Die Zukunft der S-Bahn bei uns

Elektrifizierung der Strecke nach Wasserburg für künftige Express-Züge?

image_pdfimage_print

Die Zukunft für die S-Bahn im Großraum München beginnt genau jetzt – ein Positionspapier der Verbundlandkreise wurde zu den Zukunftsperspektiven erarbeitet und jetzt Staatsminister Joachim Herrmann (rechts) übergeben. Mit einem System von Express-S-Bahnen solle die Metropolregion weiter ausgebaut werden. Denkbar wäre hier eine Elektrifizierung der Strecke nach Wasserburg, so dass auch diese von Express-S-Bahnen bedient werden könne, heißt es. Das Positionspapier im Wortlaut …

Unser Foto oben zeigt den Sprecher der MVV-Verbundlandkreise, Landrat Robert Niedergesäß (Landkreis Ebersberg) mit Staatsminister Joachim Herrmann bei der Übergabe des Positionspapiers der Landkreise im Amtszimmer des Ministers.

Der Wortlaut:

A) Die Landkreise befürworten ausdrücklich die Maßnahmen des Freistaates Bayern zum Bahnknoten München und des 13-Punkte-Sofortprogramms

Wesentliche Maßnahmen zur Ertüchtigung der S-Bahninfrastruktur im MVV-Raum hat der Freistaat Bayern bereits in den Infrastrukturplanungen zum Bahnknoten München (2. Stammstrecke und netzergänzende Maßnahmen) sowie im sogenannten 13-Punkte-Sofortprogramm formuliert. Die Verbundlandkreise greifen eine Vielzahl dieser Maßnahmen in ihrem Positionspapier nochmals auf, um deren Dringlichkeit zu verdeutlichen. Die Umsetzung dieser vom Freistaat Bayern bereits beschlossenen und hoffentlich auch zeitnah finanzierbaren Projekte ist gewissermaßen die Absprungbasis für weitergehende, u.U. auch visionäre Ansätze, um das S-Bahnnetz München und den öffentlichen Verkehr im MVV-Raum und darüber hinaus für die Anforderungen künftiger Generationen „fit zu machen“.

B) Die Landkreise liefern Vorschläge zur mittel- bis langfristigen Entwicklung des bestehenden S-Bahnnetzes

Die S-Bahn München muss langfristig auf einem eigenen (kein Mischbetrieb), zweigleisigen S-Bahnnetz auf allen S-Bahn-Außenästen betrieben werden. Hierzu ist ein Gesamtkonzept durch den Freistaat Bayern zu entwickeln. Mit eigenen, durchgängig zweigleisigen Strecken für alle S-Bahn-Außenäste würde die Störungsanfälligkeit des S-Bahnbetriebs drastisch reduziert und gleichzeitig die zur Verfügung stehende Kapazität als Grundlage der Angebotsplanung deutlich gesteigert. Mithin würde die künftige Taktung des S-Bahnangebotes nicht mehr ausschließlich von den Vorgaben der Infrastruktur, sondern vielmehr von den Erforderlichkeiten von Nutzung und Auslastung abhängen.

C) Die Landkreise liefern Vorschläge zur langfristigen Entwicklung der gesamten bestehenden Schieneninfrastruktur im Großraum

Die Verkehrsströme haben sich schon seit längerer Zeit deutlich über den MVV-Raum hinausentwickelt und reichen weit in die Europäische Metropolregion München. Dementsprechend muss auch das S-Bahn-System zukünftig verstärkt über den MVV-Raum hinaus entwickelt werden. Dazu sind die bereits existierenden ersten Überlegungen der Bedienung mit einem System von Express-S-Bahnen in die Metropolregion weiter auszubauen. Relevante Express-S-Bahn-Destinationen wären u.a. Landshut, Landsberg am Lech bzw. Buchloe, Pfaffenhofen a.d.Ilm, Rosenheim, Wasserburg oder das Oberland (Lenggries, Tegernsee, Bayrischzell).

Denkbar wären auch eine Verlängerung nach Kochel sowie eine Elektrifizierung der Strecke nach Wasserburg, so dass auch diese von Express-S-Bahnen bedient werden kann.

Da sich die Zugangebote „S-Bahn“, „Express-S-Bahn“, „Regionalbahn“ und „Regionalexpress“ zunehmend überschneiden und ergänzen, sind die Vernetzung wie auch die wechselseitige Ergänzung aller Angebote im SPNV zu optimieren.

D) Die Landkreise liefern Vorschläge für neue Verknüpfungen bestehender Strecken und völlig neue Verbindungen

Derzeit noch nicht vorhandene Strecken und/oder Streckenverknüpfungen müssen hinsichtlich ihrer langfristigen Erforderlichkeit geprüft, bewertet und die Finanzierbarkeit gesichert werden.

E) Die Landkreise fordern, unverzüglich und abgestimmt das Betriebskonzept der S-Bahn nach Fertigstellung der 2. Stammstrecke zu konkretisieren

Es ist sowohl für die Transparenz des S-Bahn-Angebotes als auch für die Angebotsplanung beim MVV-Regionalbusverkehr in den Landkreisen wichtig, dass bereits mit Fertigstellung der 2. Stammstrecke ein einheitlicher Grundtakt gefahren wird. Darüber hinaus darf es mit der Fertigstellung der Stammstrecke nicht zu Verschlechterungen oder „Unwuchten“ beim S-Bahnangebot kommen. Die Landkreise stehen hierzu für Abstimmungsgespräche bereit und fordern diese ein!

F) Die Landkreise verlangen zur sofortigen Verbesserung des S-Bahnangebotes die Schließung bestehender „Taktlücken“

Die Landkreise haben die „Taktlücken“ im bestehenden S-Bahnangebot Anfang letzten Jahres gegenüber BEG und S-Bahn München thematisiert. Seither zeichnet sich ein Dialog zwischen BEG, S-Bahn, Verbundgesellschaft und Landkreisen ab, der bereits leichte Verbesserungen zeitigt und noch deutlich zu intensivieren ist. Neben der Schließung von Taktlücken tagsüber, ist auch ein 24 Stunden Betrieb zunächst mindestens an den Wochenenden erforderlich.

rd

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ein Gedanke zu „Die Zukunft der S-Bahn bei uns

  1. Die Politik in Wasserburg hat sich schon längst gegen den S-Bahnausbau entschieden. Selbst wenn diese als bewährte, umweltfreundliche und nachhaltige Elektromobilität kommt.

    14

    7
    Antworten