Entwarnung für den Altlandkreis

Bei uns Nitratgehalt des Wassers im erlaubten Bereich - Die Werte der Gemeinden

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Der Europäische Gerichtshof hat gestern Deutschland wegen einer Verletzung von EU-Recht verurteilt, weil sich bundesweit zu viel Nitrat im Grundwasser befindet. Geklagt hat die EU-Kommission. Auf Europa-Ebene bezogen, ist nur auf Malta die Nitratbelastung noch höher als in Deutschland. Für den Altlandkreis Wasserburg kann zum Glück Entwarnung gegeben werden, was den geforderten Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter Wasser angeht. Auch wenn die Unterschiede in den einzelnen Gemeinden groß sind …

Während Rott beispielsweise mit 11,4 mg/l Nitrat den Grenzwert von 50 mg/l deutlichst unterschreitet, liegt er in der Gemeinde Pfaffing bei 24 mg/l (Messung vom Mai 2018), im Bereich Edling bei 25 mg/l (Probeentnahme vom April) und in der Stadt Wasserburg bei 27,70 mg/l (Messung vom April).

Die Schonstetter Gruppe hatte Ende 2017 im Bereich Amerang und Schonstett Nitrat-Werte von 16,8 mg/l im Wasser bei erlaubten 50 mg/l und im Bereich Eiselfing zum gleichen Zeitpunkt 25,3 mg/l.

Bei der Schlicht-Gruppe – für Soyen, Haag, Reichertsheim, Gars oder Kirchdorf zuständig – hatte im Mai 2018 der Brunnen bei Mailham einen Nitratwert von 34,3 mg/l. Die Wasserentnahme des Brunnens bei Bischof hatte im April einen Nitrat-Wert von 24,5 mg/l.

Laut des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gehöre Nitrat wie Ammonium und Nitrit zu den Stickstoffverbindungen des natürlichen Stickstoffkreislaufs. Durch den biogenen Abbau von Stickstoffverbindungen komme es zu einer Nitrat-Grundbelastung in Grund- und Oberflächenwässern und damit auch im Trinkwasser. Gehalte von etwa 25 Milligramm Nitrat pro Liter können in diesen Wässern noch als natürlich angesehen werden, heißt es aus dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit. Auch die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) empfiehlt einen Wert von 25 mg/l.

Die Trinkwasserverordnung aus dem Jahre 2001 legt für Nitrat einen Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter fest.

Höher mit Nitrat belastetes Wasser sei besonders für Säuglinge nicht geeignet.

Nitrat gelange – laut der Ansicht von Experten – vor allem über das Düngen in der Landwirtschaft ins Wasser.  „Mineralische und organische Düngemittel werden seit langer Zeit in der Landwirtschaft eingesetzt und haben zu ansteigenden Nitratgehalten im Grund- und Trinkwasser geführt“, so ein Sprecher des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit.

In Deutschland gilt seit genau einem Jahr eine neue Düngeverordnung – Ziel ist es, stoffliche Risiken durch die Anwendung von Düngemitteln, Bodenhilfsstoffen, Kultursubstraten und Pflanzenhilfsmitteln auf landwirtschaftlich genutzten Flächen und auf anderen Flächen zu verringern.

Foto: pixabay

 

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19 Gedanken zu „Entwarnung für den Altlandkreis

  1. Hört sich an, als wäre bei uns alles supergut. Gerade deshalb sollten wir jetzt nicht die Hände in den Schoß legen und sagen, des geht mi nix o, i kauf weiterhin des Billigstfleisch bei Aldi, Lidl und Co. für 99 Cent des Kilo.

    Hier gehört wirklich eine andere Einstellung des Verbrauchers her, der des Glump einfach nimma kauft.

    Der Verbraucher hat wirklich viel in der Hand und er ist der Einzige, der dene Händler sauba an Kopf waschn kann. Weil de Händler ja nix tun, als nur aufn Umsatz schaugn …

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    1. Um die Größenordnung der Nitratgehalte im Grundwasser richtig einordnen, zu können, vermisse ich im Artikel den Hinweis auf den EU-Richtwert für Nitat, der bei 25 mg/l liegt. Nur den Grenzwert der TVO zu erwähnen, hinterlösst beim Leser den Eindruck, alles wär in bester Ordnung und der allgemeine Grundwasserschutz würde konsequent umgesetzt.
      Es gibt keinen Grund für eine Entwarnung, denn die Nitratgehalte im Trinkwasser des Altlandkreises sind größtenteils erhöht. Trinkwasser ist unser Lebensmittel Nr. 1 und dessen Schutz bedarf größerer Anstrengungen und eines höheren Stellenwertes in unserer Denkweise.
      Ich erwarte mir bei Themen dieser Art mehr Sachkunde und Ernsthaftigkeit
      Der Artikel vermittelt schlicht und ergreifend eine falsche Einschätzung der Realität.


