Erinnerung an eine dunkle Zeit

Vor 80 Jahren begannen die Deportationen: Stiftung Attl gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

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Auf eine offizielle Gedenkfeier am Volkstrauertag hat die Stiftung Attl heuer coronabedingt verzichtet. Stattdessen gedachten die Vorstände Jonas Glonnegger und Franz Hartl am Mahnmal für die Attler Opfer des Nationalsozialismus zusammen mit dem Seelsorgebeauftragten Hans Wenisch und Thomas Witzkowski als Vertreter der Attler Bewohner im Pfarrgemeinderat aller Verstorbenen der Einrichtung.

Besonders erinnerte Jonas Glonnegger an die Menschen, die zwischen 1940 und 1945 ermordet worden sind. Im September 1940 begannen die erste große Deportation, bei der die meisten der insgesamt etwa 230 Attler Bewohner in den Tod fuhren. Die meisten kamen im Konzentrationslager Hartheim bei Linz ums Leben.

„Wir als Mitarbeiter der Stiftung Attl haben uns für eine Arbeit mit und für Menschen mit Beeinträchtigung entschieden“, sagte Jonas Glonnegger in seiner Rede. „Ihre gesellschaftliche Akzeptanz hat für uns eine große Bedeutung. Die Erinnerung an alle gewaltsam getöteten Menschen, die in der Stiftung Attl gelebt und gearbeitet haben, ist uns ein wichtiges Anliegen.“ Solche Auswüchse menschlichen Irrglaubens, die unter der Zeit des Nationalsozialismus zu millionenfachen Morden geführt haben, dürften in unserer Gesellschaft niemals wieder Raum finden, forderte Glonnegger. Folgende Thesen setzte er den Greueltaten entgegen: „Menschen mit Beeinträchtigung gehören zu uns und wir zu Ihnen. Sie sind lebendige Glieder unserer Gesellschaft. Menschen mit Beeinträchtigung haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Menschen mit Beeinträchtigung haben wichtige und notwendige Funktionen im Gefüge und Zusammenwirken aller zu erfüllen. Ausdrücklich schließen wir auch diejenigen in unsere Lebensgemeinschaft ein, die zu keiner Arbeitsleistung fähig sind. Auch sie gehören zu uns und wir zu ihnen.”

Mit einem Gebet beendete Franz Hartl die kleine Gedenkfeier.

 

Thomas Witzkowski legte eine Schale nieder, anschließend sprach er die Fürbitten.

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