Die Feuerwehr in Zeiten von Corona

Von der Rauchentwicklung bis zum Großbrand, von der Ölspur bis zum umfangreichen Einsatz nach einem Gefahrgutunfall – egal, wo und wie Hilfe gebraucht wird, die Feuerwehr ist da. Stellvertretend für die heimischen Wehren werfen wir zum Jahresende einen Blick auf die Bilanz der Wasserburger Floriansjünger. Die Feuerwehr Wasserburg musste auch im Jahr 2020 wieder ein breites Spektrum an Einsätzen bewältigen. Bewährt hat sich dabei die neue Drehleiter, mit der seit der Indienststellung bereits 13 Personen gerettet wurden. Ein Gespräch mit dem Kommandanten Niko Baumgartner und seinen Stellvertretern Rudi Göpfert und Stefan Gartner (von rechts).

Christbaumkerzen, Adventskränze und Tischfeuerwerk – in der Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel herrscht unter Wasserburger Dächern eine höhere Brandgefahr als sonst das ganze Jahr über. Was sollte man zuhause unbedingt beachten, damit die Feuerwehr nicht anrücken muss?

„Wie gefährlich Kerzen an Christbäumen und Kränzen sein können, das haben wir auch heuer wieder gesehen. Am Marienplatz gab’s einen kleinen Brand und an Heiligabend musste die Pfaffinger Wehr ausrücken –  Grund für die Einsätze waren jeweils Adventskränze, die in Brand geraten waren. Diese sollte nicht, wenn Kerzen darauf brennen, unbeaufsichtigt bleiben. Vor ein paar Jahren hatten wir den Fall, dass ein Christbaum noch Ende Februar abbrannte. Der Baum war schon total trocken und mit echten Kerzen geschmückt. Je älter der Baum, umso mehr Vorsicht sollte man walten lassen. Trotzdem glaube ich, dass mit gesundem Menschenverstand die meisten Gefahren verhindert werden können”, so Rudi Göpfert.

Was waren die häufigsten Gründe für Einsätze im Jahr 2020?

„Überwiegend waren das technische Hilfeleistungen, das ist schon seit Jahren so. Deutlich erkennbar ist die Tendenz zu mehr Rettungsdiensteinsätzen. Wir rücken immer öfter aus, um hilflosen Personen in ihren Wohnungen zu helfen oder Türen zu öffnen”, sagt Kommandant Niko Baumgartner.

„Die Menschen fühlen sich gut aufgehoben, wenn ihnen die Feuerwehr hilft. Aber oft schätzt man unsere freiwillige Arbeit erst dann wirklich, wenn man uns selbst einmal braucht. Wir hören oft „Ihr macht so einen krassen Job” und wenn wir dann erzählen, dass wir das in unserer Freizeit machen, dann glaubt das so mancher nicht”, erzählt Rudi Göpfert.

75 Frauen und Männer versehen ihren Dienst bei der Wasserburger Feuerwehr. Viele von ihnen stehen rund um die Uhr parat. Ist die Personaldecke eigentlich ausreichend?

„Wir freuen uns immer über Freiwillige. Wir können wirklich jeden brauchen. Es gehört auch zu unseren permanenten Aufgaben, ehrenamtliche Kräfte für den Dienst zu gewinnen”, so Gartner.

Eine zusätzliche Herausforderung heuer war die Pandemie. Wie wirkt sich die Corona-Krise auf die Feuerwehrarbeit aus?

„Hygiene und Eigenschutz wird großgeschrieben und erfordert viel Disziplin und auch gegenseitiges Verständnis. Wir reduzierten die Fahrzeugbesatzung, um untereinander die Sicherheitsabstände einhalten zu können. Das heißt, da wo früher neun Feuerwehrleute saßen, sind es jetzt nur noch sechs. Die vielen neuen Vorschriften kosten uns aber wertvolle Zeit die, wir anderweitig einsparen müssen”, so der Kommandant.

In absehbarer Zeit bekommt die Feuerwehr Wasserburg ein neues Gerätehaus. Die Planungen laufen. Wie ist der aktuelle Sachstand?

„Mit den Treffen zu Planungsgesprächen und anderen Vorbereitungen war es heuer einfach schwierig. Es ist momentan nicht leicht, etwas Konstruktives auf die Reihe zu kriegen. Aber wir arbeiten daran”, so Gartner.

Was die Feuerwehr normalerweise ausmacht, neben dem Dienst, ist das Kameradschaftliche, das Vereinsleben. Wie sieht das in Corona-Zeiten aus? 

„Die aktuelle Situation trifft uns in diesem Bereich natürlich besonders hart. Uns sind die Hände gebunden. Wir treffen uns alle nur noch zum Einsatz. Wir haben, sozusagen, kein Vereinsleben mehr. Wir versuchen trotzdem, das Beste daraus zu machen. Das Führungsteam ist sehr stolz auf die Mannschaft. Allesamt sind, trotz der enormen Einschränkungen, fleißig und motiviert”, versichert Kommandant Baumgartner.

Für das nächste Jahr wünschen sich die drei Kommandanten, „dass alle gesund bleiben, dass wir Corona in den Griff bekommen und dass auch 2021 alle gesund von allen Einsätzen wieder nach Hause kommen.”

SKV

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4 Kommentare zu “Die Feuerwehr in Zeiten von Corona

  1. Ich kann nur sagen, bitte weiter so – Ihr seid Spitze!!!

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  2. Sie haben meinen großen Respekt und meine Achtung verdient!
    Machen Sie so weiter und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2021!
    Bleiben Sie gesund!

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  3. Den beiden vorher muss und kann ich nur beipflichten !!! Ohne den Kollegen der Ffw Kraiburg, St. Erasmus und Pürten und deren Können – wie auch die Ffw Wasserburg a. Inn es kann und tut – wäre ich vor ca. 5 Jahren bei meinem unverschuldeten Verkehrsunfall ums Leben gekommen!!!
    Den Feuerwehren müsste und sollte man mehr als nur Respekt zeigen und zollen !!! Sie setzen ihr Leben und ihre Freizeit für uns auf’s Spiel !!! Und da sollte man dann auch den Arsch in der Hose haben wenn die Rettungskräfte angegangen werden, ihnen zur Seite zu stehen und sie verteidigen anstatt das was passiert noch zu filmen und auf irgendwelchen seiten zu posten !!! Ich würde es sofort machen, ohne wenn und aber !!!

    Also, liebe Ffw Wasserburg a. Inn, macht’s weiter so !!!
    Ich bin mehr als stolz auf Euch !!!
    Ihr macht’s immer und immer wieder einen Superjob, ohne wenn und aber !!!
    Auch in der aktuellen Zeit von Corona – bleibt’s weiterhin gsund !!!

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  4. ………. mitzuerleben, wie man in der Not helfen und Leid lindern kann, ist für die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren neben dem gelebten Zusammenhalt im Vereinsleben meist Antrieb und Motivation genug!

    Ein gutes Wort, als Anerkennung entlohnt das Ehrenamt ungleich mehr!

    In diesem Sinne vielen Dank für Ihre Worte.

    Stefan Gartner, Pressesprecher Feuerwehr Stadt Wasserburg am Inn

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