Eine Kita in der Corona-Krise

Von Albaching bis Rott: Über einen ungewöhnlichen Arbeitsalltag in ungewöhnlichen Zeiten

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Ein Homeoffice für Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen – das hätte sich vor noch gar nicht langer Zeit niemand wirklich vorstellen können. Doch mit dem Betretungsverbot der Kindertagesstätten musste von einem auf den anderen Tag der ganze Kita-Ablauf umstrukturiert werden. Da waren Kreativität und ganz neue Wege gefragt. Auch die Einrichtungen im Katholischen Kita-Verbund Albaching, Pfaffing, Rott und Soyen sind zwar grundsätzlich geschlossen, dennoch waren die Häuser seit den Corona-Maßnahmen nicht einen Tag wirklich leer. Über einen ungewöhnlichen Arbeitsalltag in ungewöhnlichen Zeiten …

Die Notbetreuung für die Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen wurde und wird fast durchwegs in Anspruch genommen (unser Foto). In fast allen Einrichtungen werden zwischen einem und neun Kinder betreut. Mit den Kindern, die in den Kitas sind, werden viele verschiedene Dinge gemacht. Muffins gebacken, Stockbrot am Feuer gebrutzelt, im Wald für das Insektenhotel gesammelt, gebastelt, geturnt und ganz viel gespielt!

Es werden in den Einrichtungen aber auch noch viele andere Tätigkeiten durchgeführt. Alles immer unter der Voraussetzung, dass nur wenige Mitarbeitende in den Einrichtungen anwesend sind, die sich auf mehrere Räume verteilen.

Zusätzlich wurden und werden feste Kleinteams gebildet, damit im Falle einer Infektion maximal eine kleine Gruppe in Quarantäne geschickt werden müsste und nicht das gesamte Kita-Team ausfallen würde.

In den ersten zwei Wochen waren vor allem Putzarbeiten in und ums Haus angesagt. Alles wurde blitze-blank geputzt, desinfiziert und „ausgemistet“. Eine Kollegin hat sogar ein Gruppenzimmer neu gestrichen.

Als nächstes kam der Garten an die Reihe: Gartenspielzeug wurden sortiert, gereinigt und wieder neu eingeräumt und auch hier: Ausmisten. Im Katholischen Kinderhaus Schatzkiste in Albaching wurde der Garten im vergangenen Herbst teilweise neu angelegt. Nun wurde der Rasen nachgesät und fleißig gegossen. Die wenigen Kinder, die im Kinderhaus betreut wurden, halfen begeistert mit.

In der Katholischen Kindertagesstätte St. Peter und Paul Rott konnte und kann die Zeit für die Vorbereitungen und Durchführung der notwendigen Renovierungsarbeiten genutzt werden: Die Fenster im Haus wurden ausgetauscht. Nachdem sich im Nachhinein herausgestellt hat, dass sich der Staub durch das Herausbrechen der Fenster trotz der Schutzfolien im ganzen Haus verteilt hat, musste hier die Putzaktion auch gleich nochmal wiederholt werden.

Im weiteren Verlauf der Schließungen werden in den einzelnen Kitas die Aufgaben verstärkt im Homeoffice verteilt. So wurden bereits viele Vorbereitungen für das kommende Jahr getroffen (Geburtstagskronen vorbereiten …), Beobachtungsberichte geschrieben und ergänzt, Elterngespräche vorbereitet (zum Teil im Home Office über Telefonkonferenz), Unterlagen sortiert (und ausgemistet!), Förderpläne geschrieben, viel telefoniert (mit Fachdiensten, Kolleginnen, Eltern) oder Themen für die Homepage gesammelt und aufbereitet.

Die Zeit wird auch für Weiterbildung in Form von Online-Fortbildungen und Fachliteratur genutzt. Konzepte, wie etwa das Schutzkonzept und im Bereich Arbeitssicherheit wurden geschrieben und bearbeitet.

Und: Die Kita-Teams denken viel an die Kinder und Familien!

Damit der Kontakt zu den Kindern und Eltern gehalten werden konnte und kann, wurde vorerst der analoge Weg gewählt: Die Kita-Leitung schrieben zusammen mit ihren Teams einen Brief für Eltern und Kinder mit vielen Grüßen und Beschäftigungs-Angeboten (wie Vorschul-Aufgaben, Ideen für Ostern und Frühling) und verschickten diesen mit der Post. Dort, wo die Eltern die E-Mail Adressen gemeldet hatten, konnte und kann auch auf diesem Weg Infomaterial und Bastelideen verschickt werden.

