Eine kecke Werbe-Ikone

Museum Wasserburg stellt Covergirl für aktuelle Ausstellung vor

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Diesen Monat stellt das Museum Wasserburg das Covergirl der aktuellen Sonderausstellung „Die Reinlichkeit betreffend!“ vor, das zurzeit überall in Stadt und Altlandkreis zu sehen ist. Es handelt sich dabei um eine Werbefigur aus der Hand des italienischen Grafikers Gino Boccasile für die italienische Firma Paglieri.


Das Mädchen dreht sich schamhaft vom Betrachter weg, während es sich die kleine Achselhöhle mit einer riesigen Quaste pudert. Dabei verrät sein gepflegtes Gesicht seinen damenhaften Charakter. Wahrscheinlich wurde die Figur eines etwa zwei Jahre alten Mädchens gewählt, um die Erotik und verbotene Offenheit, die durch das Pudern einer erwachsenen Frau entstanden wäre, zu brechen.

Die kecke Kinderdame wurde wohl um 1950 von Gino Boccasile (1901-1952) entworfen.

Obwohl der Sohn eines Parfümeurs schon in jungen Jahren sein linkes Auge durch einen Unfall verlor, wurde er zu einem der gefragtesten Grafikern und Illustratoren Italiens. 1925 ging er nach Mailand und arbeitete sowohl als Werbegrafiker für große Unternehmen wie auch für bedeutende Zeitschriften. Besondere Aufmerksamkeit erlangten seine weiblichen Silhouetten. Während der 1930-er und 40-er Jahre verschrieb er sich und seine Kunst ganz dem Faschismus. Trotzdem konnte er bereits 1946 wieder eine neue Werbeagentur eröffnen und für verschiedene große italienische Firmen tätig sein, darunter auch Paglieri.

Paglieri ist seit 1876 als Familienunternehmen aktiv und stellt vor allem Parfüms und parfümierte Hygieneprodukte wie den bekannten Körperpuder Felce Azzurra aber auch Waschmittel und Raumsprays her. In Italien ist das Pudermädchen ein bekanntes Gesicht und gehört oft seit Generationen zur Badezimmerausstattung der Familien. Nach Wasserburg gelangte es als Werbeaufsteller der Seifensiederei Hinderegger, die in späteren Jahren ihr Ladensortiment um Markenprodukte anderer Anbieter ergänzte.

Tipp: Ostern ins Museum

Ganz egal, wie das Wetter draußen ist, die aktuelle Sonderausstellung „Die Reinlichkeit betreffend!“ lädt zu einem Besuch des Museums Wasserburg ein. Ostersamstag, Ostersonntag und Ostermontag ist das Museum von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Das Museum ist am Karfreitag geschlossen.

Abbildung: Werbeaufsteller: Pudermädchen, Pappe, bedruckt, 1950er Jahre. Entwurf Gino Boccasile (1901-1952),  um 1950, Museum, Inv.-Nr.: 10746.

 

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11 Gedanken zu „Eine kecke Werbe-Ikone

  1. „Kecke Kinderdame“? Eine seltsame Bezeichnung.

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    1. @Elena welche gedanken haben sie wieder bei der Bezeichnung?

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    2. Der deutschen Sprache wohl nicht mächtig was?

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      1. Martin Wimmer

        Richtig wäre: Der deutschen Sprache wohl nicht mächtig, was?

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  2. Rechtlich und moralisch nicht ganz unbedenklich – so ein Bild für Werbezwecke zu verwenden …

    Anm. d. Red:
    Kommentar gekürzt.

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  3. Sind wir inzwischen wieder soweit, dass man in allem, was nicht der Norm entspricht, etwas Unmoralisches oder Perverses sehen muss?

    Ich glaube nicht, hier handelt es sich doch ganz einfach um ein Werbemotiv aus den 50er Jahren, zugegeben für diese Zeit etwas freizügig, wo schon eine Nacktszene von Hildegard Knef eine Protestwelle auslöste.

    Hier handelt es sich nicht um das Nacktfoto eines Kindes, das im Internet kursiert.
    Und wer sich an so einem Motiv auf g…., dem ist einfach nicht mehr zu helfen.

    Da gibt es ganz andere Werbung, die Erotik ausstrahlt – denke da nur an die Fa-Werbung oder von Afri-Cola, um hier nur zwei zu nennen.

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    1. Sie haben wieder mal drauflos geredet, ohne vorher richtig zu lesen, @Roland.
      Zumindest mir ging es nicht um Freizügigkeit oder Nacktfotos, sondern (lesen!) um die seltsame Bezeichnung „Kinderdame“.

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      1. Ja Elena, wie bereits meine Vorschreiber Kare und Martin Wimmer geschrieben haben sind Sie der deutschen Sprache und Grammatik nicht wirklich her, diesen o. g. Begriff gibt es schon ein paar Jahre länger im deutschen Sprachraum. Und nach dem Sie hinter ihren Satz einen Punkt gesetzt haben und kein Fragezeichen ist das aus ihrer sicht eine tatsache und keine Frage!
        Und somit verstehe ich das auch so, dass sie in die Bezeichnung was interpretieren das dort nicht ist. Aber das machen Sie ja gerne.
        Ich könnte mich jetzt auch nicht entsinnen das ich in meinem Kommentar irgend jemanden direkt angsprochen hätte! Nach dem Sie darauf aber regaieren scheine ich ja den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben.
        Lesen sie einen Kommentar und interpretieren sie nicht immer irgendetwas hinein was dort nicht steht, das wird auf dauer langweilig.

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        1. Martin Wimmer

          Mein Kommentar bezieht sich nur auf Kare!

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        2. Aber Sie, werter Roland, sind der deutschen Sprache mächtig? Bei drei Grammatikfehlern schon in der ersten Zeile hege ich daran Zweifel. Die bei den folgenden – sich häufenden – Fehlern nicht weniger werden. Ein gutes Dutzend Rechtschreib- und Grammatikfehler finde ich happig. Wie war das noch gleich mit dem Glashaus und den Steinen?
          Die kreative – und zu der Kleinen passende – Wortneuschöpfung „Kinderdame“ kann man seltsam finden, muss man aber nicht. Zu behaupten, dass es die „Kinderdame“ schon „ein paar Jahre länger“ gebe, das ist nicht seltsam, das ist dumm. Ein Blick in den Duden hätte Ihnen diese Blamage erspart. Den Duden sollten Sie, werter Roland, vielleicht öfter mal zu Rate ziehen. Dann schreiben Sie vermutlich immer noch Müll, den aber dann wenigstens richtig.

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          1. Sprache != Rechtschreibung, nur so nebenbei 😉

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