„Eine Schule mit Geschichte”

Der erste Eindruck, Wünsche, Ziele: Die neue Schulleiterin des LGW im Interview

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Recht karg ist es noch, das Büro von Verena Grillhösl. Am Dienstag beginnt das neue Schuljahr und für sie heißt es jetzt noch: Ankommen. Die Umgestaltung des Schulleiter-Zimmers ist das eine, das Zurechtfinden im Haus und das Kennenlernen der Kollegen das andere. Beides klappt bisher sehr gut, verrät die künftige Schulleiterin des Wasserburger Luitpold-Gymnasiums im Interview. Klare Ziele hat sie sich auch schon gesteckt und so manche Anregung ihrerseits wurde sogar schon in die Tat umgesetzt …

Die künftige Schulleiterin des Wasserburger Luitpold-Gymnasiums wohnt selbst in Rimsting. Nach Wasserburg ziehen ist erstmal keine Option, auch wenn es ihr bisher sehr gut in der Innstadt gefällt. Die 58-Jährige hat zwar selbst keine Kinder, aber dafür jetzt 774 Schüler in 22 Klassen unter ihren Fittichen. Und so langsam gewöhnt sie sich auch an ihre neue Arbeitsumgebung.

 

Ein Gespräch mit der neuen Schulleiterin:

Frau Grillhösl, gemütlich sieht Ihr Büro ja noch nicht wirklich aus. Wie läuft’s denn mit dem Einrichten?

Ja, langsam aber sicher geht’s voran. Das Büro ist noch recht leer und es riecht auch noch ziemlich nach Baustelle, aber am Montag kann ich dann an meinen Schreibtisch, auch wenn’s drum herum noch ein bisschen provisorisch ist. Das kommt dann schon mit der Zeit.

 

Und wie ist ihr erster Eindruck von den Kollegen? Kennen Sie schon alle?

Nein (lacht), ich kenn’ bei weitem noch nicht alle. Ich versuch’ jetzt, Namen mit Bildern zu lernen, damit ich mich bei der ersten Konferenz am Montag nicht blamiere. Die, die unmittelbar mit mir zusammenarbeiten, kenn’ ich natürlich. Und von denen habe ich einen sehr sehr positiven Eindruck bisher.

 

Haben Sie schon die ersten Unterschiede zwischen dem Luitpold-Gymnasium und ihrer vorherigen Schule in Prien festgestellt?

Das erste, was mir aufgefallen ist, als ich hier angekommen bin, war erst mal das Gebäude. Es ist schon was besonderes, in einem denkmalgeschützten Haus zu arbeiten. Ich hab jetzt sogar eine Villa (lacht). Das LGW ist einfach eine Schule mit Geschichte, das merkt man.

Das Angebot an Wahlunterricht finde ich auch bemerkenswert. Man kann hier imkern oder den Schulgarten pflegen. Da sind wir gerade jetzt, wo viel um Artenschutz diskutiert wird, am Zahn der Zeit. Ich hab sogar schon einen Honig probieren dürfen, der war vorzüglich (lacht).

Was mich auch unglaublich beeindruckt, sind die Schülerkonzerte. Das gibt’s natürlich in Prien auch, aber dieses Ambiente im Rathaussaal, das ist schon echt toll. Ich bin auch selbst recht musikalisch und da muss ich sagen, freu’ ich mich jetzt schon drauf.

 

Wie ist denn die Schlüsselübergabe mit Herrn Rink gelaufen? Hat er Ihnen noch ein paar Tipps mit auf den Weg gegeben?

Ja, wir haben uns zwei, drei Mal getroffen. Was er mir da genau gesagt hat, bleibt jetzt mein Geheimnis (lacht). Da hab ich gemerkt, dass ihm wirklich viel an der Schule liegt. Er hat auch immer wieder betont, ich solle seine Schule gut weiterführen. Und da werd’ ich mich mit allen Kräften drum bemühen.

 

Eine der ersten Amtshandlungen von Herrn Rink war ja damals das Erarbeiten einer Schulverfassung. Haben Sie auch schon konkrete Ideen, die Sie umsetzen wollen?

Ja, die habe ich. Eine ist sogar schon umgesetzt worden. Es gibt ab dem kommenden Schuljahr eine zusätzliche individuelle Förderung für Schüler außerhalb des Pflichtunterrichts in den Kernfächern Mathe, Deutsch, Englisch, Latein und Französisch. Das ist zum einen natürlich für die Schüler, die durchgefallen sind aber auch die, die versetzungsgefährdet waren, bekommen dann ein Schreiben an die Eltern. Die müssten dann gegebenenfalls unterschreiben, wenn ihr Kind das Angebot nicht wahrnimmt. Also da ist schon auch eine gewisse Verbindlichkeit dahinter.

Ich hab auch noch ein paar andere Pläne, aber die muss ich natürlich erst noch mit den Kollegen besprechen. Viele Ideen kommen dann aber wahrscheinlich auch erst im Laufe der Zeit.

 

Die Vorbereitungen fürs kommende Schuljahr laufen bestimmt auch schon auf Hochtouren. Sind Sie da gut im Zeitplan?

Wir sind gut dabei, ja. Wir haben eine gute Unterrichtsversorgung hinbekommen durch die Planungen von Herrn Strobl und Herrn Brandl. Auch Herr Siller und Frau Heindl haben da ganz viel Arbeit geleistet und nicht zuletzt auch die Damen im Sekretariat, der Hausmeister … Da möchte ich mich jetzt schon Mal bedanken, dass das alles so reibungslos läuft.

 

Was erhoffen Sie sich denn grundsätzlich von Ihrer Zeit am LGW? Gibt es da ein Credo, das Sie verfolgen?

Mir ist es wichtig, dass wir die Bedingungen schaffen, dass sich die Schüler zu reifen, gebildeten, selbstständigen Menschen entwickeln können.  Das ist ja auch das, was ich an der Arbeit als Gymnasiallehrerin so schön finde. Dass man einfach die Schüler neun bis zehn Jahre begleitet, vom Kind bis zum mündigen Erwachsenen. Der Anteil, den wir  da leisten, ist wirklich groß. Im Kern davon steht natürlich erstmal ein guter Unterricht. Und da geht’s mir immer darum, dass wir nicht nur Schüler heranziehen, die gut Wissen anhäufen können, sondern ihnen auch eine gute Allgemeinbildung und eine solidarische Wertvorstellung mit auf ihren Weg geben können.

Grundsätzlich möchte ich ein lebendiges Schulleben mit fördern, wo sich die Leute mit Wertschätzung entgegen treten. Das klingt immer so hochgestochen, aber ich denke, genau das trifft es auf den Punkt.

 

Magdalena Pfitzmaier

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