Ein Rezept gegen Dürre

Fuchsthal: Gemeinsame Anstrengungen für den Grundwasserschutz lohnen

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Im Wasserschutzgebiet Fuchsthal der Stadtwerke Wasserburg diskutierten jetzt Landwirte, der Vertreter der Stadtwerke und die Wasserschutzberater der Firma Ecozept aus Freising über die gemeinsamen Maßnahmen zum Grundwasserschutz. Trotz der Trockenheit in diesem Jahr zeigen sich die Maisäcker im Trinkwasser-Einzugsgebiet rund um Evenhausen auch nach der Ernte begrünt. Dies sei den seit Jahren praktizierten Gras-Untersaaten zu verdanken, wodurch die Wasserqualität für die Zukunft gesichert werde …

Unser Foto zeigt die Landwirte zusammen mit Josef Mayer, Betriebsleiter Wasserwerk der Stadtwerke (8. von rechts), und den Wasserschutzberatern von Ecozept Werner Rauhögger (1. von links) und Philipp Maier (2.von rechts) bei der Feldbegehung.

Über die Herausforderungen und den Nutzen dieses Systems sowie die vielen Gründe für die unterschiedlich gut entwickelten Untersaaten tauschten sich die Landwirte mit dem ausführenden Lohunternehmer, dem Vertreter der Stadtwerke Wasserburg und den Wasserschutzberatern Werner Rauhögger und Philipp Maier des Ingenieurbüros Ecozept aus Freising bei einer Feldbegehung aus.

Die Weidelgras-Mischungen werden in einer gemeinsam organisierten Aktion im Mai/Juni durch Lohunternehmer Josef Freiberger in die jungen Maisbestände gestreut. Die Landwirte legen sich bereits im Frühjahr auf die Maßnahme fest und sprechen Aussaattermine und Pflanzenschutz mit den Wasserschutzberatern vom Büro Ecozept ab, das den umfangreichen Abstimmungsaufwand bündelt. So konnten mit hoher Schlagkraft in nur drei Terminen gut 60 Hektar Untersaaten gesät werden.

Selbst im heurigen, sehr trockenen Jahr, in dem der Mais vermeintlich alle Wasserreserven der Böden für sich hat beanspruchen müssen, konnten sich die Untersaaten etablieren und nach der Maisernte ihre Aufgabe übernehmen. „Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich aus nur zarten Gräsern zwischen den Stoppeln ein ganzer Gras-Teppich entwickeln kann“, berichtete Betriebsleiter Josef Mayer von den Stadtwerken.

Wenn das Verfahren aus einem bestimmten Grund nicht klappt, wird mit schnellwachsenden Kreuzblütlern reagiert. Laut Berater Philipp Maier zeigt sich dadurch, „dass alle Landwirte darauf erpicht sind, über den Winter einen Bewuchs auf den Äckern zu haben, der überschüssigen Stickstoff bindet, vor Auswaschung schützt und für das nächste Anbaujahr zu Verfügung stellt.“

Dabei ist man im ständigen Austausch, die Praxistauglichkeit des Untersaat-Verfahrens weiter zu verbessern. Dieses Jahr wurde auf Untersaatflächen der Einsatz einer Messerwalze getestet. Dadurch werden die Maisstoppeln zerkleinert, wodurch der bedeutendste Schädling im Mais (Maiszünsler) mechanisch reduziert werden kann. Es zeigte sich, dass diese Maßnahme auch mit einem solchen Gerät ebenso wie durch Mulchen ohne störende Beeinträchtigung der Untersaat durchführbar ist.

Auf den Getreideflächen bleibt nach der Ernte weit mehr Zeit für den Anbau von Zwischenfrüchten vor der nächsten Sommerung. Dabei speichern die vielfältigen Pflanzenmischungen den überschüssigen Stickstoff in ihrer Wurzel-, Spross- und Blattmasse. Außerdem ernähren sie das Bodenleben und sorgen für Bodenlockerung und Aufrechterhaltung der Bodenfruchtbarkeit.

Insgesamt waren sich alle Teilnehmer der Feldbegehung einig, dass sich die gemeinsamen Anstrengungen für den Grundwasserschutz lohnen. Denn sie helfen auch dem Landwirt, den Boden zu verbessern, der nach wie vor sein wichtigstes Kapital ist.

 

 

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