Die „Revolte“ von 1968 unter der Lupe

Peter Rink gibt einen tiefen und persönlichen Einblick in seine Berliner Geschichte

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„Die Revolte von 1968 in Berlin – fragmentarischer Rückblick nach 50 Jahren“ – unter diesen Titel stellte der Vorsitzende des Heimatvereins Wasserburg, Peter Rink, seinen Vortrag im bis auf den letzten Platz gefüllten Sparkassensaal. Es wurde eine sehr persönliche Rückschau, hat der gebürtige Berliner doch als Jugendlicher selbst die Geschehnisse im Jahr 1968 in Berlin leibhaftig miterlebt. Am Ende des Vortrags gab es langanhaltenden Applaus für den Leiter des Luitpold-Gymnasiums.

Rink, Jahrgang 1952, erzählte spannend von seinen Jugendtagen in der geteilten Hauptstadt, von seiner Schulzeit und dem Leben vor und nach dem Mauerbau. „Die Mauer hat der Stadt das Herz herausgerissen“, so Rink.

Im ersten Teil seines Vortrags legte er anhand zahlreicher Daten den Facettenreichtum des Jahres 1968 dar – von den ersten Erfolgen des niederländischen Schlagersängers Heintje bis zum Aufmarsch der russischen Panzer bei der Zerschlagung des Prager Frühlings. „Ein beherrschendes Themen damals: Der Vietnamkrieg, in dem die demokratische USA ihre Unschuld verlor.“

Schließlich ging Rink auch auf die Entwicklungen in Sachen Studentenrevolte von 1968 und seine persönlichen Erlebnisse ein. Der Referent: „Am 11. April 1968 fuhr ich gegen 17.45 Uhr mit meiner Mutter am Kurfürstendamm 141 vor. Nur knapp eine Viertelstunde vorher waren die Schüsse auf Rudi Dutschke gefallen. Dieses Erlebnis prägte mich für lange Zeit.“

Abschließend formulierte Rink sieben Thesen, „die das Phänomen 1968
umschreiben helfen“: Die sexuelle Revolution, die  Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit, ein neuer Lifestyle (Musik als Identitätsstiftung), eine revolutionäre Kindererziehung, ein neues Demokratieverständnis, die Emanzipation der Frau und die Wirkung auf die Nachwelt.

 

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