Erschütternde Zahlen

Fast 1000 Corona-Todesfälle an einem Tag in Deutschland - Blick auf den Landkreis und die Intensiv-Stationen

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Die Zahlen am heutigen Mittwochmorgen – dem ersten Tag im Komplett-Lockdown – schockieren bundesweit: Bei der Zahl der täglich verzeichneten Todesopfer der Corona-Pandemie in Deutschland ist ein neuer, trauriger Höchststand erreicht worden. Wie das Robert-Koch-Institut am Morgen mitteilt, wurden binnen 24 Stunden 952 Sterbefälle verzeichnet! Damit wurde der bisherige Höchststand von 598 Todesfällen, der am vergangenen Freitag registriert worden war, in einen dunklen, erschütternden Schatten gestellt. Auch im Landkreis Rosenheim gibt es vier weitere Todesfälle innerhalb eines Tages – 264 Verstorbene beklagt das Kreisgebiet nun schon. Der Inzidenzwert liegt bei 212,4. Die aktuellen Situationen auf den Intensiv-Stationen in den Kliniken …

Verschärft hat sich auch die Situation auf den Intensiv-Stationen im Landkreis Rosenheim – siehe Grafik oben. Stand am heutigen Mittwoch – 5.19 Uhr.

Noch sieben Betten sind frei. Jeder fünfte Patient dort ist ein Corona-Patient aktuell. Von 14 schweren Verläufen müssen zwölf invasiv beatmet werden.

Die Stadt Rosenheim liegt heute zwar erstmals wieder unter der 200 – bei 196,7 Fällen im Inzidenzwert – aber auch die Stadt hat wieder einen weiteren Corona-Todesfall zu beklagen – den 28.

Alarmstufe dunkelrot herrscht im Nachbar-Landkreis Erding – hier liegt der Inzidenzwert heute bei steigenden 353,2 Fällen …

Erding

Anteil der COVID-19 PatientInnen an der Gesamtzahl der Intensivbetten: 26.32%
Betten frei: 5
Betten belegt: 14
Betten gesamt: 19
COVID-19 Fälle aktuell in intensivmedizinischer Behandlung: 5
davon invasiv beatmet: 3

… und im Landkreis Mühldorf, wo kein Intensivbett aktuell mehr frei ist:

Mühldorf a.Inn

Anteil der COVID-19 PatientInnen an der Gesamtzahl der Intensivbetten: 56.25%
Betten frei: 0
Betten belegt: 16
Betten gesamt: 16
COVID-19 Fälle aktuell in intensivmedizinischer Behandlung: 9
davon invasiv beatmet: 4

Traunstein

Anteil der COVID-19 PatientInnen an der Gesamtzahl der Intensivbetten: 36.59%
Betten frei: 6
Betten belegt: 35
Betten gesamt: 41
COVID-19 Fälle aktuell in intensivmedizinischer Behandlung: 15
davon invasiv beatmet: 10

Der Landkreis Ebersberg rutschte auf erhöhte 257,6 Fälle im Inzidenzwert.

Ebersberg

Anteil der COVID-19 PatientInnen an der Gesamtzahl der Intensivbetten: 25%
Betten frei: 3
Betten belegt: 13
Betten gesamt: 16
COVID-19 Fälle aktuell in intensivmedizinischer Behandlung: 4
davon invasiv beatmet: 3

Miesbach

Anteil der COVID-19 PatientInnen an der Gesamtzahl der Intensivbetten: 11.54%
Betten frei: 7
Betten belegt: 19
Betten gesamt: 26
COVID-19 Fälle aktuell in intensivmedizinischer Behandlung: 3
davon invasiv beatmet: 3

Quellen RKI und DIVI

 

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6 Kommentare zu “Erschütternde Zahlen

  1. Vllt weiß das ja jemand: Warum gibt es einen so großen Unterschied bei der Anzahl der Intensivbetten?

    Im Lk MÜ zB kommen 7300 Einwohner auf ein I-Bett, im Lk RO sind es 3800, in TS 4150 und in EBE sogar 8100.

    Warum gibt es da keine einheitliche Regelung?

    Antworten
  2. Es gibt keine einheitliche Regelung, weil alles privatisiert wird und dem Staat, Bund, den Ländern, dem Landkreis das egal ist, weil staatliche Krankenhäuser nur Geld kosten.

    Und das Problem sind nicht nicht die Anzahl an Coronapatienten im Krankenhaus, sondern die mangelnde Zahl an Betten, die zur Verfügung stehen.

    Das hat wieder mit Geld zu tun.
    Intensivbetten sind im Unterhalt teurer als normale Betten und natürlich auch schwieriger zu belegen.

