Eine Frage der Identität

Wasserburger Theatertage (4): Warum wir sind, wie wir sind - Dance Affairs aus Nürnberg

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Wer wir sind, was wir sind, wie wir sind, warum wir sind, so wie wir sind, ob wir sind: Zwei Soli – eine Frage der Identität! Tanztheater in Bestform: Die Dance Affairs aus Nürnberg werden am Montag, 8. Mai, im Rahmen der Wasserburger Theatertage für einen außergewöhnlichen Abend sorgen. Ein zweiteiliger Tanztheaterabend wartet. Im ersten Solo P.S. (Porträt Series) „malt“ Choreograf Simone Sandroni sein subjektives Bild der Tänzerin und Darstellerin Susanna Curtis (unser Foto). Aus der Künstlerperspektive wird ein Leben neu erzählt. Im zweiten Solo …

… schlüpft aus dem Hamlet-Ei ein Hamlet Omelett. Tänzer Paolo Fossa spielt und spiegelt Hamlet und fragt: „Wer ist eigentlich Hamlet?“ Der tragische Melancholiker, der existenzielle Philosoph, der theatergeile Prinz? Die Zutaten werden gemischt, gewürzt und gebraten. Shakespeares Drama wird frisch angerichtet. Spannend, berührend, unterhaltsam – Shakespeare in der Gegenwart!

Choreografien: Simone Sandroni / Susanna Curtis.
Es tanzen: Susanna Curtis / Paolo Fossa.

„going solo“ ist eine Koproduktion mit der Tafelhalle im KunstKulturQuartier und wird von der Tanzzentrale der Region Nürnberg unterstützt sowie durch Zuschüsse der Stadt Nürnberg.

Dieses Projekt wird ermöglicht durch den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT) aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

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Im Porträt: Susanna Curtis

„Ich interessiere mich für Menschen, warum sie machen, was sie machen, warum sie sind, so wie sie sind“ sagt Choreographin Susanna Curtis. Geboren in London, UK, aufgewachsen in Schottland und seit 1988 in Deutschland, gründete sie im Jahr 2000 die Tanztheater Kompanie Curtis & Co. – dance affairs in Nürnberg, um genau dieser Grundidee nachzugehen.

„Ich komme vom Tanz, und Tanz, Bewegung und die Arbeit mit Tänzern/innen sind die Basis meiner Produktionen. Tanz ist ein hervorragendes Mittel, um Gefühle und Stimmungen  auszudrücken. Aber das „Theater“ in Tanztheater ist für mich genau so wichtig. Eine Auseinandersetzung mit Wort und Text ist für mich faszinierend. Schauspieler/Innen, Sänger/innen und Artisten sind oft Teil des künstlerischen Teams.“

Curtis sieht ihre Arbeit als den Versuch, die Essenz eines Themas herauszuholen, in Bewegung umzusetzen und dabei eine geeignete Körpersprache für jede/n Darsteller/in zu entwickeln.

Inspiration für Curtis‘ Produktionen wird oft in der Literatur gefunden – zum Beispiel die Arbeit an einer Trilogie Shakespeare Tragödien. Nach der Auseinandersetzung mit Othello (twOthello, 2010) und Macbeth (MacbeTh-ree, 2013) gab es eine König Lear Interpretation Anfang 2015. Weitere literarische Quellen lieferten  die Artus Sagen (Clinic Camelot, 2008) Anton Tschechows Drei Schwestern (Prosorov Park, 2012)und die schottische Autorin Janice Galloways The trick ist to keep breathing (in-side-out, 2013).

Macht, Eifersucht, psychische Krankheiten, Sehnsucht, der Fremde in der Fremde, Familienkonflikte – Curtis & Co scheut sich nicht vor ernsten Themen.

Es fehlt aber nicht an Humor in Curtis‘ Arbeiten. Man denkt nur an das herrliche Persiflagesolostück  Aus der Asche (2005) und das daraus resultierende Kurzsolo Fitness mit Frieda (2008) oder an die ca. 100 Gartenzwerge, die die Bühne bei Dancing with Dwarves (2006) bevölkerten. Auch wenn Curtis sich mit ernsteren Themen beschäftigt, fehlt nie die Prise feiner, ironischer oder schwarzer britischer Humor und Skurrilität.

Susanna Curtis: „Der Probenprozess einer neuen Produktion ist für mich immer eine Entdeckungsreise. Meistens weiß ich nur grob, wo es hingehen soll, habe bestimmte Bilder und Begegnungen im Kopf. Spannend wird es, wenn das Team sich im Probenraum trifft. Es wird erst mal viel thematisch improvisiert und ich bin immer für Überraschungen offen.

Ich verstehe jede Produktion als Gesamtkunstwerk, auch wenn ich diese Bezeichnung nicht mag. Die Arbeit der Kostümbildnerin, des Lichtdesigners, der Bühnenbildnerin, des Technikers, des Fotografen, der Grafikerin, der Darsteller/innen und der Tänzer/innen als auch des Assistenten  sind für mich genau so wichtige Bestandteile des künstlerischen Prozesses als meine eigene Arbeit als Choreographin und Regisseurin.“

Quelle: susanna-curtis.de

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