Die einheitliche Notbremse

Hilferufe der Intensivmediziner - Unser Überblick, was kommen soll - Ja zum Blumen-Kauf - Zum Friseur per Test

Das ist die Karte zur Situation auf Intensiv in Rosenheims Kliniken am heutigen Samstagmorgen: Jeder dritte Patient dort ist ein Corona-Patient mit einem schweren Verlauf. Drei Betten sind noch frei. „Die Lage ist sehr ernst und wir alle müssen sie ernst nehmen. Die dritte Welle hat unser Land fest im Griff“, das sagte Bundeskanzlerin Merkel am gestrigen Freitag im Deutschen Bundestag, wo heftig diskutiert wurde. Überschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt eine Inzidenz von 100, sollen dort nun bundeseinheitlich festgelegte, zusätzliche Maßnahmen das Infektionsgeschehen bremsen – voraussichtlich in gut einer Woche ab dem Montag, 26. April, 0 Uhr …

Im Hinblick auf die Hilferufe der Intensivmediziner fragte Merkel: „Wer sind wir denn, wenn wir diese Notrufe überhören würden? Das dürfen wir nicht. Wir dürfen die Ärzte und Pflegekräfte nicht alleine lassen. Alleine können sie den Kampf gegen das Virus in dieser dritten Welle auch mit bester medizinischer Kunst und dem aufopferungsvollsten Einsatz nicht gewinnen.“

Das ist geplant – der Bundesrat wird noch nächste Woche beteiligt. Der Entwurf ist im Bundesrat aber nicht zustimmungspflichtig …

  • Kontaktbeschränkungen für private Treffen drinnen und draußen: Die Reduzierung von Kontakten – damit auch privaten Kontakten – ist das wirksamste Mittel, um die Zahl der Neuinfektionen zu bremsen.  Trotzdem soll keiner einsam bleiben. Daher sind Treffen eines Haustandes mit einer weiteren Person auch bei einer Inzidenz über 100 weiterhin möglich – Treffen mit mehr Menschen dagegen nicht.
  • Öffnungen von Geschäften: Grundgedanke ist, dass die verlässliche Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Verbrauchsgütern des täglichen Bedarfs und existentiellen Dienstleistungen sichergestellt bleiben soll. Offenbleiben können demzufolge der Lebensmittelhandel einschließlich der Direktvermarktung, ebenso Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte und Gartenmärkte.
  • Voraussetzung bleiben natürlich die Beachtung entsprechender Hygienekonzepte und die Maskenpflicht. Im Dienstleistungsbereich bleibt alles, was nicht ausdrücklich untersagt wird, offen, also beispielsweise Fahrrad- und Autowerkstätten, Banken und Sparkassen, Poststellen und ähnliches.
  • Körpernahe Dienstleistungen – nur in Ausnahmen: Körpernahe Dienstleistungen sollen nur zu medizinischen, therapeutischen, pflegerischen oder seelsorgerischen Zwecken in Anspruch genommen werden. Ausnahme: Der Friseurbesuch, allerdings nur, wenn die Kundinnen und Kunden einen tagesaktuellen, negativen Corona-Test vorlegen können – und natürlich nur mit Maske. Andere körpernahe Dienstleistungen sollen nicht mehr möglich sein.
  • Eingeschränkte Freizeit- und Sportmöglichkeiten: Gastronomie und Hotellerie, Freizeit- und Kultureinrichtungen sollen bei einer Inzidenz über 100 schließen.  Berufssportler sowie der Leistungssportler der Bundes- und Landeskader können weiterhin trainieren und auch Wettkämpfe austragen, – wie gehabt ohne Zuschauer und unter Beachtung von Schutz- und Hygienekonzepten. Für alle anderen gilt: Sport ja, aber alleine, zu zweit oder nur mit Mitgliedern des eigenen Hausstandes.
  • Ausgangsbeschränkungen: Im Zeitraum zwischen 21 Uhr und 5 Uhr soll nur derjenige das Haus verlassen, der einen guten Grund hat, zum Beispiel arbeitet, medizinische Hilfe braucht oder den Hund ausführen muss. Ausgangsbeschränkungen sind ein Instrument unter vielen anderen. Sie tragen dazu bei, das Mobilität begrenzt wird. Und Einschränkungen der Mobilität helfen, die Zahl der Neuinfektionen zu senken.
  • Kein Präsenzunterricht bei einer Inzidenz über 200: Das Infektionsgeschehen macht nicht vor der Schultür halt. Aufgrund der dynamischen Infektionslage ist es daher richtig, auch hier zu bundeseinheitlichen Regelungen zu kommen, wenn es die epidemiologische Lage erfordert. Bei einer Inzidenz über 200 soll der Präsenzunterricht in Schulen und die Regelbetreuung in Kitas untersagt werden. Mögliche Ausnahmen: Abschlussklassen und Förderschulen.

