU/CSU. Tja, Frau Ludwig, irgendwo muss der ganze Atommüll halt nun einmal hin. Aber natürlich nicht vor unserer Haustüre!!

    Antworten
  2. Kaum ein Bundesland hat so von der Kernkraft „profitiert“ und sie so sehr propagiert wie Bayern. Allen vernünftigen Menschen war es schon immer klar, dass es keine gute Idee sein kann, eine Technik auszubauen, bei der von Anfang an nicht klar war, wo die damit verbundenen Abfälle hin sollen, noch dazu, wo das ein Millionen Jahre strahlender Abfall sein würde. Jetzt gleich mal zu sagen „aber nicht nach Bayern“ ist wirklich der Hohn schlechthin. Eine gute und allgemeinverträgliche Lösung zu finden, wird eine Herkulesaufgabe – noch dazu sind die, die uns das eingebrockt haben, in der Mehrzahl schon tot. Ich fürchte, das wird ein neues Stuttgart 21….

    Antworten
    1. Volle Zustimmung!!!!!

      Antworten
  3. Egal wie es kommt, es wird hoffentlich eine wissenschaftliche Entscheidung und keine Politische, so wie in den 70gern.
    Man sieht ja was dabei rauskommt, wenn CDU/CSU sich um das Thema Atommüllentsorgung kümmert!!
    … und was macht eigentlich die “Quotenfrau” aus dem Resort “Drogen” hier in diesem Themenbereich?
    Wenn jedes Bundesland sofort wie Bayern an dieser Stelle sog “mia ned” is dann fraglich wer den Dreck dann griagt.

    Antworten
  4. Das nächste und auch “Worst Case Szenario” wäre ja dann aktuell die Entsorgung der Rotorblätter von den Windkraftanlagen…Sondermüll….auch ein grosses Problem….
    Ach ja…..demnächst in Ihrem Kino…Wo werden wir den ganzen Sondermüll der E-Fahrzeuge entsorgen….????

    Antworten
  5. “Die Suche nach möglichen Endlagerstätten für radioaktive Abfälle darf keine Frage der Ideologie sein, sondern muss auf Erkenntnissen zu Geologie, Umwelt und Naturschutz beruhen.”
    Soweit ich den veröffentlichten Zwischenbericht verstanden habe, macht er genau das: Er beruht frei von ideologischen oder politischen Prämissen rein auf geologischen Erkenntnissen. Dass im weiteren Verlauf der Suche nach einem Endlager auch Naturschutz usw. eine Rolle spielen wird, steht eigentlich außer Frage – Teile von Berlin kommen geologisch gesehen ja auch infrage, und trotzdem wird dort sicher keiner ein Endlager hinstellen. Deswegen ja auch die Formulierung “theoretisch geeignete Gebiete”.
    Aber “Hauptsach, was gredt”, wie mein Kollege immer sagt.

    Antworten
  6. Ja, ……die ich rief, die Geister…
    J.W. von Goethe hat solche Situationen in dem Gedicht „ der Zauberlehrling „ umfangreich beschrieben.
    Es verfolgt uns halt nun das Erbe der Energiepolitik der 70er Jahre.
    ( von der wir übrigens lange profitiert haben)
    Dass man jetzt den sprichwörtlichen Schwarzen Peter weitergeben will, wundert mich nicht wirklich!
    Das nennt man Florians-Prinzip.

    Antworten
  7. (…) Der alte Adenauer hat einmal gesagt “Was schert mich mein Geschwätz von gestern, aber nichts hält mich davon ab weiser zu werden!”
    Frau Ludwig repräsentiert in diesem Zusammenhang die Klasse auf die ersteres zutrifft!

    Antworten
  8. Thia liebe Frau Ludwig, jetzt sind sie da, die Geister die ich rief.
    Genau Ihre politischen Vorfahren waren die großen Befürworter einer so unbeherrschbaren Energieform und die nächsten zig Generation müssen damit fertig werden. Aber jetzt von vornherein zu sagen, Bayern kommt als Endlager nicht in Frage, ist derart arrogant und unverhältnismäßig, daß sich der Rest der Republik, für die Sie auch im Bundestag sitzen schlichtweg angesch…… fühlen müssen. Jeder politisch Verantwortliche pro Atomkraft vergräbt einen Minicastor in seinem Garten und die Strahlung verteilt sich dann gleichmäßig. Ist ja die sauberste und billigste Energie, hat es in den Siebtziger Jahren geheißen. Wo liegt da daß Problem? ( Ironie inclusive)

    Lorenz Huber

    Antworten
  9. Tja, Wir haben uns diese Teufelei, ja alle miteinander, selbst eingebrockt!
    da wird geschriehen, Atomkraft nein Danke, alternative Energie muss her!!
    Ja woher denn??? Wasserkraftwerke, wenn gebaut werden, schreien alle wieder, Naturverschandelung und Umweltkaputtmacher!
    Solar und Windkraft, das selbe Geschrei!
    Wir brauchen immer mehr Energie, weil immer mehr Menschen! und Windkraft und Solarenergie, oder sonstiges, bringt nicht mal nen Bruchteil, der Leistung, die wir verbrauchen!
    Sollten wir nur noch von Solar oder Windkraft, leben wollen, hätten wir selbst keinen Platz mehr zum Leben, weil alles mit Solarpanelen und Windrädern verbaut werden müsste 🙂
    so ist es, und so wird es die nächsten hunder jahr a bleim!

