„Ergebnis ist erschreckend schlecht“

Neuer Leiter der Stadtwerke präsentiert bei Haushaltssitzung Wirtschaftsplan

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1,5 Millionen Miese beim Badria, 855.000 Minus insgesamt – Marius Regler, der neue Leiter der Stadtwerke Wasserburg, hatte es gestern bei der Haushaltssitzung des Wasserburger Stadtrates (wir berichteten) nicht leicht, den Wirtschaftsplan für seinen Betrieb für 2018 zu präsentieren. In einer Sitzung Anfang März soll jetzt eine neu Strategie für die Stadtwerke erarbeitet werden, um von den schlechten Zahlen weg zu kommen. Über einen Fünf-Jahresplan wird nachgedacht.

Regler: „Diese Horrorzahlen dürfen auf Dauer nicht so bleiben. Wir arbeiten daran, es ist aber ein harter Kampf.“

Dabei sieht es in einigen Bereichen der Stadtwerke gar nicht so schlecht aus. „Keine besonderen Vorkommnisse“, meldet Regler beispielsweise in Sachen E-Werk, bei dem weiterhin Gewinne erwirtschaftet werden. Und auch der Kundenzuspruch ist durchaus positiv. „Wir haben seit der Liberalisierung des Strommarktes 607 Kunden verloren und dafür 940 gewonnen. Und das ohne große Vertriebsmannschaft. Das macht bei uns ein Ruheständler – und das wirklich super!“ Man sei mit den Produkten beim E-Werk gut aufgestellt. Und auch das Wasserwerk laufe absolut stabil.

Sorgenkind ist und bleibt das Badria, das 2017 satte 1,3 Millionen Euro an Minus zu verbuchen hatte und das auch im kommenden Jahr durch weitere Investitionen hart gebeutelt wird. „Und das, obwohl wir bei den Besucherzahlen einen Zuwachs erwarten. Vor allem bei der Sauna. Alles, was wir da jetzt neu gestaltet haben, wird sehr gelobt. Wir bekommen kaum negative Kritik“, so Regler.

Dennoch sei das Badria weiterhin dafür verantwortlich, dass das Gesamtergebnis „erschreckend schlecht“ ist und man für das kommende Jahr mit einem Verlust von 855.000 Euro rechne. Regler: „Das darf nicht auf immer und ewig so bleiben. Es wird Gegenmaßnahmen geben.“

Als erstes werde man einen Fünfjahresplan aufstellen, damit man nicht immer nur von Jahr zu Jahr plane. Der Stadtwerke-Leiter: „Da brauchen wir aber zusammen mit dem Werkausschuss noch ein bisserl Zeit.“ Auf jeden Fall seien weitere Sanierungsmaßnahmen nötig. Zum Beispiel beim Außenbecken und beim Dach.

Marius Regler bereitete die Mitglieder des Stadtrates darauf vor, dass eventuell in Zukunft auch heilige Kühe geschlachtet werden müssten. Es geht unter anderem um die Eintrittsgebühren. „Bei den 1,5 Millionen an Minus bezuschussen wir jeden Gast – und 80 Prozent davon kommen nicht mal aus der Stadt – mit 6,12 Euro. Würde jeder Gast diese sechs Euro mehr bezahlen, wäre das Badria kostentragend.  Der Leiter der Stadtwerke: „Ähnliche Preise sind bei vergleichbaren Bädern die Regel.“

Insgesamt seien die Stadtwerke schlank aufgestellt. „Sie sind kein Sanierungsfall und wir haben auch nicht zu viel Personal. Aber wir müssen ernsthaft über Änderungen nachdenken, auch über Optimierungen im Badebetrieb des Badria. Vielleicht müssen wir sogar über kleine Rückbauten diskutieren. Brauchen wir sein so großes Außenbecken? Und wir können uns sicher keinen Schnickschnack wie einen Fünf-Meter-Sprungturm mehr leisten.“

Über die Ergebnisse der Strategietagung am 8.März will Regler den Stadtrat zeitnah informieren. Er bekam für seinen Vortrag Applaus und die Stadträte segneten den Wirtschaftsplan ab.

Alle Fraktionen nahmen zu den Ausführungen Stellung. Der Stadtrat genehmigte ohne Gegenstimmen den Wirtschaftsplan. Von allen Rednern wurde ausdrücklich Gitti Lex gelobt, die nach dem Ausscheiden des alten Leiters der Stadtwerke, Gerd Selig, die Übergangszeit vorbildlich und mit herausragendem Engagement über die Bühne gebracht habe.

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13 Gedanken zu „„Ergebnis ist erschreckend schlecht“

  1. „Aber wir müssen ernsthaft über Änderungen nachdenken, auch über Optimierungen im Badebetrieb des Badria. Vielleicht müssen wir sogar über kleine Rückbauten diskutieren.“ Was soll denn da beispielsweise zurückgebaut werden? Die Saunalandschaft ist ja in den letzten Jahren immer weiter gewachsen und das war längst nicht unumstritten in den Stadtratssitzungen.

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  2. Bei 6€ mehr vielleicht noch bei Kurzbadezeit, werden halt noch weniger hingehen, man könnte ja auch gleich die Familienkarte streichen, oder um ein Kind reduzieren 😉

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  3. Das Defizit des Badrias ist – solange ich denken kann – immer ein Thema gewesen. Ein wichtiger Punkt dabei war stets, dass durch die bauliche Verbindung die Kosten von Bad und Halle nicht voneinander getrennt werden können. Die Halle ist aber, da sie für Schul- und Vereinssport genutzt wird, zwangsläufig defizitär. Berücksichtigt das Herr Regler?

