Erste Hilfe in Corona-Zeiten

Das sagen die Wasserburger Johanniter: Nach dem Notruf ununterbrochen Herzdruckmassage

image_pdfimage_print

Auch während der Corona-Pandemie sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten. Einen Notruf abzusetzen, das ist das Minimum. In Corona-Zeiten sind viele Menschen aber sehr besorgt um ihre eigene Gesundheit und wollen sich selbst schützen. Wie kann man nun in einem Notfall helfen, ohne sich selbst unnötig zu gefährden und eine Ansteckung mit Covid-19 zu riskieren? Das sagen die Johanniter in Wasserburg …

„Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten“, sagt Thomas Fuchs, Ausbildungsleiter der Johanniter in Wasserburg. Einen Notruf abzusetzen, ist das Minimum im Notfall. Das gilt genauso während der Corona-Pandemie. „Ersthelfer sollten dabei jedoch immer auf den Eigenschutz achten und sich selbst nicht in Gefahr begeben.“

Ist die betroffene Person an COVID-19 erkrankt oder der Ersthelfer ist sich unsicher, kann aktuell auf die Beatmung verzichtet werden. Fuchs erklärt: „Sie setzen den Notruf ab und führen anschließend ununterbrochen die Herzdruckmassage durch.“

Gleichzeitig könne das Gesicht des Betroffenen mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück locker abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren. In öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen müssen ohnehin Mund und Nase bedeckt sein.

Laut der Arbeitsgemeinschaft der Notärzte treten mehr als 60 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände zuhause auf. In vielen Fällen sind die Ersthelfer also Familienmitglieder oder andere nahestehende Personen, die das Risiko einer möglichen Ansteckung in der Regel besser einschätzen können als eine fremde Person. „Wenn möglich, sollten Sie, neben der Herzdruckmassage, auch die Atemspende geben“, so Fuchs weiter.

Falls der Ersthelfer selbst zu einer Risikogruppe gehört, können andere Personen ermuntert werden, Erste Hilfe zu leisten. „Ist niemand in der Nähe, versuchen Sie, so gut es geht und mit angemessenen Sicherheitsabstand zu helfen“, so Fuchs. Ein Notruf sollte in jedem Fall abgesetzt werden.

Wer sein Wissen zu Erster Hilfe auffrischen möchte, kann das bei der Johanniter-Unfall-Hilfe online unter www.johanniter.de/corona-erste-hilfe.

Hier finden Sie alle wichtigen Infos rund um Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie Videos zu verschiedenen Erste-Hilfe-Themen.

Über die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit rund 25.000 Beschäftigten, mehr als 40.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und 1,2 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft.

Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland.

Foto: Johanniter/Frank Schemann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren