Eine Reise durch das Festzelt

Eine Woche Altlandkreis: Welche Geschichte steckt hinter den Ortswappen?

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Von Ort zu Ort, von Tisch zu Tisch, von Wappen zu Wappen. Festzelt, Bier und Hendl, des is bairische Kultur, wie sie jeder gern pflegt. Aber zur bairischen Kultur gehört auch der Blick in die Vergangenheit und die findet man auf dem Frühlingsfest in den Logen im Festzelt. Es sind alle Wappen der Gemeinden des Wasserburger Altlandkreises vertreten, aber welche Geschichte erzählen sie? Ab heute stellen wir jeden Tag drei Wappen und deren Bedeutungen vor. Den Anfang machen Eiselfing, Maitenbeth und Isen …

Der Bischofsstab in den Farben Gold und Schwarz steht für den Einfluss des Erzbistums Salzburg auf die Gemeinde Eiselfing. Bischof Rupert von Salzburg soll im frühen Mittelalter die Eiselfinger Kirche geweiht haben. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Eiselfing 927 in einer Tauschurkunde, in der das damalige „Isolvinga“ von einem weiteren Salzburger, dem Erzbischof Odalbert an eine Adelige aus dem reichen Geschlecht der Grafen von Falkenstein übergeben wurde. Hierfür steht der Falke rechts unten im Wappen der Gemeinde. Die drei Rauten oben stellen die Verbindung zum Benediktinerkloster Attel dar, das die Rauten im eigenen Wappen trägt.  Von Anfang des 13. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert übernahm das Attler Kloster die seelsorgerische Betreuung der Pfarrei Eiselfing, woraus die enge Verbindung und auch die Aufnahme der Attler Rauten ins Wappen entstand.

Zum Wappen der Gemeinde Maitenbeth gibt es eine skurrile Legende. Angeblich sollte die Maitenbether Kirche in Neukirchen, einem heutigen Ortsteil von Maitenbeth, errichtet werden. Ein Handwerker verletzte sich jedoch bei der Arbeit mit dem Bauholz, wobei etwas Blut auf einen Holzspan tropfte. Ein Rabe trug diesen Holzspan bis zur Maitenbether Anhöhe und ließ ihn dort wieder los. Dies wurde als Zeichen des Himmels interpretiert und so wurde die Pfarrkirche dort errichtet, wo der Rabe das Holz niederlegte.

Das Pferd im unteren Teil des Wappens steht für die Zugehörigkeit der Gemeinde zu Reichsgrafschaft Haag, die ein weißes Pferd mit Zaum im Wappen führte.

 

Das Isener Wappen tanzt im Vergleich zu den anderen ein bisschen aus der Reihe. Es zeigt eine rot gekleidete, golden gekrönte Meerjungfrau, die in beiden Händen Fischschwänze hält. Das Wappen entstand im 16. Jahrhundert während der Renaissance, was auch die Wahl der Meerjungfrau ein Stück weit erklären kann. Während dieser Zeit wurde die Natur häufig durch Fabelwesen dargestellt und da die Gemeinde Isen nach dem gleichnamigen Fluss benannt ist, wurde die „Sirene“, wie sie auch genannt wird, als Symbol für die Isen verwendet.

 

 

Morgen geht’s weiter …

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2 Gedanken zu „Eine Reise durch das Festzelt

  1. Oidstoderer

    Super Sache!
    Ich persönlich habe in der Grundschule (und das ist schon eine ganze Ecke her) zwar mal alles gehört und auch das ein oder andere behalten, habe aber auch das Gefühl, dass die Schulkinder heute da nichts mehr davom gelehrt bekommen.
    Das ist unsere Heimat!

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  2. Das Gefühl trügt (wie so oft). Das Lehrangebot in der Grund– und Mittelschule von heute ist dem früherer Zeit – soweit ich das beurteilen kann – weit überlegen. Die Frage ist eher, ob und wie das Lehrangebot angenommen wird. Überspitzt formuliert fragen sich einzelne Kinder (und werden dabei teilweise von den Eltern bestärkt): Brauch ich das für DSDS? Für Likes im Web? Für Hartz IV? Wenn nein: vergiss es!

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