Auch die Homepage des Kita-Verbundes wurde bereits online gestellt – obwohl sie sich aktuell noch im Aufbau befindet und erst später freigeschaltet werden sollte – damit auch hier unter https://4kitas.de die Eltern mit Informationen versorgt werden können.

In der dritten Woche hatte sich jede Einrichtung für Ostern was Besonderes einfallen lassen.

In der Katholischen Kindertagesstätte St. Peter in Soyen wurden zum Beispiel Päckchen für die Kinder vorbereitet, gefüllt und dann auch noch von den Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen zu den Kindern nach Hause gebracht. Da war manch abenteuerliche Reise zu den etwas abgelegenen Häusern nötig!

Drei Kolleginnen haben ein Video zu einem beliebten Lied gedreht, das dann an die Eltern verschickt wurde.

Vom Katholischen Kindergarten St. Katharina Pfaffing aus gingen über 50 genähte Osterhasen (Foto) – zusammen mit Bastelangeboten, einem Kresse-Ei, einem Lied und der Ostergeschichte – auf die Reise zu den Kindern. Per Post wurden hier über 50 kleine Päckchen verschickt.

Es gab ganz wunderbare Rückmeldungen in Bezug auf die Geschenke, Briefe und Päckchen …

Die Kita-Leitungen Birgit Weilnhammer (Albaching), Gabi Vogl (Pfaffing), Barbara Hanke (Rott) und Anna Stieglbauer (Soyen) haben gemeinsam – in enger Zusammenarbeit mit den Erziehrinnen und Kinderpflegerinnen vor Ort und in Abstimmung mit der Verbund-Leitung Anita Schumann – die gesamte Organisationstruktur der Kindertagesstätten für diese Zeit im Ausnahmezustand neu ausgerichtet.

Sehr wichtig ist allen – trotz der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen – so weit wie möglich einen guten Kontakt zu den Kindern und Eltern aufrechtzuerhalten.

Gabi Barthuber, stellvertretende Leitung in Pfaffing hat es so formuliert: „Uns fehlen natürlich die Kinder, denn ohne sie ist es hier merkwürdig ruhig.“

Darum bereiten sich alle mit Freude darauf vor, wenn wieder alle Kinder die Einrichtungen besuchen dürfen.

 

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5 Kommentare zu “Eine Kita in der Corona-Krise

  1. Und auch der Integrationskindergarten aus Soyen war fleißig. Die Kinder bekommen täglich süße und hilfreiche Videos per WhatsApp über die Elternhandys geschickt. So kommen viele Lieder, Fingerspiele, Bastelanleitungen und Gedichte zum Mitmachen direkt zu den Kleinen und den Eltern nach Hause. Auch der Osterhase hat fleißig zu den Kindern nach Hause verteilt.
    Ein großes Danke für die liebevolle Fernbetreuung!

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  2. Öffnungszeiten?

    Vorneweg:ich finde den Einsatz der Kitas grandios. Danke dafür.

    Allerdings hoffe ich auch, dass an Urlaubs- und Überstundenabbau gedacht wird. Denn wenn die Einrichtungen wieder öffnen dürfen, haben bestimmt viele Eltern ihre Kapazitäten abgebaut und können nicht auch noch Ferien- und Schließzeiten der Kitas überbrücken….

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  3. Das war eines der ersten was verbraucht werden musste, lieber unbekannter Schreiber.
    Bedacht werden sollte, viele die im Kiga arbeiten sind Eltern und denen geht es wie Ihnen.
    Nur mal als Denkanstoss😉

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  4. Zuerst meinen allergrößten Respekt für alle Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen die in diesen schweren Zeiten jeden Tag für unsere Kleinsten
    da sind.
    Aber wie soll das alles weitergehen, bis jetzt weiß noch keiner wann unsere Kitas wieder ganz normal öffnen können.
    Wer denkt bitte an unsere angehenden Erzieherin/en im Anerkennungsjahr, Kinderpflegerin/en die Prüfung hätten.
    Bis jetzt gibt es noch keine klaren Infos wie es weitergehen wird.
    Es hängt sehr viel davon ab, vor allem die praktische Arbeit mit den Kindern (Erfahrungen sammeln)
    das Bewerben an einer neuen Kita und und……
    Einmal nur so zum Nachdenken!!

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  5. Öffnungszeiten?

    @Sonja, wenn dem so ist, ist das doch wunderbar.

    Und ja, auch Erzieherinnen werden durch die Krise individuelle Probleme familierer und organisatorischer Natur haben. Das tut mir für jeden von Herzen Leid. Alle sitzen mehr oder weniger im gleichen Boot und müssen das ihre dazu tun, um den Laden am Laufen zu halten. Da geht’s sehr vielen gleich… Nur mal so zum Nachdenken 😉

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