Ein Mann mit Ecken und Kanten

... steht am Inn und wird eingeweiht - Künstler Bruckner inspiriert von Luthers Mut

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Der Wasserburger Skulpturenweg am Inn ist schon seit dem letzten Herbst um ein Kunstwerk reicher geworden: Marco Bruckner, Bildhauer aus Nöstlbach bei Pittenhart, hatte das Gremium der AK 68-Künstlergemeinschaft überzeugen können, eine seiner Luther-Figuren anzunehmen und in den Skulpturenweg zu integrieren. Am kommenden Sonntag, 3. Juni, nun findet um 17 Uhr die offizielle Einweihung statt. Alle Kunstinteressierten sind herzlich dazu eingeladen …

Der Skulpturenweg besteht aus etwa 30 Kunstwerken von namhaften Künstlern. Seit 1988 besteht die „Open-Air“ Galerie und ist in dieser Art eine der größten in ganz Deutschland.

Auf seiner Homepage schreibt Marco Bruckner zu seinem Luther-Projekt:

Anlässlich des Reformationsjubiläums habe ich mich intensiv mit dem Menschen Luther, seiner Persönlichkeit und seinem Gedankengut auseinandergesetzt. Es sind 500 Jahre vergangen, seitdem sich Martin Luther auf den Weg zur Schlosskirche zu Wittenberg gemacht hat, um seine 95 Thesen dort an die Türe anzuschlagen. Luther war kein einfacher Mann – ein Mann mit Ecken und Kanten – weder angepasst noch bequem. Er wollte Diskussionen anregen, er kritisierte, stellte geltende Regeln in Frage und er war mutig. Es geht eine Faszination aus von solch einer Charakterfigur. Dabei sind acht Skulpturen im vergangenen Jahr entstanden.

Inspiriert von Luthers Mut und Selbstvertrauen habe ich versucht, diese einzigartige Persönlichkeit respektvoll in Figuren umzusetzen. Jede der acht Figuren zeigt dessen einzigartiges Wesen. Ein verbindendes Element aller Arbeiten gibt es – die Bibel. Die Luther-Bibel, die ihn begleitete, immer und überall. Stets trug Martin Luther sie an seinem Herzen.

Der Werkstoff Holz ist mein Metier. Dabei geht es nicht um zarte Formen, sondern um die Reduzierung der Form auf den Charakter der dargestellten Persönlichkeit. Die wesentlichen Merkmale werden herausgearbeitet und lassen die Vielschichtigkeit dieses berühmten Kirchenvaters erkennen. Jede der acht Figuren zeigt dessen einzigartiges Wesen.

Luther steht auch für den Begriff „Denkmal“ – den er während der Übersetzung der Bibel schuf und der einen festen Platz im Vokabular der Deutschen Sprache und der Architektur gefunden hat. Was lag näher, ein Denkmal für Luther zu schaffen. Denkmal – auch im Sinne von „denk mal nach“. Mir ist es ein großes Anliegen, in meinen Arbeiten den Betrachter zum Nachdenken anzuregen. Und gerade hier geht es nicht um hübsche Ansichten einer Figur, sondern um das Erkennen des wahren Ichs. Ich versuche das Innere nach Außen zu stülpen und Herz, Verstand und Gefühle freizulegen.Damit fordere ich den Betrachter auf, sich mit dem Werkstück auseinanderzusetzen.

Die Arbeiten sind mobil und können einzeln oder in der Gruppe präsentiert werden. Eine eindrucksvolle Präsentation ist die Aufstellung im Sinne eines Weges. Der Weg zur Schlosskirche, aber auch der Weg der Entwicklung der Persönlichkeit.

 

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