 

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6 Kommentare zu “Die einheitliche Notbremse

  1. Ich danke jedem Einzelnen, der auf einer Covid-Station arbeitet …

    Ihr seid wahre Alltagshelden!
    Seid stolz auf euch!

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  2. Es ist und bleibt inkonsequent. Blumen und Bücher gehören zum täglichen Bedarf? Kleider dürfen im Bioladen verkauft werden? Spielwaren im Supermarkt? Aber nicht im Fachgeschäft?

    Wäre es nicht sinnvoller große Menschenansammlungen in Innenräumen zu verbieten? Also Kirchenbesuche zum Beispiel. Großraumbüros. Mehrere Personen in einem Bauwagen etc. (…)

    Wie soll sich da an den Zahlen jemals etwas ändern?

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    1. Großraumbüros:
      Da wurde schon Vorsorge getroffen. Man findet kaum mehr Mitarbeiter in Großraumbüros.
      Es wurden sehr, sehr viele Bürojobs ins Homeoffice verlegt. Die in den Büros verbliebenen Mitarbeiter können sich auf sehr viele Büros aufteilen, so dass so gut wie nie 2 Personen in einem Büro sind.
      Siemens, Allianz und viele andere haben mehr als 70 Prozent der Jobs ins Homeoffice verlegt und behalten das auch bei, wenn es kein Corona mehr geben sollte.
      Ist sehr zum Vorteil für Mitarbeiter und Arbeitgeber.

      Bauwägen:
      Auch da wurde Vorsorge getroffen. Auf sämtliche Baustellen müssen jetzt viel mehr Bauwagen stehen, so dass die Arbeiter nie auf engen Raum nebeneinander sitzen und der Abstand immer eingehalten werden kann. Auch die Pausenzeiten wurden verändert.
      Wenn das auf einer Baustelle nicht so ist, dann hat sich der Arbeitgeber nicht an die Vorschriten gehalten, nicht genug Bauwägen entsprechend der eingesetzten Arbeiter aufgestellt.

      Neueste Vorschriften kann man überall einsehen und ein vernünftiger Arbeitgeber sorgt dafür, dass sie eingehalten werden können.

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    2. Das möchte ich sehen wie sie dann im Moment die muslimischen Versammlungen beim Fastenbrechen verbieten wollen bzw. durchsetzen. Ja , es gibt nicht nur die eine Kirche. Oder die Versammlung von ständig über meist 80 Personen am Hartplatz bei der Realschule in Wasserburg. Falls jemand was unternehmen würde, wäre er en Denunziant, also um weder das noch ausländerfeindlich zu ein schaut Stadt und Polizei weg. Hat man aber ein Geschäft, ja dann wird das knallhart durchgesetzt.

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  3. @ Udo
    Was sollen denn deiner Meinung nach die Gärtnereien mit ihrer verderblichen Ware die seit einem halben Jahr vorgezogen wird machen???? In der Gärtnerei ist alles gut durchlüftet und kein Gedränge am Wühltisch! Mit Hygiene Konzept!
    Jeder Edeka, Rewe,Lidl Aldi hat keine so massive Kundenbegrenzung und darf alles anbieten u. verkaufen! Wenn die Gärtnereien nicht bald wieder öffnen wird es sie nächstes Jahr nicht mehr geben! Es wäre doch viel sinnvoller wenn ALLE Läden geöffnet würden und in jedem Laden, wieder Begrenzungen und Kontrollen bezüglich der Kundenanzahl geben würde so gäbe es nicht die Ansammlungen z.B. beim Aldi von 30 Pers. um 8.00 wenn es Blumen gibt. Außerdem sollte sie JEDER von uns an der Nase fassen. Und lieber in verschiedenen Fachläden kaufen dann würden sich die Menschen ganz von alleine schon viel mehr aufteilen.

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  4. logisch ist anders

    Schon komisch aktuell bei 100 keine schule, falls die harte bundesbremse kommt keine schule ab 200 😂😂😂 wenn die schüler eh getest werden müssen ist es scheißegal wie hoch die zahl ist. Lasst die kinder endlich eieder in die schule.

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