Er war Motor und Motivation!

Attl: Berührende Verabschiedung von Sonderschulrektor Helmut Hammerbacher

image_pdfimage_print

Die symbolische Amtsübergabe an Karin Erhardt: Nach 35 Jahren in der Stiftung Attl wurde Helmut Hammerbacher als Leiter des Unternehmensbereich Lernen und Rektor der Makarius-Wiedemann-Schule nun in den Ruhestand verabschiedet. Seine Aufgabe hat er bis heute immer mit Herzblut gefüllt, betonte Stiftungsvorstand Franz Hartl in seiner Eingangsrede. Es war ein Abschied, wie er herzlicher und ergreifender nicht hätte sein können. 

Leicht ist der Festakt dem 65-Jährigen nicht gefallen. Und wie er immer wieder betonte, gehe er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Wie kaum ein anderer hat Helmut Hammerbacher die Philosophie der Stiftung Attl mitgeprägt und mitgestaltet. Nicht zuletzt deswegen wurde er in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung auch als die Personifizierung des Attler Geists bezeichnet.

Er selbst übergab symbolisch in Form eines Dirigentenstabs nun seine Ämter in die Hände der bisherigen Konrektorin am Förderzentrum, Karin Erhardt. Damit ging auch bezüglich seiner Nachfolge ein langer Wunsch des scheidenden Rektors in Erfüllung.

Regierungsschuldirektorin Martina Löschberger überreichte im Namen des Freistaates Bayern die offizielle Ruhestandsurkunde und ließ Hammerbachers Vita noch einmal Revue passieren.

Geboren 1953 in Hersbruck kam der gebürtige Franke und Protestant schon 1983 in die Stiftung Attl, nachdem er dort bereits ein Jahr zuvor im Vorbereitungsdienst seiner Lehramtsausbildung für Sonderpädagogik tätig gewesen war. Nach einer langen Konrektorenzeit wurde er 2008 Rektor am Förderzentrum mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung.

In diesen letzten zehn Jahren hat er keinen Tag gefehlt. „Schulleiter in Attl zu sein, das ist eine besondere Aufgabe an einem besonderen Ort“, meinte Martina Löschberger in ihrer Dankesrede.

„Helmut Hammerbacher hat sich über seine Rektoren-Aufgaben als Unternehmens-Bereichsleiter hinaus mit Leidenschaft, Humor und Engagement mit der Entwicklung der Stiftung Attl beschäftigt und seine Erfahrungen und Ideen eingebracht“, würdigte ihn Stiftungsvorstand Jonas Glonnegger in seiner Laudatio.

„Es war und ist ihm wichtig, dem Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und verbindlich zu sein. Das Wohl der Schülerinnen und Schüler war immer Motor und Motivation seines beruflichen Schaffens.“

Von Amtsnachfolgerin Karin Erhardt gab es dann auch noch ein Abschlusszeugnis, wie es sonst nur die Schüler der Berufsschulstufe erhalten. Darin brachte sie in humoristischer Art und Weise die liebgewonnenen Qualitäten ihres Vorgängers zum Vortrag.

„Schulverweigerer spürte er in fast detektivischer Art und Weise auf, um dann psychologisch auf sie einwirken zu können“, hieß es da unter anderem, „um am Ende doch aufgeben zu müssen“. Als großen Menschenfreund, frei von jedem Stammesdünkel beschrieb sie ihren langjährigen Chef und Vorgänger.

 

Gewürdigt wurde Helmut Hammerbacher aber auch von Margot Niedermeier und Irene Oberst als Vertreterinnen des Elternbeirats sowie von den Schülersprecherinnen Celine Deschl und Veronika Kranich (unser Foto), die beide heuer die Berufsschulstufe beenden werden. „Helmut, jetzt werden wir beide gemeinsam ausgeschult“, meinte Veronika am Ende ihrer Ansprache.

Bewegend waren auch die Einlagen der Akrobatik-Gruppe und des Schulchors, der „Jetzt sagen wir auf Wiederseh’n, wir wollen keine Tränen seh’n“ sang.

Und unter den Klängen von Miriam Makeba ging es für den scheidenden Schulleiter zum letzten Mal auf die Bühne der Schule, die er nicht nur zehn Jahre geleitet, sondern die er über drei Jahrzehnte mit seinem, dem Attler Geist, gefüllt hat …

mjv

Unser Foto zeigt Jonas Glonnegger (Stiftungsvorstand), Helmut Hammerbacher, Franz Hartl (Stiftungsvorstand).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren