Die halbe Welt in der Einkaufstüte

Von wegen Ladenleerstand in der Altstadt: In den Räumen von „Trachten Kollmann“ in der Schustergasse 3 gibt es in drei Tagen Spezialitäten vom halben Globus und aus der Region zu kaufen. Johanna und Sekou Konaté aus Amerang setzen damit eine langgehegte Idee in die Tat um – auch, wenn der Lockdown die Lage nicht einfacher macht. Denn: „Man wagt es, oder man wagt es nie!“ – so das Motto der frischgebackenen Ladeninhaber.

Die Initialzündung zur Ladeneröffnung kommt größtenteils von Sekou Konaté, der ursprünglich aus Mali stammt: „Immer, wenn wir afrikanisch kochen wollten, fanden wir im Umkreis kaum Lebensmittel oder Gewürze.“ „Und das, obwohl in Wasserburg so viele Menschen mit ausländischem Hintergrund leben – wie es auf dem Nationenfest immer deutlich wird“, fügt Ehefrau Johanna hinzu. Das stets gut besuchte Fest demonstriere auch die Aufgeschlossenheit der Wasserburger. Und weil der Trend in Richtung internationale Küche geht, war es schließlich ein nahestehender Schritt, ein Geschäft für Zutaten und Gewürze zu eröffnen.

 

Auf 125 Quadratmeter im Erdgeschoss und im ersten Stock stehen nun rund 600 Artikel, darunter etwa 45 verschiedene Obst- und Gemüsesorten („weitestgehend bio“) aus aller Herren Länder für die Käufer bereit. „Nicht aus der ganzen Welt“, schmunzelt Johanna Konaté, „unser Schwerpunkt liegt bislang auf Lebensmitteln aus Afrika, China, Indien, Japan und dem Orient.“ Deshalb laute der Slogan auch „Pack dir die halbe Welt in die Tüte“ – die andere Hälfte komme vielleicht im Lauf des Jahres hinzu. Für die Konatés ist die Branche vertraut: Johanna war lange Zeit stellvertretende Filialleiterin eines großen Discounters, Sekou hat ein Marketing-Studium absolviert.

 

In den Regalen finden sich unter anderem exotische Würzsaucen, Getränke, verschiedene Sorten Reis, Tiefkühl-Artikel, Konserven und frisches Obst und Gemüse. „Wo immer es möglich ist, kommt die Frischware aus der Region“, betont Sekou. Die internationalen Sachen werden bei verschiedenen Anbietern geordert. Dabei steht hochwertige Qualität an erster Stelle. Und: „Bei uns gibt es keine Plastiktüten“, so die Inhaberin.

 

Künftig soll es einmal pro Woche ein Rezept geben, das im Schaufenster zu sehen ist. „Außerdem wollen wir regelmäßig ein Produkt im Fenster vorstellen und was sich damit machen lässt“, kündigt Johanna Konaté an. Den Anfang soll die Kochbanane machen. Viel vor hat das Paar in der nächsten Zeit und im Laufe des Jahres. Bio-Eis wird zu genießen sein, das ein Freund aus Ampfing zubereitet und der dafür auch Bio-Vanille aus dem Kongo verwendet und eine Filiale für Geldtransfer ins Ausland eingerichtet werden. Denn: Wasserburg ist international.