Eine Gegenkandidatin für Michael Kölbl

Die Spatzen pfiffen es bereits von den Dächern, jetzt ist es offiziell: Der Wasserburger Bürgermeister Michael Kölbl wird bei der Kommunal-Wahl 2020 eine Gegenkandidatin der CSU haben. Diese nominierte gestern ohne Gegenstimme die 51-jährige Heike Maas als Spitzenkandidatin und Bewerberin für das Bürgermeisteramt. Maas legte in einer halbstündigen Antrittsrede ihre Ziele dar.

Doch zuvor gab sie ein klares Plädoyer ab: Für die Familie im allgemeinen und für ihre eigene. „Meine beiden Kinder und vor allem mein Mann stehen voll hinter mir. Ohne meinen Mann würde ich diese Aufgabe nicht anpacken”, versicherte die gebürtige Rosenheimerin, die bereits einiges an politischer Erfahrung mitbringt:

Seit 20 Jahren ist sie in verschiedenen Ämtern aktiv. Unter anderem war Heike Maas stellvertretende Landesvorsitzende der Europa-Union Bayern und Vorsitzende der Europa-Union im Kreisverband Rosenheim, Mitglied im bayerischen Landesvorstand und Bezirksvorstand Oberbayern der Frauen-Union und stellvertretende Vorsitzende des FU-Kreisverband Rosenheim Land. Und sie engagiert sich für die Sudetendeutsche Landsmannschaft – ihr Vater stammt aus dem Sudetenland.

Heike Maas lebte 17 Jahre lang in Söchtenau, ehe sie mit ihrem Mann vor gut zwei Jahren nach Wasserburg kam: „Eine Entscheidung des Herzens. Es ist kein Zufall, dass wir uns Wasserburg als Lebensmittelpunkt ausgesucht haben. Uns hat die Stadt schon immer ausgesprochen gut gefallen. Und wir wurden hier mit offenen Armen empfangen. Wasserburg ist für mich eine Herzensangelegenheit. Wir sind hier daheim”, sagte die Diplom-Kauffrau gestern bei der Aufstellungsversammlung.

Zusammen mit ihrem Mann Gerd betreibt sie eine Firma, die sich um Großprojekte in der Gesundheitsvorsorge kümmert.

Und was will sie in Wasserburg bewegen: „In der Stadt wird viel konsumiert, zu wenig investiert und viel zu wenig über Folgekosten nachgedacht. Das muss sich ändern, damit Wasserburg für die Zukunft gerüstet ist.”

Eine Lanze brach die Bürgermeisterkandidatin für die Unternehmer, die Betriebe und Handwerker in der Stadt. Zusammen mit den Vereinen seien sie der Motor Wasserburgs, würden aber viel zu wenig Anerkennung genießen. „Wir brauchen die Meggles, die Bauers, die Klobecks und Zeilsmeiers, die Menschen in den Vereinen. Sie schaffen es, dass die Stadt pulsiert. Unsere Unternehmer sind keine Melkkühe, die man ohne Ende ausnehmen kann und die man dann einfach links liegen lässt.”

Insgesamt sieht Heike Maas die Gefahr, dass Wasserburg nach außen hin nicht mehr wahrgenommen wird. „Wir haben keine Stellenwert mehr in der Region. Wasserburg ist als florierende Stadt mit einem unglaublich tollen Stadtbild nicht mehr erkennbar. Wir müssen da viel mehr trommeln.” Es fehle an einer Vision für Wasserburg. „Und die will ich zusammen mit den Menschen, mit den Wasserburger Bürgern entwickeln.”

 

Foto ganz oben: Begrüßt hatten die CSU-Mitglieder beim Huberwirt in Wasserburg der Ortsvorsitzende Wolfgang Schmid (links) und der CSU-Kreisvorsitzende Klaus Stöttner.  Beide sicherten der Kandidatin Heike Maas die volle Unterstützung zu. Abschließend ging’s zum gemeinsamen Foto zur schönen Aussicht …