Ein Mahnmal für Wasserburg

Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus: Jury hat entschieden

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Die Jury hat entschieden: In der kommenden Woche – am Mittwoch, 20. März – wird der Presse der Sieger-Entwurf im Gestaltungswettbewerb eines Denkmals für die Wasserburger Opfer des Nationalsozialismus am Heisererplatz in Wasserburg vorgestellt. Die Wettbewerbs-Aufgabe lautete: Das Denkmal soll an all jene Wasserburgerinnen und Wasserburger erinnern, die Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes geworden sind. Hierzu zählen die NS-„Euthanasie“-Opfer aus den heutigen Stadtteilen Gabersee und Attel, Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter, Kriegsopfer, politische Opfer, Wehrdienstverweigerer und Deserteure sowie Wider-standskämpferinnen und Widerstandskämpfer.

Die mit Abstand größte Opfergruppe hierunter ist die der NS-„Euthanasie“-Opfer, die soweit möglich, namentlich am oder als Teil des Denkmal/s genannt werden sollen, falls die betroffenen Menschen ermordet wurden. Nach derzeitigem Forschungsstand sind 670 Namen bekannt.

Die Stadt Wasserburg versteht unter dem Opferbegriff jedoch nicht ausschließlich Menschen, die ermordet wurden, sondern auch diejenigen, denen körperliches und seeli-sches Leid zugefügt wurde und die in irgendeiner Form staatlichem/parteilichem Zwang aus-gesetzt waren, inhaftiert wurden, ein Amt nicht mehr ausüben konnten oder individuell unter dem Regime gelitten haben.

Das Denkmal soll einerseits an bereits bekannte, durch wissen-schaftliche Forschungen herausgestellte und dadurch konkret fassbare spezifische Opfer-Gruppen erinnern. Es soll jedoch auch mögliche unbekannte Opfer einschließen können – ohne aber dadurch zu ‚verwässern’, ungenau zu werden oder an Tiefenschärfe einzubüßen. Dass Forschungsaufgaben, geschichtliche Auswertungs- und Erinnerungsarbeit keine abge-schlossenen Prozesse sind, soll den Gestaltenden bewusst sein und darf daher auch in Gestaltungsideen einfließen.

Das Denkmal soll am Wasserburger Heisererplatz im öffentlichen Raum für alle frei zugänglich zu sehen sein …

Foto / Quelle: Klinik-Museum Gabersee

 

 

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