Ein schöner Stern am Trachtler-Himmel

Traditioneller Gauheimatabend am Vortag zum heutigen Gautrachtenfest in Bernau

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Den krönenden Abschluss bildete gestern der mit 16 Paaren einstudierte Sterntanz der Bernauer Gaugruppe der „Maxglaner“ – einstudiert anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006! Absoluter Bühnen-Auftritts-Höhepunkt im Trachtenjahr ist beim Chiemgau-Alpenverband der traditionelle Gauheimatabend am Vortag zum heutigen Gautrachtenfest. Überaus gut gefüllt war heuer das Festzelt vom gastgebenden Trachtenverein „D´Staffestoana“ Bernau, als die Festmusikkapelle Bernau unter der Leitung von Albert Osterhammer mit einem Marsch einstimmte und gleich darauf die Kindergruppe vom Festverein beim Auftanz und die Gaugruppe beim Mooswinkler-Plattler begleitete.

Vorstand Franz Praßberger vom Bernauer Festverein sprach in seinen Grußworten von einer Herzensfreude, die seine Mitglieder bei der Aufgabe, ein Gaufest ausrichten zu dürfen, erfüllt habe. Er dankte für das gute Miteinander mit dem Gauverband ganz nach dem Motto „Oid und Jung miteinand“ und in diesem Sinne begrüßte er die Jüngsten geradeso wie Ehrenvorstand Balthasar Obermaier und zahlreiche Ehrengäste.

Stellvertretend für die zahlreichen Helferinnen und Helfer, die zum Gelingen eines Gaufestes beitragen, dankte er der örtlichen Schleipfner-Familie für das grandiose Bühnenbild mit einer alten Bauernhof-Fassade sowie der jungen Künstlerin Stefanie Dirscherl, die die Themen Tracht und Kunst malerisch auf schöne und zeltschmückende Bilder brachte. Schirmherr und Bürgermeister Philipp Bernhofer sprach in seinem Grußwort von einem Großprojekt, das ein Gaufest darstellt und er bat die anwesenden Berliner Gäste um Verständnis, wenn er das Gaufest zu manch anderem Großprojekt in der Bundeshauptstadt in einen Vergleich brachte.

„Hut ab vor dem Gaufest-Projekt und Hut ab vor dem Bernauer Trachtenverein, der in den letzten beiden Jahren über sich hinausgewachsen ist und jetzt bei der Festwoche die Ernte seiner vielfältigen Bemühungen einfahren kann“ – so der Schirmherr. Jugendleiter, Vortänzerinnen, Vorplattler und alle, die als Ausbilder und Probenmusikanten beim Bernauer Trachtenverein sowie beim Chiemgau-Alpenverband mit der Jugend- und Gaugruppe zu tun haben, hatten vorzügliche Vorarbeit geleistet, so dass den Heimatabend-Besuchern ein Feuerwerk frischer Musik- und Tanz-Auftritte geboten werden konnte.

Hierzu trugen mit ihren Auftritten bei die fünf Hafenstoana Alphornbläser aus Bernau, die Sunnafeld-Dirndl mit ihrem feinen Gesang, die Bernauer Ziachmusi, die Trachtengruppen vom Festverein und Gauverband sowie als Ansager Musikwart Thomas Hiendl aus der Feldwies.

Georg Westner, Zweiter Gauvorstand vom Chiemgau-Alpenverband hieß in seinem Grußwort die Vertreter vom Bayerischen Trachtenverband sowie von den Paten- und Nachbars-Gauverbänden willkommen. Mit den Worten „Ein Gaufest ohne Otto Dufter ist eigentlich nicht denkbar“ erinnerte Westner an den vor kurzem verstorbenen Gau-Ehrenvorstand aus Unterwössen, der  mit seinem langen und vorbildhaften Trachtlerleben im Chiemgau Maßstäbe gesetzt hat. Mit Blasmusik und mit Barmusik endete der Gauheimatabend, den der Berliner Gast Michael Haenl wie folgt charakterisierte: „Einfach Spitze, was die Bayern machen, man kann sich kaum satt sehen, mein Geheim-Tipp sind die Kuchen, die von den Bernauer Frauen angeboten werden“.

Empfang im Bernauer Rathaus

Seit einigen Jahren ist es beim Gaufest vom Chiemgau-Alpenverband gute Gewohnheit geworden, anstatt der Vorplattler- und Vorstände-Versammlung einen Empfang zu gestalten. Dieser fand angesichts eines drohenden Gewitters nicht vor, sondern im Rathaus von Bernau statt. Auf dem Vorplatz stellte sich der örtliche Gewerbeverein in den Dienst des Trachtenvereins und versorgte die Abordnungen der 23 Trachtenvereine mit Getränken. Im Sitzungssaal hießen Vorstand Franz Praßberger, Gauvorstand Miche Huber und Bürgermeister Philipp Bernhofer die große Chiemgauer Trachtlerfamilie willkommen. Dabei würdigte Gauvorstand Huber die Gastfreundlichkeit der Bernauer und er sagte: „Das Gaufest ist ein Spiegelbild unserer ganzjährigen Arbeit und unsere Arbeit ist auch 135 Jahre nach der Gründung des ersten Trachtenvereins in Bayern voll und ganz zeitgemäß“.

Gedenken in der Kirche

Aufgrund der Wetterlage musste das Gedenken an die gefallenen, vermissten und verstorbenen Vereinskameraden in die Kirche „St. Laurentius“ verlegt werden. Pfarrer Klaus Hofstetter sprach nach einer biblischen Lesung und den Fürbitten von einem Fest, das Zeugnis für christliches Leben geben kann. Die Vorstandschaften vom Festverein und Gauverband legten in der Kirche einen Kranz nieder und sie ehrten mit Weisen der Musikkapelle Bernau auf diese Weise die Verstorbenen. Anschließend ging es unter Regenschirmen ins Festzelt.

Foto: Hötzelsperger

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