    Und dieses Problem besteht schon seit Jahren – nicht erst seit Corona und

    Söder sagt ja immer, die Krankenhäuser sind überfüllt, aber nicht, weil so viele Coronapatienten da sind, sondern weil zu wenig Betten da sind und natürlich auch am Personal gespart wird

    … die nicht nur an Weihnachten unermüdlich arbeiten, lieber Herr Söder, sondern jeden Tag und das für einen Hungerlohn.

    Antworten
  3. @Krankenpgleger, ich finde ihre Darstellung zwar nicht falsch. Aber auch nicht ganz richtig.

    Natürlich leisten Krankenpfleger/innen Einiges. Immer, und gerade jetzt. Und natürlich müssen die Bedingungen besser werden. Das möchte ich NICHT schmälern!! Es ist ein verantwortungsvoller Job, man benötigt viel Wissen und das sollte entsprechend belohnt werden. Fakt!!

    Aber mit Verlaub, ein “Hungerlohn” ist definitiv etwas Anderes! Schonmal ihr Bruttogehalt (ohne Zuschläge) mit dem eines Handwerkergesellens, Kinderpfleger oder einer Arzthelferin verglichen? Das ist dann gar nicht mal sooo schlecht. Noch dazu wenn man sich die vielfältigen Weiterbildungsmöglichkeiten und Chancen anschaut.

    Dann: es stimmt natürlich dass das Gesundheitssystem reformiert werden muss und die Privatisierung ein Fehler ist. Aber auch hier muss man schon differenziert hinschauen:
    Wir haben NICHT zu wenig Intensivbetten, mal von der Pandemie abgesehen. Wir haben zu wenig Fachpersonal (deshalb siehe oben, der Beruf muss attraktiver belohnt werden). Wir haben mindestens Europaweit sogar weit am meisten Intensivbetten. Und klar ist auch dass der Staat im Normalzustand nicht unendlich Ressourcen finanzieren kann.
    Aber jetzt ist halt nicht Normalfall sondern Pandemie. Und bei allem was man sicher zurecht der Politik zurecht vorwerfen kann: die Betten werden knapp und wenn wir nicht alle mitmachen haben wir bald alle ein Problem. Und dafür kann jetzt unmittelbar auch die Politik nichts!!

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    1. Ja, genau, dass hatte ich mir auch schon überlegt. Wieviel Intensivbetten plus Personal kann eine Klinik vorhalten. Die Intensivbetten werden kaum zusammengelegt in der Rumpelkammer gelagert werden können, geschweige den das Personal das selbige bedienen kann. Ein Intensivbett muß auch sicher regelmäßig überprüft und gewartet werden. Ich stelle mir das nicht so einfach vor.
      Es gibt viele wichtige Berufe, die zu wenig entlohnt werden, nicht mur Krankenpfleger. Und es gibt eine Menge Menschen, die weit mehr an Entlohnung erhalten als irgendwie gerechtfertigt werden kann. Diese Diskrepanz könnte man langsam aber stetig in Angriff nehmen. Ich glaube dass geschieht auch schon. Allein durch das Ankommen im Bewusstsein von immer mehr Bürgern. Und zur Privatisierung. In meiner Jugend hieß es allerorts: ” Die faulen Beamten und Staatsangestellten die tun doch eh den ganzen Tag nichts!” Dieses Geschrei war derart laut und vernehmlich, dass die Politik reagiert hat – was ja ihre Aufgabe ist als Volksvertreter. Und jetzt schreit jeder: “Wie kann man nur *** privatisieren! Die arbeiten nur in die eigenen Tasche!” Mir kommt das ein wenig so vor, wie wenn man dem Kindchen drei Kugeln Schokoeis kauft um das Gejammere abzustellen. Und dann hat man Gejammere wegen Bauchschmerzen.

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  4. Wir haben zu wenig freie Intensivbetten weil die Corona kranken ON TOP zu den anderen Patienten kommen. Und weil ein beatmungspflichtiger Patient dieses Bett und die Behandlung unter Umständen wochenlang BENÖTIGT! Ich kann mich nicht erinnern dass es irgendwann mal Meldungen außerhalb Corona gab welche ein ähnliches Problem beschrieben haben…?!

    Das kann man sich nicht schön reden.

    Deshalb einfach Mitmachen und Mitdenken (NICHT QUER/KARIERT/IM KREIS DENKEN)

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  5. @krankenpflegerin + arzthelferin
    Vielen Dank für die Info.
    Mit den ganzen Privatisierungen macht man sich auch auf anderen Gebieten keinen Gefallen.

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