      Anm. d. Redaktion:

      Achtung, liebe Frau Posch: Sie müssen bitte genau lesen –
      wie in dem Bericht geschrieben, werden Gehalte bis 25 Milligramm Nitrat pro Liter noch als natürlich und in Ordnung angesehen, wie es aus dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit heißt. Wir haben das rot gekennzeichnet im Artikel!

      Das Bundesamt für Umwelt wiederum bestätigte uns, dass die von Ihnen angesprochene EU-Richtlinie für Grundwasser als europaweit einheitlich festgelegte Qualitätsnorm von 50 mg Nitrat je Liter – NICHT wie von Ihnen behauptet 25 mg/l – eben auch in der deutschen Grundwasserverordnung (GrwV) als Schwellenwert in derselben Höhe (50 mg Nitrat je Liter) verankert wurden!

      Die EU-Trinkwasserrichtlinie sieht also einen Qualitätsstandard (Parameterwert) von ebenfalls 50 mg Nitrat je Liter vor. Diesen Wert hat die deutsche Trinkwasserverordnung als Grenzwert in die Liste der chemischen Parameter übernommen.
      ABER:
      Von der WHO – der Welt-Gesundheits-Organisation werden 25 mg/l als Grenzwert ‚empfohlen‘
      (siehe eben das im Bericht Geschriebene des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit!).

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      1. Sehr geehrte Redaktion,
        auf der website des Bayerischen Landesamtes für Umwelt

        C:\Users\Pro4\AppData\Local\Microsoft\Windows\Temporary Internet Files\Content.Outlook\1LS1Y525\Messdaten – LfU Bayern.htm

        ist zum Thema Grundwasserqualität nachfolgendes zu lesen:

        „—Bis zu 15 Milligramm pro Liter Nitrat können natürlicher Herkunft sein. Nitrat ist im Trinkwasser unerwünscht, deshalb gibt die Trinkwasserverordnung einen Grenzwert von 50 mg/l vor…..“
        Die Empfehlung der WHO/EU lautet 25mg/l.
        Damit kann man die die von Ihnen genannten Nitratgehalte einordnen.

        Anm. d. Redaktion:

        Sehr geehrte Fr. Posch,

        beim Bayerischen Landesamt für GESUNDHEIT ist aber ab Zeile drei unter der Überschrift Vorkommen das zum Thema Nitrat so nachzulesen:
        … Durch den biogenen Abbau von Stickstoffverbindungen kommt es zu einer Nitrat-Grundbelastung in Grund- und Oberflächenwässern und damit auch im Trinkwasser. Gehalte von etwa 25 Milligramm Nitrat pro Liter können in diesen Wässern noch als natürlich angesehen werden …

        Also NICHT 15 mg/l.

        Siehe:
        https://www.lgl.bayern.de/lebensmittel/warengruppen/wc_59_trinkwasser/et_trinkwasser_nitrat.htm

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  2. Tja, wer wenig verdient, dem bleibt nichts anderes übrig! Sorry, ist so.

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    1. Nitrat ist ein Teil von Nitrogenium, auf deutsch Stickstoff. Die Luft in unserer Atmosphäre besteht zu 78% aus Stickstoff. Es ist also ein ganz natürlicher Stoff. Stickstoff verbindet sich sehr gern mit Wasser – selbst wenn das Wasser aus tiefen Brunnen kommt, verbindet es sich bei der ersten Berührung mit der Luft auch mit Stickstoff.
      Somit ist es praktisch fast nicht möglich, Wasser ohne Stickstoff zu bekommen – ausser unmittelbar nach der Destillation.

      Sogar bei jedem Atemzug nimmt man Stickstoff mit auf, oder?

      Die Grenzwerte sind m.E. nur willkürliche Werte um die Landwirtschaft zu gängeln. Denn da, wo keine Landwirtschaft betrieben wird z.B. Wälder, Moore oder Naturschutzgebiete, weisen die Brunnen, wie jeder Wasserwirtschaftler weiß, meist höhere Werte auf als unter bewirtschafteten Flächen.

