Ein schönes Miteinander

Wasserburg: Schüler aus Afghanistan, Bulgarien, Syrien und Bayern kochten gemeinsam

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Zu den besonderen, pädagogischen Zielsetzungen der Beruflichen Oberschule Wasserburg gehört die Integration der Berufsintegrationsklassen in die Schulgemeinschaft. Deshalb gibt es immer wieder einmal Gelegenheit, bei gemeinsamen Aktionen im Wasserburger Schulhaus oder andernorts miteinander ins Gespräch zu kommen. Eine schöne Aktion dazu fand jetzt statt: Schülerinnen einer 11. Klasse der Ausbildungsrichtung Sozialwissen und …

… die BIK 1 trafen sich im Evangelischen Gemeindehaus zum gemeinsamen Kochen und Essen.

Während die Schülerinnen und Schüler aus Afghanistan, Bulgarien und Syrien mit entsprechenden Rezepten aus ihrer Heimat für Vor- und Nachspeise sorgten, war es die Aufgabe der bayerischen Schülerinnen zwei heimische Hauptgerichte und Salat auf den Tisch zu zaubern. Die Arbeitsgruppen wurden „als gemischte Doppel“ organisiert, um möglichst viele Kontakte zwischen den unterschiedlichen Teilnehmern herzustellen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Fachbetreuerin der Fachrichtung Sozialwesen, Frau Herdle, und die Integrationsbeauftragte der Beruflichen Oberschule, Frau Storm-Propp, schwärmten alle zum Einkauf aus, wobei die zuvor angefertigten Listen schon einige Neugierde geweckt hatten:

Wozu braucht man 400 Gramm frischen Koriander, einen Granatapfel und Kardamonkapseln? Und warum sollte man bitte schön frische Minze einkaufen, wenn es bei einer schulischen Veranstaltung garantiert keinen Hugo zum Apéritif geben würde?

Nach zweieinhalb Stunden des gemeinsamen Schnipselns, Rührens, Knetens und Schichtens waren die Rätsel gelöst und der Tisch reichlich gedeckt:

Mit Gemüsetaschen mit Koriander- und Granatapfelsoße, Samosas genannt, Käsespätzle, Gemüselasagne, Salat und einer afghanischen Nachspeise aus Milch, Reispulver und Kardamon. Es versteht sich, dass es wahrlich ein Abenteuer für alle Beteiligten ist, in einer normal eingerichteten Küche mit angrenzendem Essraum mit und für 27 Personen zu kochen.

Umso erstaunlicher waren das harmonische Miteinander, die wechselseitige Rücksichtnahme und das Improvisationstalent, das die gesamte Crew auszeichnete. Es bestand eben nicht nur aus sachkundigen Köchinnen und Köchen, sondern auch aus jenen dienstbaren Geistern, die die Zuarbeiten erledigten, zwischendurch schon einmal aufräumten und abwuschen, um das Chaos nicht die Oberhand gewinnen zu lassen.

Am Ende der Veranstaltung sah man jede Menge zufriedene Gesichter: weil der Vormittag eine Abwechslung zum schulischen Alltag geboten und man köstlich gespeist hatte – nicht zuletzt aber auch, weil man Menschen, die einem zuvor fremd waren, ein wenig kennen und schätzen gelernt hatte.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an die Evangelische Gemeinde Wasserburg, die ihre Räumlichkeiten großzügig für diese Aktion zur Verfügung gestellt hat.

msp

Fotos: BOS

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