Eine Maut für Wasserburg

Interessante Einblicke ins Bildarchiv - Heute: Das Pflasterzollhaus in der Bruckgasse - 1925 zehn Pfennige pro Pferd

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Bis in die 1930er Jahre hinein war die Erhebung eines Wegezolls an der Innbrücke in Wasserburg üblich. Bestätigt wurde das städtische Privileg im Jahr 1404. Demnach flossen die Einnahmen direkt in den Straßenunterhalt, denn die Stadt sollte daraus die Entlohnung von vier Stadtpflasterern ermöglichen. Das Pflasterzollhaus in der Bruckgasse 1910 und heute (Foto unten) …

Foto: Thomas Rothmaier 2020

Das Mauthaus in der Bruckgasse wurde 1905 letztmals vergrößert.

Die Zollstelle an der Brücke war zuletzt in der Bruckgasse angesiedelt. Hier befindet sich heute ein Ausstellungsfenster der Töpferei Held.

In Richtung München gab es eine weitere Zollstelle am Köbingerberg. Der Zöllner hatte, egal, ob mit Maßkrug oder Geldbeutel, über die Einhaltung der Abgabepflicht zu wachen, sprich abzukassieren.

Noch 1925 erhob man für jedes Pferd, welches das städtische Pflaster betrat, zehn Pfennige Zoll. Aber auch die Preise für motorisierte Wagen finden sich in den alten Ordnungen: In der Stadtratssitzung von 24. Oktober 1919 wurde beschlossen: „Lastkraftwagen zahlen 1 Mark, Personenkraftwagen zweisitzig 1 Mark, mehr als zweisitzig 2 Mark.“

Diese und weitere Geschichten zu den Fotos des Bildarchivs findet man im neuen Wasserburger Stadtbildkalender – wir berichteten.

Erhältlich im Wasserburger Buchhandel (Buchhandlung Fabula, Buchhandlung Herzog, Wasserburger Bücherstube), im Innkaufhaus, bei Gartner Versandprofi/Post, in den Wasserburger Markthallen und natürlich auch im Stadtarchiv, im Museum (derzeit geschlossen) sowie in der Gästeinfo zum Preis von 9,90 Euro.

Pflasterzoll-Ordnung, Museum Wasserburg – Inv.-Nr.: 4701.

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5 Kommentare zu “Eine Maut für Wasserburg

  1. Sehr interessante Fotos und Infos von Wasserburg. Danke!!

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  2. Sofort wieder einführen!! Da wird die Stadt von selber autofrei!!

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  3. Ja mei o mei. Das stelle man sich in der heutigen Zeit einmal vor. Da wären die Kassen der Stadt prall gefüllt.

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  4. Und trotzdem gab es damals Geschäfte und Besucher*innen?

    Heute unvorstellbar – da würden sich einige gleich in ihrer Freiheit massiv beschnitten fühlen!

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  5. Schon vor 25 Jahren habe ich unserem früheren Bürgermeister die Wiedereinführung der Mautstation auf der Innbrücke empfohlen. Wasserburg hat eine Umgehungsstraße und zwei Parkhäuser auf beiden Seiten, damit gibt es keine zwingende Notwendigkeit für den Durchgangsverkehr.
    Es gibt ein prominentes Vorbild für eine erfolgreiche innerstädtische Maut: Hongkong.

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