      Dem Boden ist es nämlich egal, ob man das Gras abmäht, verfüttert und dann als Gülle wieder ausbringt oder es stehen lässt, damit es verfault und dem nächsten Aufwuchs als Dünger dient.

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      1. Sorry, aber der Kommentar ist einfach nur Quatsch.

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        1. Sorry, Chemiker wo sind deine Fakten oder kennst du dich nicht aus.
          Es könnte auch sein, dass du ideologisch verblendet bist und deshalb dein Gehirn nicht aufnahmefähig ist für die wahren Vorgänge in der Natur.

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          1. Diese Fakten stehen in jedem Lehrbuch der anorganischen Chemie, die Chemie des Elements Stickstoff ist seit langem sehr gut verstanden. Deine Äußerungen, Erndlsepp, stehen dagegen in deutlichem Widerspruch zu diesem mit viel Aufwand erarbeiteten und gut belegten Wissen, sie widersprechen ganz einfach den Naturgesetzen.

            Naturgesetze gelten aber universell, auch Ideologien – gleich welcher Art – können an ihnen nichts ändern.

            Naturgesetze scheren sich auch nicht darum, ob man sie kennt oder an sie glaubt. In einer Welt, in der sich Luftstickstoff (N2) – wie von Dir behauptet – bei der ersten Berührung mit Wasser verbindet, gäbe es z.B. kein Leben in der uns bekannten Form.

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          2. Hofstatt, warum enthält Regenwasser Stickstoff ?
            Bei der Ausbildung zum Landwirt lernt man, dass Gülle am besten bei Regen ausgebracht wird, weil sich dabei der Stickstoff mit dem Wasser verbindet und nicht in die Luft geht.

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          3. Es geht um unterschiedliche Stickstoffverbindungen. Der allergrößte Teil des Stickstoffs ist Luftstickstoff (N2), er ist schlecht wasserlöslich, geruchlos und für Pflanzen nicht verfügbar. Reines Regenwasser selbst enthält daher auch nur sehr wenig Stickstoff.

            Gülle enthält eine andere Stickstoffverbindung (Ammonium-Stickstoff (NH3)), die relativ gut wasserlöslich ist, (scharf riecht) und nach Umwandlung in Nitrat (NO3) ein wichtiger Pflanzennährstoff ist.

            Es ist also absolut vernünftig, Gülle möglichst bei Regen auszubringen, weil dann der Ammonium-Stickstoff nicht verweht wird und auf der landwirtschaftlichen Fläche verbleibt.

            Der Luftstickstoff bleibt auch bei Regen lieber in der Luft.
            Um aus Luftstickstoff Ammonium oder Nitrat zu machen, braucht es einen großtechnischen Prozess oder die Hilfe von Knöllchenbakterien.

            Beides ist sehr energieaufwändig, deswegen ist künstlicher Stickstoffdünger teuer und Leguminosen sind nicht sehr ertragreich.

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          4. Die Löslichkeit von Stickstoff in der Form von N2 in Wasser bei 20°C und 1bar liegt bei ca.20 mg/l.
            Nicht wasserlöslich hingegen ist Stickstofftrichlorid.

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  3. Wolfgang Schmid

    Leider ist das tatsächlich so, dass sich wirklich ehrliches Biofleisch vom Selbstvermarkter meistens nur die sog. Besserverdiener leisten können.

    Wirkliche Maßnahme gegen die Probleme der Massentierhaltung wäre meiner Meinung nach nur, eine spürbare Einschränkung des Fleisch- und auch Wurstkonsums (vielleicht auch noch Eier und Käse) aller Menschen.

    Aber das, glaube ich, ist momentan Utopie, weil sich der Mensch per se nur ungern zu etwas zwingen lässt.

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  4. Die natürlichen Nitratkonzentrationen in Grundwasser in unserer Region liegen deutlich niedriger als 25mg/L. Das zeigt z.B. der geringere Nitratwert des Rotter Trinkwassers (bedingt durch den Rotter Forst). Auch das Wasserburger Trinkwasser enthielt vor einiger Zeit nur halb soviel Nitrat wie heute. Es gibt auch europäische Staaten, die sich aus gutem Grund einen Nitratgrenzwert von 25mg/L verordnet haben.

