Ebersberg handelt

Bereits heute werden alle möglichen Abläufe im schon erstellten Hilfskrankenhaus durchgespielt

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Während der – in ganz Bayern und auch deutschlandweit mit am stärksten betroffene – Landkreis Rosenheim weiterhin noch auf der Suche ist (wir berichteten), werden am heutigen Freitag im benachbarten Ebersberg bereits alle möglichen Abläufe im schon erstellten Hilfskrankenhaus durchgespielt. In der umfunktionierten Sporthalle in Ebersberg wolle man nichts dem Zufall überlassen – für den Fall, dass das Hilfskrankenhaus schnell in Betrieb gehen müsse, heißt es aus dem dortigen Landratsamt. Auch eine erste Sauerstofflieferung und ein großer Teil der bestellten Betten seien mittlerweile eingetroffen.

Das ist die Mitteilung des Landratsamtes Ebersberg vom gestrigen Donnerstag – mit einer Nachricht des Landrats:

Im Landkreis Ebersberg sind zum Stand Donnerstag, 2. April 2020, nun 144 Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. In häuslicher Quarantäne befinden sich 346 Menschen. Seit Ausbruch der Pandemie wurden im Landkreis insgesamt 224 Menschen positiv auf das Corona-Virus getestet. 80 von ihnen sind wieder gesund.

In der Kreisklinik Ebersberg werden Stand gestern 16 infizierte Patienten behandelt, fünf von ihnen befinden sich auf der Intensivstation und müssen beatmet werden. Es gibt 17 Verdachtsfälle. Sie werden isoliert stationär behandelt.

201 Landkreisbürger haben sich am Mittwoch über das Bürgertelefon – (08092) 823 680 – an das Landratsamt gewandt. 17 Betriebe haben sich über die für sie eingerichtete Hotline informiert. Dabei gibt es die Tendenz, dass die Art der Anfragen komplexer und inhaltlich anspruchsvoller wird. 111 Menschen wurden gestern am Diagnostikzentrum untersucht.

In Zusammenhang mit der Covid-19-Erkrankung eines Bewohners im Seniorenzentrum in Poing hat das Gesundheitsamt mögliche Kontaktpersonen getestet. Zusätzlich zu den verstärkten Schutz- und Hygienemaßnahmen gilt, dass in einem solchen Fall in einer Einrichtung auf Gemeinschaftsveranstaltungen jeglicher Art verzichtet wird – auch darauf, Mahlzeiten in Gemeinschaft einzunehmen.

Pflegeheime und andere Einrichtungen haben immer noch das Problem, dass Schutzmaterial wie Masken fehlt. Die Führungsgruppe Katastrophenschutz im Landratsamt hat nun aber soweit Vorsorge getroffen, dass die Einrichtungen mit einer Erstausstattung versorgt werden können.

Wie sich die aktuelle Situation in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen unterschiedlicher Art darstellt, das ist Thema eines Austauschs zwischen deren Betreibern und der zuständigen Fachstelle im Landratsamt morgen.

Ebersbergs Landrat Robert Niedergesäß: „Über eine halbe Million Infizierter in Europa. Die Zahlen, die uns täglich erreichen, sind beunruhigend. Auch in unserem Landkreis geht die Kurve nach oben, wenn auch erfreulicherweise langsam. Umso wichtiger ist es, dass alle weiter am Ball bleiben und sich an die Ausgangsbeschränkungen und die Abstandsregeln halten. Bisher haben die Allermeisten von uns mitgemacht. Das sagt auch der tägliche Bericht der Polizei im Krisenstab. Dafür ein herzliches Dankeschön an Sie alle. Jeder muss jetzt auf vieles verzichten, das aber haben wir alle gemeinsam.“

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