Die Stelen sind da

Die Stadt Wasserburg weiht am kommenden Montag, 27. Januar, 16 Uhr, das Denkmal für die Opfer des Nationalsozialismus ein. Heute trafen die Stelen ein, die zentrales Element des neuen Denkmals sein werden. Noch sind sie verhüllt. Das ist der …

… GRUNDGEDANKE  ZUM NEUN DENKMAL

Um an all jene „Wasserburgerinnen und Wasserburger“ zu erinnern, die Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes geworden sind, wird auf der Rasenfläche des Heisererplatzes ein Denkmal errichtet, welches aus 62 Stelen mit trapezförmigem Querschnitt besteht.In unterschiedlichen Höhen verdichten sich diese in loser Anordnung und beschreiben so einen ovalen Raum. Zentral platzierte Sitzgelegenheiten im Inneren bieten die Möglichkeit zum Verweilen, zur stillen Einkehr und sich eingehender zu den Opfergruppen und Geschehnissen zu informieren.

Die Stelen sind gekennzeichnet durch zwei unterschiedliche Oberflächenbeschaffenheiten. Auf der nach innen gerichteten, breiten Seite werden die Namen und Daten der „Euthanasie“-Opfer sowie einführende Informationstexte angebracht. Auf der dem Park zugewandten, schmalen Seite der Trapezform ist die Oberfläche spiegelpoliert.

Diese reflektiert fragmentarisch die Umgebung, das heutige Wasserburg. Beim Näherkommen des Besuchers mischt sich zudem ein Ausschnitt seines Spiegelbildes in die Ansicht. Eingerahmt wird diese Spiegelfläche von den dunklen Seiten des sich öffnenden Trapezes.Das Gedenken zeigt so ebenfalls zwei Aspekte: Das stille und in sich gekehrte Andenken an die historischen Personen und Schicksale zum einen. Zum anderen ist es auch Teil einer reflektierten Erinnerungskultur, historische Geschehnisse nicht nur als Ereignis der Vergangenheit zu betrachten, sondern als geschichtliches Wissen in den heutigen Alltag zu integrieren.

So soll dieses Denkmal Raum zum Gedenken bieten und durch die optische Einbeziehung des heutigen Wasserburg einen aktuellen Bezugspunkt für die Besucher schaffen.

Der Errichtung des Denkmals war ein Gestaltungswettbewerb in den Jahren 2018 und 2019 vorausgegangen (wir berichteten).

Entwurf: Dagmar Korintenberg und Wolf Kipper