Ein Hauch von Volksfeststimmung

Können kleine Stände und Attraktionen vom Frühlingsfest in Krisen-Zeiten die Altstadt beleben?

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München macht’s vor, Rosenheim ist auch dabei: Jetzt gibt es auch in Wasserburg erste Überlegungen, Straßen und Plätze mit kleinen Ständen und Attraktionen als Ersatz für die abgesagten Feste zu beleben. Moritz Hasselt vom Wirtschafts-Förderungs-Verband bestätigte auf Anfrage der Wasserburger Stimme, dass man den einen oder andere Plan in der Schublade habe. In den Sommermonaten könnten Buden und kleine Karussells in der ganzen Stadt verteilt für Volksfestatmosphäre sorgen und so die Bürger, Besucher und Schausteller ein wenig für die ausgefallenen Veranstaltungen entschädigen. Jetzt soll das Gespräch mit der Stadt gesucht werden.

„Die ersten Schausteller zeigen schon Interesse“, sagt Hasselt, Vorsitzender des WFV und Leiter des Frühlingsfestes, der mit seiner Idee auch ihnen unter die Arme greifen will. Dezentral könnten beispielsweise- „natürlich in kleinen Dimensionen“ – Kinderkarussells, Stände für gebrannte Mandeln oder ein „Hau-den-Lukas“ platziert werden – eben alles, was ein kleines Volksfest so ausmacht. „Natürlich nicht in Konkurrenz zu unserer Gastronomie“, schränkt Hasselt ein und denkt an eine Dauer von zwei bis drei Monaten im Sommer. Mit der Stadt will er sich nun an einen Tisch setzen, auch, um die Frage zu klären, wo die Attraktionen aufgestellt werden könnten.

 

Das könnte laut Bürgermeister Michael Kölbl ein Problem darstellen: „Wir können in der Altstadt keine größeren Plätze anbieten.“ Noch habe Kölbl nichts Konkretes vom WFV gehört. „Ich bin erstmal verhalten optimistisch“, sagt er, „die Pläne müssen auf jeden Fall zur Kleinteiligkeit unserer Stadt passen und sich mit der Gastronomie und den Geschäften vertragen.“

 

Außerdem müsse der Denkmalschutz und die Gestaltungssatzung damit in Einklang gebracht werden. Kölbl: „Man darf auf gut deutsch die Altstadt nicht verhunzen.“ Konkret heißt das, dass Buden optisch nicht aus dem Rahmen fallen dürfen , etwa mit greller Beleuchtung. Auch müssten natürlich sicherheitsrechtliche Bestimmungen erfüllt sein, wie die Abstandsregelung. Die Zeitraum soll außerdem überschaubar sein „vielleicht zwei bis drei Wochen“.  Grundsätzlich zeigt sich der Bürgermeister aber aufgeschlossen: „Denkbar ist es, wir werden uns an einen Tisch setzen.“

 

Die schwierige Situation mit den Flächen sieht auch Christoph Klobeck, neuer Wirtschaftsreferent der Stadt. „Vielleicht müssen wir auf den einen oder anderen Parkplatz verzichten“, meint Klobeck und vergleicht die Lage mit dem Christkindlmarkt. „Außerdem sollten auch zusätzliche Sitzplätze für die Gastronomie geschaffen werden.“

 

Grundsätzlich gut vorstellen kann sich Maria Schmid-Oehlke, die mit ihrem Mann Maik das „Herrenhaus“ betreibt, eine temporäre, kleine Aktion über ein paar Tage hinweg: „Aber nicht den ganzen Sommer lang.“ Auch sollten keine Essensstände aufgestellt werden, die den Restaurants und Wirtshäusern Konkurrenz machen und das ohnehin schon gebeutelte Geschäft wegnehmen. Kleine Karussells und Buden, an denen Schokofrüchte oder Mandeln angeboten werden, seien denkbar. „Es sollte dabei auf Qualität statt auf Quantität gesetzt werden“, sagt Schmid-Oehlke, „und  – ganz wichtig – wir Gastronomen mit ins Boot geholt werden.“

 

