„Ein herber Schlag”

Stellungnahme zur Werkschließung der Danone GmbH in Rosenheim

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Betroffen sind 160 Mitarbeiter und viele Zulieferer: Am heutigen Mittwoch-Nachmittag erreicht unsere Redaktion diese Stellungnahme von Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer zur angekündigten Werkschließung der Molkerei Rosenheim der Danone GmbH …

Die Entscheidung das Danone-Werk in Rosenheim zu schließen, mag aus Sicht der Konzern-Zentrale betriebswirtschaftlich geboten sein. Zu sehr und zu nachhaltig haben sich nach Unternehmensangaben die Verbrauchsgewohnheiten in den letzten Jahren weg von der klassischen Milch entwickelt. Zudem wirken wohl auch die Konflikte im internationalen Handel auf den Produktionsstandort Rosenheim zurück.

Dennoch ist die Schließung dieses traditionsreichen Werks ein herber Schlag für die ganze Region. Rund 300 heimische Milchviehbetriebe verlieren damit einen verlässlichen Abnehmer. Dabei geht es nicht um anonyme industrielle Agrarfabriken sondern um zum Teil jahrhundertealte bäuerliche Familienbetriebe mit einer Tradition, die über Generationen zurückreicht. Sie sind jetzt unmittelbar in ihrer Existenz bedroht – und mit ihnen auch die Identität unserer Heimat, die gerade in den ländlichen Gemeinden nach wie vor von der bäuerlichen Landwirtschaft geprägt ist. Vielleicht ist eine solche Krisensituation auch ein Weckruf für all diejenigen, die glauben, bäuerliche Familienbetriebe mit immer noch mehr Regulierungen und manchmal fragwürdigen Beschränkungen überziehen zu können. Jetzt gilt es, im Benehmen mit dem Bayerischen Wirtschaftsministerium dringend nach kurzfristigen Lösungen für die betroffenen Landwirte und ihre Familien zu suchen.

Mit der Schließung des Danone-Werks verliert Rosenheim ein Unternehmen, das zu den tragenden Säulen unseres Produktions- und Industriestandortes gezählt hat. Zum Glück ist der regionale Arbeitsmarkt nach wie vor in robuster Verfassung. Fachkräfte werden unverändert gesucht. Darin liegt eine Chance für die 160 betroffenen Beschäftigten, zumal sie in einer Übergangsfrist bis zur endgültigen Werksschließung die Möglichkeit haben, in der Region nach neuen Arbeitgebern zu suchen.

Dessen ungeachtet erwarte ich, dass gerade für ältere und langjährige Beschäftigte ein vernünftiger Sozialplan, gegebenenfalls mit einer Beschäftigungsgesellschaft, erarbeitet wird.

So sehr wie wir uns dieser Tage noch über die Ansiedelung der Regierung von Oberbayern gefreut haben, so nachdrücklich macht diese Werksschließung deutlich, wie wichtig es ist, auch in einer wirtschaftsstarken Region wie Rosenheim den unternehmerischen Strukturwandel zu ermöglichen und für gute und wettbewerbsfähige Standortbedingungen zu sorgen. Sie sind die notwendige Voraussetzung, aus dieser Unternehmensschließung hoffentlich bereits mittelfristig für den Wirtschaftsstandort Rosenheim wieder neue Perspektiven mit neuen Unternehmen zu eröffnen. Insofern kommt auch die Entwicklung des neuen Gewerbegebiets Brucklach zur rechten Zeit. Inwieweit es notwendig sein wird, auf den Wegfall eines starken und verlässlichen Gewerbesteuerzahlers mit kurzfristig wirksamen Maßnahmen zur Haushaltskonsolidierung zu reagieren, werden wir in den nächsten Tagen erarbeiten.

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