    Sicher nicht erklären müssen wir ihm, dass „Rückbauten“ (gemeint sind wohl verkürzte Öffnungszeiten), der Verzicht auf „Schnickschnack“ (was auch immer damit gemeint ist. Saunaerweiterungen? Bällebad? Ruhezone?) und Preissteigerungen die Attraktivität beeinträchtigen und damit die Besucherzahlen empfindlich reduzieren können. Das Ergebnis wäre dann auch nicht besser.

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    1. Herr Regler meinte bei den Rückbauten das große Freibecken das in den nächsten Jahren saniert werden muß. Etwas kleiner gings auch, würde aber die Betriebskosten senken.Und bitte nicht gleich wieder alles schlechtreden.Unser Badria ist super!

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  4. Manfred Braun

    Ich würde es sehr begrüßen, wenn das Badria den stark defizitären Wellness-Kurs, der wohl ohnehin nicht so stark angenommen wird wie erhofft, aufgibt und (wieder) zu einem Sport- und Freizeitbad in Reinkultur wird. Ich brauche keine Wellness-Oase in meiner Heimatstadt, sondern ein Schwimmbad, in dem ich in Laufnähe etwas für meine Gesundheit tun kann. Was aber leider aufgrund der Dauerauslastung (u. a. auch durch Schulklassen) immer schwieriger wird. Mit Thermenstandorten wird Wasserburg ohnehin nie mithalten können. Zu was auch? Wenn aber das Badria für Sportschwimmer noch teurer werden sollte als bisher, hat sich das für mich leider erledigt.

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  5. Ich frage mich schon seit Jahren warum eine Stadt wie Wasserburg kein normales, einfaches Schwimmbad für Schwimmer besitzt. Knapp 6€ für 2 Stunden ist einfach viel, wenn man 2-3 mal die Woche nur trainieren möchte.
    Irgendwie braucht man sich nicht wundern, warum immer weniger Kinder in der Grundschule schwimmen können bei solchen Preisen.

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    1. Die Stadt besitzt sogar ein „normales, einfaches Schwimmbad für Schwimmer“ zusätzlich: das Schulschwimmbecken in Reitmehring hat zweimal die Woche für die Allgemeinheit geöffnet (jeweils Montag und Mittwoch von 16:30 bis 18:00 Uhr). Quelle & Eintrittspreise hier: http://www.wasserburg.de/de/tourismus-freizeit/aktiv-natur/badeseen/

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      1. Tiefseetaucher

        @ innleitn Reitmehring ist ein Lern -Becken für Kinder aber doch aufgrund seiner Länge nicht zum Schwimmen geeignet.

        Zum Artikel : 6 euro Aufpreis, so zahlt ein Kind statt 3,80 dann 9,80 für zwei Stunden und ein Erwachsener nach Preiserhöhung 11,70 . Und das soll vergleichbar sein ? Prinavera 2 Stunden 5 Euro für Kinder bis 17 Jahre und als Erwachsener 9.50.

        Ich war heute im Badria , vor dem öffentlichen Dampfbad fällt der Putz von der Wand und es sieht sehr feucht aus , also schon diese einfachen hygienischen Dinge müssten renoviert werden.

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        1. Mein Beitrag war eine Antwort auf die Schwimmerin, die meinte, dass man sich nicht wundern müsse, wenn angesichts der Preise im Badria immer weniger Kinder schwimmen könnten. Ich denke doch, dass auch und gerade ein Schulschwimmbecken hier eine Alternative sein kann. Für sportliche Bahnenschwimmer ist es natürlich nicht unbedingt das Richtige. Die waren aber auch nicht das Thema.
          Zum Artikel: die Aussage des Werkleiters würde ich jetzt nicht zwingend so verstehen, dass einfach stur jeder Preis um 6 Euro angehoben wird. 9,80 Euro für 2 Stunden bei Kindern wären natürlich jenseits von gut und böse. Ich glaube aber, dass es eher um eine Reduzierung des Defizits gehen wird, als um ein komplett kostentragendes Bad (was bei öffentlichen Bädern wohl sowieso ein Novum wäre).

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  6. Edeltraud Wehnl

    Also ich finde man könnte die Saunapreise ruhig etwas anheben. 11,20 für 4 Std. oder 14,40 für den ganzen Tag ist echt zu billig. Zumal das Schwimmbad ja in diesem Preis auch enthalten ist. Im Vergleich dazu ist der Preis für die kurze Schwimmzeit zu teuer.
    Nur Mut die Anzahl der Saunagäste wird schon nicht einbrechen woanders ist es teurer.

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  7. Ich finde das Badria gerade für eine Familie mit Kindern sehr schön. Die Rutschen, der Gaudibrunnen und die neugestatelte Anlage für die Kleinen draußen.
    Unseren beiden Kindern gefällt es sehr gut.
    Wenn es ein reines Schwimmbad nur für Schwimmer wäre, wüsste ich grad nicht wo man als Familie in der Nähe hinfahren könnte.

    Die Preise für ein Tagesticket, für eine Familie mit 2 Kindern, für 31,70 finde ich persönlich total in Ordnung.
    Für die Therme in Erding (die natürlich größer usw. ist) müssten wir als Familie mit 2 Kindern 132 Euro zahlen.

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    1. Also das Badria mit der Erdinger Therme zu vergleichen ist wie wenn man einen Twingo mit einer S-Klasse vergleicht.

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    2. Also in Trostberg zahle ich für den ganzen Tag 10,00 Euro. 2 Erwachsene und 2 Kinder! Das ist im Sommer eine günstige Alternative! Eher schlecht fürs Badria, aber für einen kleinen Geldbeutel ideal!

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