Eine kleine Werkstatt für die Radler

Stadt startet Versuch mit Reparaturstätte am Gries - Diskussion im Hauptausschuss

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Sie ist so unscheinbar, dass bis gestern vermutlich die wenigsten Wasserburger von der dunklen Säule am Gries, die die Stadt kürzlich installiert hat, Notiz genommen haben. Das Metallgehäuse beinhaltet Werkzeug, an Stahlseilen gegen Diebstahl gesichert. Gerätschaften, die man für die Reparatur eines defekten Fahrrads, eines kaputten Rollstuhls oder Kinderwagens benötigt. Um die neue Reparaturstätte drehte sich bei der gestrigen Sitzung des Hauptausschusses auch ein Antrag der CSU/Freien Wähler-Wasserburger Block.   

Für seine Fraktion ergriff Armin Sinzinger das Wort. Nachdem Wasserburg Ziel vieler auswärtiger Radler sei, sei es sinnvoll, noch weitere solcher Stationen zu errichten. „Möglichst in allen Himmelsrichtungen. Vielleicht auch am Parkplatz an der Rampe, in Reitmehring am Bahnhof, oder am Altstadtbahnhof beim Cafesito.” Auch solle man auf den Wasserburger Fahrradhandel zugehen, damit dieser sich eventuell um Verkaufsautomaten für Reparaturmaterialien wie Fahrradschläuche kümmern könne.

Die Verwaltung legte anschließend dar, dass es bereits im Herbst 2019 einen ähnlich lautenden Antrag der damaligen Fraktionsgemeinschaft Bürgerforum/Freie Wähler gegeben habe. „Den haben wir jetzt mit der ersten Reparaturstätte auch umgesetzt. Sie wird demnächst noch auffällig beschriftet und wir sorgen dafür, dass man die Säule als Radler auch findet”, sagte Andreas Hiebl von der Stadtverwaltung. Nachdem eine solche Station allerdings an die 2.300 Euro koste, solle man doch erst einmal einen Probelauf mit der am Gries durchführen. „Dann kann man ja immer noch weitere einrichten.”

Sinzinger nutzte die „Antrags-Doublette” dafür, allgemein Kritik an der Abarbeitung von Anträgen und Beschlüssen in der Stadt zu üben. „Wenn wir da mal eine Liste und eine regelmäßige Sachstandsmeldung bekämen, würde sowas nicht passieren.” Was wiederum seine Fraktionskollegin Heike Maas (CSU) nicht so stehen lassen wollte. „Dafür gibt es doch die wöchentlichen Dienstbesprechungen, an denen die Fraktionssprecher regelmäßig teilnehmen. Und die informieren wiederum ihre Fraktionsmitglieder ausführlich.”

Nachdem dieser Nebenaspekt noch kurz diskutiert wurde, stimmten anschließend alle Mitglieder des Hauptausschusses dafür, die Reparaturstation in der Praxis zu beobachten. Erst dann will man über die Installation weiterer Werkzeugsäulen beraten.

 

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21 Kommentare zu “Eine kleine Werkstatt für die Radler

  1. Eine sehr gute Idee. Sicherlich gibt es ein kleines Eck für eine Autohebebühne dann ist jeder zufrieden.

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    1. Autohebebühne? Willst am Gries vielleicht dein Auto reparieren?

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      1. Ich glaube, Herrn Abduls Kommentar war ironisch gemeint. Vielleicht gehört er aber auch der Autoposer Szene an und verliert seinen zu tiefen Frontspoiler zur Hälfte beim Roten Turm, oder der schlecht befestigte, nicht zugelassene Auspuff löst sich auf dem Kopfsteinpflaster. Da wär eine Autohebebühne natürlich schon praktisch.

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  2. 2300 Euro für das Blechding mit drei Schraubendreher. Ist das schon noch ganz normal?

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    1. Das ist nicht normal. Aber wenn man nicht selber bezahlen muss.

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    2. Ist das ein Witz? Da ist doch eine 0 zu viel dran. Sollten tatsächlich mehrere installiert werden würde ich empfehlen einen Metallbauer aus dem Altlandkreis zu bemühen….die bauen so ein Teil sicher für einen Bruchteil der 2300€. Außerdem hat jeder Radler der sich selber helfen kann sein eigenes kleines Werkzeug dabei und die anderen können eh nicht damit umgehen.

