Die „unendlichste“ Geschichte

Unser Kommentar zum Gerichtsurteil über die Altstadtbahn - Von Christian Huber

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Ja, ich weiß schon, zu „unendlich“ gibt‘s eigentlich keine Steigerung. Ausgenommen, es geht um die Wasserburger Altstadtbahn. Dann ist „unendlich“ einfach noch zu wenig. Seit 30 Jahren fährt auf der Trasse kein Zug mehr. Und dennoch können weder Stadt noch Anlieger an oder auf der alten Linie, die an den meisten Stellen gar nicht mehr zu sehen ist, etwas planen. Drei Jahrzehnte Planungsunsicherheit – und kein Ende in Sicht.

Der Hammer, der heute im Büro des Bürgermeisters auf dem Tisch lag: Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Bahnbefürworter alle Genehmigungen und (noch unwahrscheinlicher) die Finanzierung zusammen bekämen – die alte Trasse ist mittlerweile naturschutzrechtlich in Teilen von einem Fauna-Flora-Habitat überlagert! Das Schutzgebiet ist – so war heute zu erfahren – rechtlich höher angesiedelt, als der Betrieb einer Bahnlinie. Irgendwie fragt man sich da: Was soll eigentlich die ganze, teure Prozessiererei für den Erhalt der Trasse noch?

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6 Gedanken zu „Die „unendlichste“ Geschichte

  1. Naja, so ist das halt bei uns. Die Planung B 304 – Reitmehring – Bahnübergang ist auch schon so alt! Nachdem die Umgehung Reitmehring gestorben war, gabs eine Planungspause?, aber die konkreten Planungen wurden auch schon vor über 10 Jahren aufgenommen. Vielleicht sollten wir auf der B 304 ein paar Fledermäuse, Kiebitze o. ä. ansiedeln? Dann dürften da wohl keine Autos mehr fahren, damit die armen Viecherl geschützt werden

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  2. Wenn dein Pferd tot ist, dann steig ab. Dieses Sprichwort würde ich der Altstadtbahn GbR ans Herz legen. Ist ein Projekt so aussichtslos wie dieses, dann macht es keinen Sinn hier noch mehr Zeit und Geld hinein zu stecken. Es wäre schön, wenn dieser Fall nach 30 Jahren endgültig zu den Akten gelegt werden könnte.

    Etwas erstaunt hat mich die Bereitschaft der Stadt, für dieses Millionengrab 440.000€ zur Verfügung zu stellen. Diese Summe könnte man sicher sinnvoller verwenden. Beispielsweise könnte man – wenn das Geld wie es scheint eh übrig ist – den Fährbetrieb über den Inn ins Blaufeld wieder aufnehmen und die ehemalige Wirtschaft wiederbeleben. Dann hätten die Wasserburger wieder einen Biergarten und die Fahrgastzahlen wären sicher auch höher als bei der Altstadtbahn. Aber nun genug gesponnen.

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    1. In einer Demokratie gibt es Rechte und Gesetze. Solange man die Möglichkeit hat Rechte auszuschöpfen sollte man dies auch zugestehen.
      „Na ja, so ist es halt bei uns“. Gott sei Dank ist es bei uns so.

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  3. Lieber Christian Huber!
    Deine Ungeduld im Rahmen des 30-jährigen Streits um die Altstadtbahn ist verständlich – aber deswegen noch lange nicht berechtigt. Lass uns doch mal betrachten, was uns von Pro Bahn in diesen 30 Jahren mit der gesamten Strecke des Filzenexpress an Zweifel und Bedenken entgegengebracht wurde! „Was wollt‘s Ihr denn mit der überflüssigen Eisenbahn, wo heute jeder mit dem Auto unterwegs ist?“ So hieß es vor 30 Jahren. Damals wurde die sofortige Stilllegung der gesamten Strecke von Grafing nach Wasserburg seitens der DB geplant und selbst Rosenheim-Mühldorf war gefährdet. Wir von Pro Bahn hatten mit Sonderaktionen die Fahrgastzahlen „künstlich“ hochgehalten (z. B. Marktsonntag-Fahrten mit Kaffeeausschank), damit die DB mit ihrer kurzfristigen Sichtweise (nur noch Fernverkehr interessant) scheitern musste.
    Wohin die völlige Überschätzung des Autoverkehrs führen kann, das ist heute auf allen Zubringer-Straßen Richtung München zu beobachten und wie viele Zugpendler kommen stattdessen täglich Stau frei und bequem nach München. Hätten wir nicht all die 30 Jahre weiter für die Bahn gekämpft und über den Tellerrand hinausgeschaut, dann gäbe es heute nicht mal in Reitmehring einen Bahnanschluss. Und der Autoverkehr nimmt immer noch zu – jeder Autofahrer sollte daher froh sein über jeden Bahnpassagier, der nicht vor ihm im Stau herumsteht!
    Schon jetzt zeichnet sich in allen wirtschaftlichen Prognosen die zunehmende Bedeutung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ab. Städte mit weitsichtiger Zukunftsplanung tun alles, um richtige Bahnanschlüsse zu wahren. Nur die Stadt Wasserburg schaut nicht über das Innhochufer hinaus und will die noch relativ gut erhaltene Schiene vernichten.
    Da, lieber Christian Huber, kannst Du eventuell Recht behalten, die Prozessierei wird wohl noch länger dauern. Denn wir von Pro Bahn sind zäh und geben so schnell nicht auf – sonst gäbe es heute schon längst keine Bahn mehr in Reitmehring.
    Ein Dank an meine Mitkämpfer!

    Bernd Meerstein
    Sprecher Pro Bahn Wasserburg

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    1. Wer, so frag ich mich, soll den mit der Bahn nach Wasserburg fahren? Die ansenhnlich Zahl von Tagestouristen werden wovl kaum mit dem Bus oder Pkw erst nach Reitmehring fshren und dann mit dem Zig nach WS! Die in Wasserburg arbeiten, von denen ein Großteil eh aus anderen Richtungen kommt sollen wohl auch so machen? Das ganze ist ein Hirngesoinnst von Nostalgikern.

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    2. Wasserburger Grantler

      Wer hier von einer „relativ gut erhaltenen Schiene“ spricht war entweder schon längere Zeit nicht mehr vor Ort oder leidet eindeutig an Realitätsverlust.

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