Skeptisch sieht Gianluca Fusaro, Inhaber der „Taverna Italiana“ die Pläne: „Wenn viele Gäste nach Wasserburg kommen, ist es sicher eine gute Idee“, stellt Fusaro fest. Wenn sie allerdings ausblieben, würde das Volksfest in der Altstadt im Wettbewerb mit der Gastronomie stehen. CF/Foto: John Cater

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19 Kommentare zu “Ein Hauch von Volksfeststimmung

  1. Hab ich mich verlesen oder wird im gesamten Artikel in keinster Weise Bezug auf die aktuelle Pandemie und die noch immer hohe Fallzahl Stadt/Landkreis Rosenheim genommen? Glaubt man das Thema sei in 14 Tagen erledigt?? Mich befällt immer öfter das Gefühl Wasserburg samt Entscheidungsträger sind in einem Paralelluniversum angesiedelt.

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    1. Sie sprechen mir aus der Seele! Keine Rede von der derzeit doch immer noch sehr hohen Infektionsrate. Aber Hauptsache der Rubel, bzw. der Euro rollt. Und allen schon die Aussage Rosenheim macht´s vor. Ja genau. Ich möchte nur das Starkbierfest erwähnen. Abstände werden immer weniger eingehalten, aber wehe, wenn es dann einen trifft, dann ist das Gejammer und Gezeter wieder groß. Weiter so! Wenn dann wieder ein Lock down kommen sollte, dann wissen die Bürgerinnen und Bürger wenigstens, bei wem sie sich bedanken können. Vielleicht sollte man sich dann Gedanken über eine Sammelklage machen, da durch solche Unvernunft die Gesundheit und unter Umständen auch das Leben gefährdet werden.

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  2. Wie wäre es mit einem Autokino aufm Volksfestplatz? Kino am Stoa fällt ja sicher a aus, oder? Das wäre mal was in Wasserburg!!!

    Anm. d. Red.:

    Die Kino-Situation entscheidet sich erst – hängt von der Regierung und dem Landkreis ab und wie eine Gastro möglich ist. So oder so, Planungen laufen bereits in alle Richtungen, wir werden berichten …

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  3. Also die Idee, dass sich die lokale Gastronomie etwas weiter ausbreiten darf und ein paar Tische mehr auf die Strasse stellen kann finde ich sehr gut. Das bekommt man sicher auch mit Brandschutz und Sicherheit hin, ein Tisch ist ja auch schnell mal beiseite geräumt.
    Aber davon da jetzt eine Art Volksfest zu machen halte ich wenig.

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  4. Sicher eine nette Idee. Aber wenn den kleine Geschäften die Schaufenster zugestellt werden, könnte es für diese noch schwieriger werden. Es wäre ganz gut, wenn der WFV das im Auge hat. Noch ist Wasserburg ganz gut aufgestellt mit kleinen Geschäften. Aber was, wenn es zum Beispiel den Haushaltswaren Göpfert nicht mehr gibt. Das Innkaufhaus ist dafür kein Ersatz.

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  5. Autoscooter in der Herrngasse, welcher Altstadtbewohner und Paketdienstfahrer träumt davon nicht schon lange!

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  6. Gibt es da dann auch wieder so ein Theater, wie mit der Eisbahn (was übrigens die coolste Sache war, die es in Wasserburg seit langem gegeben hat!!!)?

    Da haben dann die ewigen Nörgler wieder Futter!

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    1. Nein Michi, wenn alle konsequent bleiben wird es keine Eisbahn mehr geben. SPD Stadträte haben den Klimanotstand letztes Jahr beantragt, also können sie moralisch gar nicht für die Eisbahn stimmen. Der neue ÖDP Stadtrat kann von Natur aus schon nicht dafür sein und die Grünen sind ja sowoeso dagegen. Die Linken wollten ja noch die Bahn verhindern, da war ein Großteil schon aufgebaut. Und nach dem sich die anderen Ratsmitglieder von den bürgerlichen abgewandt haben, werden sie wohl auch hier mit den Anderen stimmen. Sonst würden sie ja umfallen?!