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    3. Haben sie sich schon mal einen einzelnen Dachziegel austauschen lassen? Dann wüssten sie wahrscheinlich was normal ist.
      So ein Kasten kostet in der Produktion sicher mehr als 500 Euro, auch wenn der Materialwert vielleicht nur bei 50 Euro liegt. Das Blech muß aber zuerst gelasert, dann gekantet werden. Danach werden noch einige Teile angeschweisst, die Einzelteile wandern zum Verzinken und müssen noch lackiert oder pulverbeschichtet werden bevor sie erst zusammengebaut werden. Dann kommt die Montage. Da braucht es zuerst ein Fundament, das mit den “Katzeln” rundrum auch nicht ganz einfach ist. Wenn das die Stadt macht, sind mindestens vier Leute damit beschäftigt. Dauert wahrscheinlich zwei Tage. Am dritten Tag dann vier Löcher bohren, vielleicht darf jeder mal ran. Da kommen wir mit den Kosten schon locker hin. Das Werkzeug hab ich noch gar nicht dabei.

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  3. Hier sehe ich nicht mal für 5 Euro Werkzeug.

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    1. Wann haben sie zuletzt Werkzeug gekauft und wo?

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      1. Bei Real in Rosenheim . Werkstatt Rollwagen bestückt mit 92 Teilen . Preis 89,90

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        1. Herzlichen Glückwunsch, da wünsche ich Ihnen viel Freude mit den sicherlich qualitativ extrem hochwertigen Werkzeugen. So ein Wagen kostet normalerweise ohne Füllung deutlich mehr.

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  4. Braucht ma des ? A gscheider Radlfahrer hod sei Werkzeug dabei (-; und teuer wars a…

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  5. Ich finde die Idee ja ganz nett. Allerdings befürchte ich, daß sich binnen kurzem ein paar dumme Vandalen finden, die nichts Besseres zu tun haben, als das Ganze zu zerstören

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  6. In Landshut, bei Decathlon stand so eine Mini-Werkstatt vor dem Geschäft. Inzwischen zerstört und verkommen. Ich glaube auch am Gries wird das nach ein paar Wochen so aussehen.

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  7. Hauptsach schlecht reden, weil ma hätts ja selber ganz anders und vui besser gmacht. Wenigstens gibts a gschmaatz.

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    1. Wir hätten das gar nicht gemacht,sondern das Geld für einen guten zweck verwendet oder gespart. Eventuell Gebühren gesenkt. Ich bin Hellseher,das abbauen dieser hässlichen Kiste wird nochmal kosten.

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  8. Das ist gut gemeint, aber ist nicht von echten Radlern erdacht.
    Was braucht ein Radler, der sein Rad reparieren will?
    – eine stabile Klemmvorrichtung, um sein Rad fixieren zu können
    – einen Kompressor, um aufzupumpen.
    Den Rest hat er dabei.

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    1. Kleine Luftpumpe reicht auch.

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  9. Margarete Steinmüller

    Mir kommts immer so vor, dass nur die Grantler kommentieren. Irgendwie sagen die Kommentare auch mehr über die KommentatorInnen aus als über das Thema.
    Sehr schöne Idee, am Main/Inn/Donauradweg gibt es diese in regelmäßigen Abständen und für durchfahrende RadlerInnen ein super Angebot.
    @Raser200: und was von Ihren Ideen fehlt jetzt an der Vorrichtung?

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    1. Eine Klemmvorrichtung zum Beispiel.
      Aber was kann man an einem Rad unterwegs reparieren?
      Einen kaputten Schlauch ersetzen, Bremsbeläge austauschen und eine gerissene Kette vernieten.
      Wer das kann, hat das Werkzeug dabei.
      Wer das nicht kann, dem hilft das Stahldrahtgewurschtel in der 2,3 TEuro-Säule auch nichts.

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  10. Ich finde die Idee ansich gut der Preis ist einwenig hoch aber gut. Das Werkzeug schaut ja nach Markenwerkzeug aus und ist somit Qualitativ gut und etwas höher in de Anschaffung. Jetzt kommt das aber, wer weis das schon das hier eine Reperatursäule für Räder gibt und es muss ja schon ein riesen Zufall sein das gerade am Gries einen das Rad kaputt geht.

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