„Ein Moment der Ratlosigkeit”

Peter Rink, Vorsitzender des Heimatvereins für Wasserburg und Umgebung, zum Tode Dorle Irlbecks

Der Heimatverein für Wasserburg und Umgebung (Historischer Verein) trauert um Dorle Irlbeck. Sie war in den letzten Jahrzehnten dem Verein eine sehr wichtige Stütze bei vielen seiner Veranstaltungen. „Sie hat durch ihr Leben, ihr Wesen, ihren steten hohen Einsatz viel zur Heimatpflege in unserer Stadt beigetragen”, so der Vorsitzende des Vereins, Peter Rink, in seinem Nachruf.

„Die Welt lebt von den Menschen, die mehr tun als ihre Pflicht” – dieser Satz habe auf Dorle Irlbeck wie wohl kaum auf eine Zweite zugetroffen. „Eine Aufgabe zu erledigen, war ihr immer zu wenig und so  kam es denn auch, dass sie sich um Ausstellungen im Museum ebenso bemühte wie um die Veranstaltungen des Heimatvereins. Sei es der Krippenweg oder der Engelweg oder die zahllosen anderen Aktivitäten, die sie organisierte, keine Aufgabe war ihr zu viel. Und sie sprühte vor Ideen, wie man Wasserburg noch schöner gestalten könnte”, so Rink. „Weißt, es ist halt meine Stadt“, habe sie einst zu ihm gesagt, „als ich sie danach fragte, was sie denn so antreibe”.

Der Vorsitzende weiter: „Ihre Familie und die Gerberei ihrer Familie waren ihr dabei gleichzeitig Lebensinhalt. Hier zeigte sich auch ihr ungeheurer Familiensinn. Dorle Irlbeck wird der Stadt fehlen, den Menschen, die sie kannten. Dabei scheute sie auch keine Meinungsverschiedenheit. Ein großes Anliegen, das wir beide teilten, war die Schaffung des Depots für das Museum. Im Stadtrat gab es einige Kritiker. Hier konnte Dorle Irlbeck sehr energisch werden, wenn sie ihnen entgegenhielt: ,Kümmert Euch um die Erinnerung’.”

Das Motorradfahren sei Zeit ihres Lebens eine große Leidenschaft gewesen. „Und wenn mancher in Wasserburg sich über die zahlreichen Motorradfahrer, die rund um den Marienplatz parkten, ereiferte, konnte sie zusammen mit ihrem Alex, mit großer Energie widersprechen. Dieses Lebensgefühl war für Dorle ein Teil der Freiheit der Menschen. Und Dorle feierte gerne. An ihrem 80. Geburtstag lud sie nach Babensham ein und es kamen alle, die ihr am Herzen lagen. Ich weiß, dass sie ihren 85. Geburtstag heuer auch noch gerne gefeiert hätte, aber die äußeren Umstände hätten das sowieso nicht zugelassen”, schreibt Peter Rink.

Und weiter: „Nun ist sie gegangen durch das Tor, hinter dem das große Licht zu finden sein soll. Zu ihrem 80. Geburtstag sagte ich in der Laudatio des Heimatvereins: ,Passt bitte gut auf unsere Dorle auf, denn viele von uns ahnen nicht, wie ratlos wir wohl sein werden, wenn sie uns nicht mehr helfen kann’. Nun ist er da, der Moment der Ratlosigkeit. Wir verneigen uns vor einer großen Wasserburgerin und werden ihr Andenken stets in Ehren halten.”

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