Eine bunte Mischung, ganz wunderbar!

Attel, Wasserburg und zurück: Fast 100 Teilnehmer radelten bei der Tour de Rolli

image_pdfimage_print

Es war eine bunte Mischung an Teilnehmern, die am vergangenen Feiertag von Attel nach Wasserburg rollten. Zur Tour de Rolli, einer inklusiven Fahrradtour, zu der Ulrich Huber vom Bereich Freizeit und Kultur der Stiftung Attl geladen hatte, kamen knapp 100 Besucher – und damit viel mehr, als der Veranstalter sich erhofft hatte.

Vom alten Klosterhof in Attel ging es über Viehausen und Reithmehring über den Radweg nach Gabersee und von dort die Köbingerbergstraße hinunter zur CAFESITObar am Bürgerbahnhof. Mit dabei war auch Vorstand Franz Hartl. „Ich möchte mich vor allem bei den ehrenamtlichen Helfern bedanken, ohne deren Hilfe die Tour de Rolli nicht hätte stattfinden können“, sagt Franz Hartl in der CAFESITObar. „Wie so viele inklusive Aktionen in der Stiftung Attl ist auch diese Veranstaltung etwas Besonderes, die es in dieser Form sonst in der Region nicht gibt.“

Dabei stand am Vortag noch auf der Kippe, ob die Tour de Rolli überhaupt stattfinden würde. In den beiden Vorjahren spielte das Wetter nicht mit, und auch diesmal sprachen die Vorhersagen von Regen. „Umso mehr freut es mich, dass das Wetter gehalten hat und wir trocken und mit guter Laune unsere Tour starten konnten“, sagt Ulrich Huber. Vor allem genieße er das Wiedersehen mit vielen alten Bekannten. Einige der Ehrenamtlichen waren schon bei der ersten Tour de Rolli vor acht Jahren mit dabei und sorgten auch diesmal dafür, dass es für alle Teilnehmer ein gelungener Ausflug wurde.

So unterschiedlich wie die Teilnehmer waren die rollenden Gefährte. Neben normalen Fahrrädern nahmen Dreiräder, Liegeräder, Tandems sowie Liegetandems teil. Fehlen durften außerdem nicht die Hochradfahrer aus Albaching, die die Tour de Rolli ebenfalls seit der ersten Stunde unterstützen.

„Es ist eine schöne Veranstaltung, zu der wir immer wieder gern kommen“, sagte Hans Reithmeier, Weltmeister im Hochradfahren 2011, der stilecht mit Frack und Zylinder gekleidet war. Vor allem gefalle ihm die entspannte Atmosphäre und das Miteinander. „Sonst geht es bei einer Radveranstaltung ums möglichst schnelle Ankommen.“ Bei dieser Radtour zähle vielmehr das gemeinsame Erlebnis und die Freude am Fahren.

Denn die Tour de Rolli ist für viele schwer- und mehrfachbehinderte Betreute der einzige Fahrradausflug in größerer Runde im Jahr. Hoch ist der Organisationsaufwand im Vorfeld, und es bedarf vieler ehrenamtlicher Helfer, die dieses Event überhaupt erst möglich machen. „Natürlich wollen wir, dass der Ausflug für alle ein großer Spaß ist und sie gut ankommen“, betonte Huber.

Ein Begleitfahrzeug sorgte dafür, dass niemand zurückblieb. Vier Fahrradhelfer der Johanniter sicherten die Straßen vor dem Verkehr und kümmerten sich darum, dass an gefährlichen Stellen wie dem Kreisverkehr bei Gabersee alle gut über die Straße kamen. „Und die weniger Mobilen brauchen in ihren Rollfiets und Tandems einen kräftigen Helfer, der das Fahrrad antreibt“, erklärte Huber.

Zum Glück kam hier unter anderem Unterstützung von der Fahrradabteilung vom TSV Wasserburg. Auch wenn manche der Gefährte schon einen Elektromotor haben, funktionieren manche noch mit reiner Muskelkraft – was selbst für geübte Sportler eine Herausforderung sein kann. „Es ist doch wichtig, wenn solche Veranstaltungen überhaupt stattfinden können“, sagte der TSVler Andreas Aß. Für ihn sei es beruhigend zu wissen, dass sich die gleiche Unterstützung auch dann finden würde, wenn man selbst darauf angewiesen ist. „Allein schon deswegen machen wir von den Radsportlern hier mit.“

Doch schließlich schafften alle den Weg zur CAFESITObar, wo eine kleine Stärkung mit belegten Semmeln und Getränken die Teilnehmer erwartete. Für Unterhaltung und gute Stimmung sorgte dort die Attler ABM-Band, die im Gastraum der CAFESITObar spielte. Hier erhielten außerdem alle Teilnehmer eine Medaille und die Ehrenamtlichen ein kleines Dankeschön, bevor die Gruppe gestärkt wieder den Rückweg nach Attel antreten konnte.

Birgit Schlinger

Fotos: Stiftung Attl

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Leitfaden für die Veröffentlichung von Kommentaren