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  7. Ahaaa, erst wurde andauernd darüber gelästert, weil eine Partei in Wasserburg nen Vorschlag gemacht hat, das ganz Wasserburg ein Biergarten werden soll, aber auf einmal kommen da wieder Ideen von ganz Wasserburg ein kleines Volksfest!!???
    ich sag nur armes Wasserburg! Macht doch ganz Wasserburg zum Theaterstadl, das trifft ja sowieso auf diese Stadt zu 🙂

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  8. Muss Wasserburg alles nach machen was die Großen vor machen?
    Große Stadt(München oder Rosenheim)
    Große Plätze
    Wasserburg kleine Stadt kleine Plätzchen!

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  9. Oh, ich dachte Wasserburg ist ein INNsel, und da könne man gar nichts so machen wie in Rosenheim, oder anderen Städten. Und – oh je – was ist denn wenn die armen SUVs sich nicht 24h am Tag, 7 Tage die Woche in der Hofstatt tummeln können, und sich dann fallen lassen, damit man Brötchen holen kann. Denen ist doch wirklich nicht zuzumuten, mal schnell hinten am Palmano zu parken. Da sind ja auch die Mütter, die ihre Kinder nicht erziehen können und am Stadtleben bitte nicht teilnehmen sollen.

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  10. Wenn man hier den ein oder anderen Kommentar liest, dann wäre es doch besser alles bis Ende des Jahres dicht zu machen, denn dann braucht man sich auch keine Gedanken mehr zu machen aufzusperren…
    Und für alle diejenigen, die immer noch meinen, dass das Virus die Menschheit ausrotten wird….bleibt doch daheim….

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  11. Gab es nicht erst zehn Corona-Todesfälle in Wasserburg? Als Schlussfolgerung möchte man aus Wasserburg einen Biergarten oder gleich ein Volksfest machen? Ich finde das pietätlos, obwohl die Situation für Gastronomen und ihren Beschäftigten eine sehr schwierige ist. Dennoch sollte man gerade im Landkreis Rosenheim, der besonders hart unter der Coronapandemie leidet, ein wenig Rücksicht walten lassen.

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  12. Juhu, a 8ter Bahn zwischen Herrenhaus und Innkaufhaus mit Loooooping überm Henagassl.
    I bin dabei😁

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  13. Margitta Winkler

    Also ich glaub,s wohl nicht ~ kann man den nicht abwarten bis alles wieder so ist wies war ~ für mich absolutes No-Go

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  14. Also Margitta Winkler , ich glaube nicht dass es wieder so wird wie es einmal war . Alles hat sich verändert und es wird auch so weitergehn . Bleibt alle gesund !!!

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  15. A zarissns (dezentrales) Frühlinsfest in da Oidstod gäd gar ned. Basd net, schaugd bestimmt ned guad aus, brauchma ned. Machds den Musikalischn Frühschoppm zum Dämmaschoppen, und mit mehra Musika an mehra Plätz und guad is. Do nimmt koanna an andan s’Gschäfd weg, und ziagd a de Wasserburga eine in de Stod. Garnix macha gähd aba a ned. Am Schluss dauerd de Soach 7 Jahr, dann mua da Samma mit de Schäffla kemma und de Stod wieda aufwegga.
    An olle de Angst ham das si se de Soach hoin, missn hoid dahoam an Kella obe hogga und obwardn.

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    1. Der letzte Satz, @Der Maier, war völlig unnötig. So eine Bemerkung zeugt nicht nur von Unwissenheit (Corona IST eine reale Gefahr), sondern auch von Respektlosigkeit denen gegenüber, die Angst haben, die krank waren oder noch sind und vor allem denen gegenüber, die bereits jemanden an diese u.U. tödliche Krankheit verloren haben,

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  16. Mehr Platz für die Gastronomie, “WS ein großer Biergarten”, Volksfest,…
    Ist das nicht a bisserl viel auf einmal?
    Wie wärs noch mit OA-Kino/Theater/Konzerte an der Frauenkirche?
    Es gibt sicher noch einige Möglichkeiten die Stadt schön voll zu bekommen.

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