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  5. @Insider: dann gibts halt mal Gemüse, des is billiger und gesünder als Billigstfleisch. Aber die Leut sind einfach zu faul zum kochen. So ein Stück Fleisch kannst schnell mal in die Pfanne haun. Aber Gemüse muss ma halt vorbereiten. Außerdem könnte man am Wochenende(sollte man Zeitmangel vorschieben) auf Vorrat kochen und einen Teil einfrieren. Nur mal so als Idee…

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    1. Stimmt zwar alles, ABER:
      Bitte mal bei den örtlichen Schlachthöfen oder Landwirten/Erzeugergemeinschaften/Viehvermarktungsgesellschaften nachfragen oder nachlesen:
      Die Masse an Fleisch wird ins Ausland verkauft.

      Gerade von den Schlachthöfen hier in der Gegend wird ein Großteil der geschlachteten Tiere exportiert – darum haben die Russlandsanktionen doch so eingeschlagen!

      Ohne Export müssten sowohl die Landwirte, als auch die Schlachthöfe ganz anders kalkulieren.

      Ich bin auch der Meinung, lieber selten Fleisch oder Fleischerzeugnisse, dann aber gutes Fleisch.

      Zudem hab ich das Gefühl, dass das Billigfleisch gar nicht billiger ist, das Kilo kostet zwar weniger, aber es ist nur leere Masse.
      Mein schwer körperlich arbeitender Mann ist zum Beispiel bei Biofleisch mit einer ganz kleinen Portion satt – das ist bei Gasthausessen nicht so.

      Ich kann mich täuschen, aber ich glaube, dass man bei Billigfleisch wirklich betrogen wird.

      Trotzdem: Wenn jeder Bürger hier in D nur noch Biofleisch kauft und das auch zu vernünftigen Preisen zu haben wäre – die Massenproduktion lässt sich dadurch nicht stoppen, da das in Deutschland erzeugte Fleisch weltweit exportiert wird.

      Ich bin der Meinung, dass die Produktion von Billigfleisch immer was mit dem Charakter der Landwirte zu tun hat.

      Der eine kann das, seine Tiere wie Ware zu sehen – der andere halt nicht – Gott sei Dank !

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    2. Glaubst du, dass beim Gemüseanbau nicht gedüngt wird?

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      1. Ohne irgend einen Dünger wächst auch kein Gemüse! Das ist halt so.
        Selbst beim Bio Obst oder Gemüse kommt auch Chemie zum Einsatz.
        Bei den Äpfeln z.B. das gleiche Zeug wie bei konventionellen Obstbauern, in geringerer Dosis, aber dafür öfters. Fragen Sie mal in der Bodensee-Gegend einen Obstbauern.

        Wilkommen in der Realität.

        Aber dafür werden konventionelle Bauern an den Pranger gestellt und angefeindet. Weil halt kein Biosiegel im „falschen“ Spiel ist.

        Im eigenen Obstgarten hat man es selber in der Hand, im Supermarkt vertraut man blind auf einen Aufkleber.

        Wenn der Apfel aus Italien angeliefert wird, hat man der Natur übrigens auch keinen Gefallen getan.

        Darum mein Tipp, kauft regional, egal, was für ein Produkt und Ihr kauft gute Qualität.

        Wir hier im Altlandkreis – wir leben doch alle auf dem Dorf, wo das alles möglich ist.

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        1. @BeFa – ich gebe ihnen grundsätzlich recht, dass die Verbraucher grundsätzlich das regionale Saisongemüsse und -obst kaufen sollten.

          Ist Ihnen aber auch schon mal aufgefallen, dass die regionalen Artikel meisten um einiges teurer sind, als die importierten und leider auch nicht umbedingt besser schmecken?
          Zudem schauen Sie sich doch mal um, was momentan auf den Feldern spriesst! Das ist Mais. Vereinzelt, wenn Sie Glück haben, dann mal Weizen. Zudem kommt noch die deutsche Mentalität dazu „Geiz ist geil“.

          Wie Sie schon geschrieben haben, Bio ist nicht gleich Bio.
          Ich verurteile das Düngen nicht im Ganzen, sondern es gibt immer wieder Bauern, die ihre Gülle so ausfahren, dass ganze Felder in Gülle schwimmen.

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      2. Wie so oft macht auch hier die Menge das Gift, bzw. macht es den Unterschied, ob man die Felder jetzt in dem Umfang düngt, welche die angebauten Pflanzen zum Wachsen brauchen – oder in dem Umfang, welche die Düngeverordnung so gerade noch zulässt, weil aufgrund der intensiven Tierhaltung wesentlich mehr Gülle anfällt, als es für den Boden und das Grundwasser verträglich ist

        Kommentar v.d. Red. gekürzt.

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