„Einsatz war angemessen“

Nach Party-Abbruch am Faschingssonntag: Bürgermeister nimmt Stellung

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Zur Schließung des Festzeltes am gestrigen Faschingssonntag in Wasserburg (wir berichteten), hat heute auf Anfrage der Wasserburger Stimme auch Bürgermeister Michael Kölbl Stellung genommen. „Ich war wie immer beim Faschingszug dabei, um 19 Uhr aber bereits zuhause. Ich hab‘ mich aber gleich ans Telefon gehängt, als ich von der Schließung des Zeltes hörte. Nach allem, was ich von verschiedenen Augenzeugen und Beteiligten weiß, ist mein Kenntnisstand heute so, dass der Einsatz der Polizei angemessen war.“

Von Seiten der Veranstalter war am Montagmorgen zu hören, dass sie für die verfrühte Schließung kein Verständnis haben. „Auch wenn das so rüberkommt: Mit uns war da nichts abgesprochen und wir hatten auch nicht den Eindruck, dass die Lage irgendwie außer Kontrolle war. Jetzt bleiben wir auf dem Schaden sitzen“, sagt einer der Organisatoren, der namentlich nicht genannt werden will. „Personal und Zelt müssen trotzdem bezahlt werden, obwohl uns natürlich einiges an Umsatz fehlt.“

Wie berichtet, hatte die Wasserburger Polizei die Faschingsparty fünf Stunden vor dem eigentlichen Ende aufgelöst, nachdem sich vor dem Eingang ein Stau gebildet hatte und die Security offenbar die Beamten um Hilfe baten. Im Zelt selbst war nach Augenzeugenberichten in vielen Bereichen jede Menge Luft, nur auf der Seite der Bar herrschte von Anfang an dichtes Gedränge. Allerdings sollen Ein- und Auslass nicht perfekt organisiert gewesen sein. Wer auf die 50 Meter entfernte Toilette musste, lief offenbar Gefahr, nicht mehr ins Zelt gelassen zu werden, ist in Sozialen Medien zu lesen. Das habe tatsächlich für großen Unmut unter den Gästen gesorgt. Auch kam es offenbar zu einer kurzen aber heftigen Schlägerei, „zu der die Security nicht mehr vordringen konnte“, so die Polizei.

Nachdem das Zelt sich gegen 19.30 Uhr komplett leerte, trottete das Party-Volk in Richtung Innenstadt. Doch dort hatten viele Lokale geschlossen – weil’s ja das Zelt am Gries gab. „Wir bekamen weder etwas zu essen, noch etwas zu trinken. Das war einfach nur traurig. In den paar Lokalen, die offen hatten, herrschte unglaubliches Gedränge. Das war schlimmer als im Zelt“, berichtet ein Augenzeuge.

Bei der gestern eingesetzten Security ist heute noch eine Besprechung mit den Verantwortlichen angesetzt. „Ich war selber nicht vor Ort und muss mir erst ein Bild von den Geschehnissen machen. Dann nehmen wir ausführlich Stellung. Eines ist aber klar: Die Sicherheit der Besucher hat vor allem anderen Vorrang“, so der Chef der Security, Christian Menzl.

 

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2 Gedanken zu „„Einsatz war angemessen“

  1. Also ich lebe jetzt seit über 20 Jahren hier – früher war der unsinnige Donnerstag ein wirklich witziges Event, welches in der Innenstadt ablief – sicher nicht professionell, aber mit sehr viel Flair. Der einzige Grund, warum man seit ein paar Jahren dieses Zelt am Gries hat: Kohle machen! Und zwar nicht die Allgemeinheit sondern ein, zwei Vereine. Ich verstehe absolut nicht, warum sich speziell junge Leute da so aufregen – das Ganze ist nur noch Kommerz. Der Veranstalter tut mir da gar nicht leid – vielleicht denkt er dann mal über seine Rücksichtslosigkeit nach, mit der er seine Profitgier durchsetzt. Und: Ich bin ca. 19:00 von außerhalb gekommen, von der Garage bis zu meiner Wohnung (ca. 600 m): fünf Kiddies – also wirklich Kinder – am Rande der Alkoholvergiftung – öhem. Also ich weiß nicht, was das mit feiern zu tuen hat…

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  2. Ja hauptsache der bürgermeister hält zur polizei

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