Ein Jahr gegen „Auto-Poser“

Neue Ermittlungsgruppe: Polizei und Staatsanwaltschaft ziehen positive Bilanz

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Nach einem Jahr Ermittlungsgruppe „Auto-Poser-Szene ziehen Polizeipräsident Robert Kopp, der Leiter der Staatsanwaltschaft Rosenheim, Oberstaatsanwalt Gunther Schabert und Polizeioberrat Volker Klarner eine positive Bilanz: „Die Verkehrssicherheit auf unseren Straßen ist uns besonders wichtig und gerade deshalb werden wir nicht zulassen, dass eine unbelehrbare Minderheit von Rasern immer wieder andere Verkehrsteilnehmer durch bewusst rechtswidriges Fahrverhalten gefährden. Wir werden weiterhin alle rechtlichen Möglichkeiten, sowohl präventiv als auch repressiv, ausschöpfen und konsequent gegen die Raser-Szene vorgehen.“

Nach nun einem Jahr ziehen Polizei und die Staatsanwaltschaft eine positive Bilanz. Im Zusammenhang mit den bereits seit Mitte 2016 gesammelten Erkenntnissen aus Geschwindigkeitsmessungen, allgemeinen Verkehrskontrollen sowie anlassbezogenen Kontrollen kristallisierten sich zirka 20 auffällige Kraftfahrzeugführer heraus, davon fielen neun dauerhaft negativ auf.

Im Dienstbereich der Polizeiinspektion Rosenheim wurden im Bereich der bekannten „Raserstrecken“ im Zeitraum von November 2017 bis November 2018 insgesamt 313 Lasermessungen mit insgesamt 576 Beanstandungen und 39 Fahrverboten durchgeführt. Dabei war der traurige Spitzenreiter ein 20-jähriger Österreicher mit gemessenen 130 km/h auf der Kufsteiner Straße im Stadtgebiet Rosenheim.

Dazu Polizeipräsident Robert Kopp: „Die von der Ermittlungsgruppe „Auto-Poser-Szene“ durchgeführten Kontrollen haben erfolgreich Wirkung in der „Szene“ gezeigt. Wir dulden keine Raser auf unseren Straßen und gerade deshalb werden wir weiterhin konsequent, unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten, gegen diese vorgehen!“

Im Rahmen mehrere anlassbezogener Kontrollen durch die beteiligten Polizeidienststellen wurden seit 1. Januar 2018 118 Verstöße gegen die Straßenverkehrszulassungsordnung zur Anzeige gebracht, welche im Regelfall ein empfindliches Bußgeld sowie Punkte in Flensburg zur Folge hatten. Des Weiteren wurden in diesem Zusammenhang auch technische Gutachten in Auftrag gegeben. Die dafür entstandenen Kosten in Höhe von 500 bis 1000 Euro wurden den Betroffenen zusätzlich auferlegt.

Im Jahr 2018 wurden im Nahbereich der Polizeiinspektion Rosenheim zwölf Anzeigen gemäß dem aufgrund der Gesetzesänderung im Oktober 2017 neu geschaffenen Paragraphen „Verbotenes Kraftfahrzeugrennen“ zur Anzeige gebracht, bei sieben Fällen erfolgten bereits Verurteilungen. Dabei konnten bei zehn verbotenen Kraftfahrzeugrennen die Führerscheine der Beschuldigten und bei sechs  verbotenen Kraftfahrzeugrennen zusätzlich die Pkw sichergestellt bzw. beschlagnahmt werden.

„Die neue Strafvorschrift, wonach illegale Autorennen nicht mehr als Ordnungswidrigkeit bewertet werden, sondern eine Straftat darstellen können sorgt hier für eine positive Entwicklung. Durch die damit einhergehenden rechtlichen Möglichkeiten, wie Entzug der Fahrerlaubnis oder die Sicherstellung bzw. Einziehung der verwendeten Kraftfahrzeuge, erreichen wir zusätzlich eine abschreckende Wirkung“, so Oberstaatsanwalt Gunther Schabert.

Neben den präventiven und repressiven polizeilichen Tätigkeiten wurden gleichzeitig in Zusammenarbeit mit der Stadt Rosenheim verkehrsrechtliche Maßnahmen angeregt, um besonders tangierte Innenstadtbereiche für die Szene möglichst unattraktiv zu gestalten.

 

Zentrale Ermittlungsgruppe „EG Auto-Poser-Szene-RO“

Im Juli 2017 trafen sich auf Initiative und Einladung des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd alle zuständigen Behörden, um über ein miteinander abgestimmtes, konzertiertes und zielgerichtetes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung der „Auto-Poser-Szene“ in Stadt und Landkreis Rosenheim zu beraten. Dieser „Runde Tisch“ aus Polizeipräsidium, den Polizeiinspektionen Rosenheim, Bad Aibling, Wasserburg, der Verkehrspolizei Rosenheim sowie den Führerscheinstellen, Ordnungsämtern und unteren Verkehrsbehörden der kreisfreien Stadt und des Landkreises Rosenheim vereinbarte dabei ein repressives und personenorientiertes Vorgehen gegen zirka 20 Mehrfachtäter, welche überwiegend im Landkreis Rosenheim wohnen und regelmäßig im Ballungsraum Rosenheim, Kolbermoor, Bad Aibling sowie in Wasserburg in Erscheinung traten.

„Wir haben viel Zeit und Engagement in die Ermittlungsgruppe investiert. Klarstellen möchte ich auch, dass wir bewusst zu keiner Zeit von Tunern oder der Tuningszene gesprochen haben, da unser Fokus auf die wenigen schwarzen Schafe dieser Szene gerichtet ist. Ein großer Dank geht auch an die Stadt Rosenheim, bei der wir immer auf offene Ohren mit unseren Vorhaben gestoßen sind und wir nur so gemeinsam zahlreiche Erfolge verbuchen konnten“, so der Leiter der Polizeiinspektion Rosenheim, Polizeioberrat Volker Klarner.

Um die Ermittlungen und Maßnahmen in diesem Bereich stärker zu bündeln und besser zu koordinieren, richtete das Polizeipräsidium Oberbayern Süd bei der Polizeiinspektion Rosenheim eine zentrale Ermittlungsgruppe mit dem Namen „EG Auto-Poser-Szene RO“ ein und hält intensiven Kontakt beziehungsweise Austausch mit der Staatsanwaltschaft sowie mit den Führerscheinstellen.

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Ein Gedanke zu „Ein Jahr gegen „Auto-Poser“

  1. Also mein subjektives Empfinden mag mich auch täuschen, aber ich merke da leider gar nichts davon, dass sich hinsichtlich der Auto-Poser irgend etwas verbessert hätte.

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