    Antworten
  10. Sehr geehrter Herr Huber,
    ich kann aus dem Artikel nicht entnehmen, dass sich Frau Ludwig generelle gegen das Bundesland Bayern als mögliches Lager ausgesprochen hat. Ich denke vielmehr, dass es dabei um den Standort Eggstätter Seenplatte geht.
    Frau Ludwig ist ja MdL Rosenheim und nicht MdL Bayern.
    Ich bin auch der Meinung, dass das Zeug keiner haben will, aber irgendwo muss es ja hin.
    Auf ihre Reaktion wäre ich gespannt gewesen, wenn Frau Ludwig so reagiert hätte : her damit in den Landkreis Rosenheim, wir nehmen den Atommüll schon.

    Antworten
  11. Servus

    Zum Atommüll.
    Ja es gibt die Technologie des Brutreaktors bzw Schnellen Brüters. Die wurde auch bereits getestet, u.A. In Frankreich, aber bewährt hat sie sich nicht.
    Russland scheint zwei am Laufen zu haben, um altes Kernwaffenmaterial zu verwerten, aber mehr auch nicht. Scheint also auch nicht das Wahre zu sein.

    Es wurde öfters die Frage gestellt, wo unser Strom herkommen soll.
    Das Potenzial der Wasserkraft ist in Deutschland weitestgehend ausgeschöpft.
    Windkraft sollte noch gut ausgebaut werden. Mich persönlich stören die Anlagen bei Schnaitsee nicht. Da hab ich mich daran gewöhnt.
    Großes Potenzial gibt es noch in der Photovoltaik. Diese hat übrigens nach ca 1,5 Jahren die Energie, welche zur Herstellung benötigt wurde wieder herinnen.
    Es gibt bei der PV auch keinen großen Flächenverbrauch, wie gerne behauptet wird. Unter Freiflächenanlagen kann Tierhaltung betrieben werden. Wenn nicht, ist es eine prima Biotop.
    Andere Konzepte gehen dahin, das die Anlagen in 6m Höhe gestellt wird und darunter Ackerwirdschaft betrieben wird, was bei einigen Pflanzen z.B. Kartoffeln zu einer höheren Ernte führt. Das nennt sich Agrovolaik.

    Zusätzlich muss das Europäische Verbundnetz ausgebaut werden.
    Wir importieren aktuell auch einen Großteil unserer Energie in Form von Kohle, Gas und Öl. Insofern würde es nicht viel verändern, wenn der Europäische Stromhandel stärker ausgebaut werden würde.

    Bis 2037 laffd no vui Wossa an Inn obe.

    Also bitte keine Panik. Vor 17 Jahren war auch nicht zu denken, das heutzutage annähernd 50% des Stroms aus Erneuerbaren Energieen stammt.

    Grüße Benjamin

    Antworten
  12. Sehr geehrte(er) Achso,
    Zur Info: Frau Ludwig ist MdB und nicht MdL.

    Antworten
  13. Wos damma jetz’ ?
    Auf Mond und Mars kemmas Glump a ned schiassn – do meng ma ja hi auswandern, wenn ma de Welt rampuniert ham …
    .

    Antworten
    1. oiso, i hätt den Vorschlag, einen Deal mit Trump zu machaa! Area 51 oder die Bikini Inseln, denn die Klagen schon seit 50 Jahren wegen der Verseuchung , ohne Erfolg gegen die USA! Oisoo, kimmts auf de paar milliona tonnen a nimma drauf Ohh 🙂

      Antworten
  14. Ich finde es unter anderem “irre” wie mit Steuergeldern in Deutschland umgegangen wird.
    1) Der Bund finanziert eine Studie zur Standortsuche der Endlagerung
    2) Bayern mache wieder eine eigene (Gegen-)Studie
    das zahlen alles wir! Damit wir den anderen Deutschen sagen “so nicht”. Das wenn alle Bundesländer so machen, dann Servus…..koste es was es wolle……

    Antworten
  15. Über die Hälfte des Atmmülls stammt aus radiologischen Praxen, durch Röntgen, Ct, MRT, Strahlenbehandlung usw. Das wird uns weiterhin bleiben,
    oder soll das auch abgeschafft werden?

    Antworten