Ein Film als Dorfprojekt

Unser Interview mit Drehbuchautor Bernhard Golla aus Edling

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Sie haben oftmals für Aufsehen gesorgt mit ihren Dreharbeiten im Dorf und nun ist er fertig, der Film über Edling – „Butterbrot und Freiheitsliebe“ heißt er. Das ehrenamtliche Regie-Team mit Bernhard Golla, Sandra Kulbach, Martin Bacher, Renate Drax, Barbara Böhm, Rupert Hiebl, Andrea Bacher, Alex Drax und Barbara Golla freut sich auf die öffentliche Premiere am Freitag, 20. Juli, am idyllischen Stoa. Dazu heute unser Interview mit Drehbuchautor Bernhard Golla aus Edling (unser Foto) …

Wie bist Du zu der Idee gekommen, ein Drehbuch für einen Film über dein Heimatdorf Edling zu schreiben? Was hat dich dazu veranlasst?

Meine Grundidee war eigentlich, mit Kindern einen Spielfilm zu drehen. Als Lehrer hatte ich da gute Erfahrungen gemacht an meiner damaligen Schule. Außerdem wollte ich gerne wissen, wie es in Edling zur Zeit des Zweiten Weltkriegs war.

Und dann gab es hier auch noch so ein mysteriöses Musik-Festival, von dem mir meine Schwestern erzählt hatten. Ich wollte wissen, ob diese Geschichten auch wirklich so stattgefunden haben oder ob sie mich nur auf den Arm nehmen wollten.

Was war reizvoll daran für dich, so viel Freizeit für ein Film-Projekt zu „opfern“?

Das Projekt an sich hat mich gereizt, weil ich darauf einfach Lust hatte. Außerdem wollte ich mich für Edling engagieren.

Dann wurde ziemlich schnell klar, dass was ganz Besonderes entstehen könnte, weil wir interessante Informationen und Geschichten erfahren und gehört haben, die früher oder später verloren gegangen wären.

Und schließlich entstand eine Dynamik, der ich mich irgendwann gar nicht mehr entziehen konnte, auch wenn ich es gewollt hätte. Das hat mich ein bisschen stolz gemacht, weil ich es ja war, der den Stein ins Rollen gebracht hatte …

Was waren die Herausforderungen?

Die Sache mit der GEMA war richtig nervig. Kurzzeitig sah es sogar mal so aus, dass das ganze Projekt an der GEMA scheitern könnte.

Alles unter einen Hut zu bringen – das war auch eine Herausforderung. Die Kinder, die ja praktisch alle Laien waren und mit der Schauspielerei nichts am Hut hatten, brauchten immer wieder entsprechende Anweisungen. Natürlich waren da oft Wiederholungen beim Drehen notwendig – aber sie alle haben es richtig gut gemacht.

Was hat dich überrascht?

Am meisten eigentlich, was möglich ist, welches Potential so ein Dorf wie Edling hat! Wir haben eine Unterstützung erfahren, die unglaublich war. Keine Spur von der „Ich-zuerst-Mentalität“. Egal, ob es um ein bestimmtes Foto ging, ein Huhn, das wir brauchten, unbürokratische Genehmigungen, einen amerikanischen Jeep oder Räumlichkeiten wie einen Bauwagen oder so etwas vermeintlich Selbstverständliches wie ein professionelles Mikro für unsere Aufnahmen.

Dann auch die Bereitschaft, mit der unsere Interviewpartner, von denen einige schon gestorben sind, ihre sehr persönlichen Geschichten erzählt haben. Das war sehr emotional.

Was war das Schöne an dem Film-Projekt, an der Regie-Teamarbeit, das du nicht mehr missen möchtest?

Ich glaube, wir haben etwas geschaffen, das etwas sehr Wertvolles ist. Im Laufe der Jahre, die wir benötigt haben, wurde das immer deutlicher …

Und ich finde das Zusammenwachsen von uns, dem Filmteam, etwas Schönes, auf das ich im Rückblick nicht mehr verzichten möchte.

Foto: Renate Drax

 

 

 

 

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