Die Befreiung des Bildraums

Johannes Klinger aus Wasserburg zeigt Malerei mit innovativen Materialien

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Johannes Klinger, gebürtiger Wasserburger, hat in den vergangenen 30 Jahren eine bemerkenswerte künstlerische Karriere hingelegt. Bereits in den 80er Jahren entwickelte er eine neue Wandmalerei, mit der er international bekannt wurde. Mit wegweisenden Projekten setzte er neue Maßstäbe in der Innenarchitektur und erhielt den deutschen Werkkunstpreis. Er bemalte Räume im Schloss Solitude bei Stuttgart, entwarf eine U-Bahn in München, gestaltete für MicroSoft und Hilton und wirkte bei zahlreichen, preisgekrönten Bauprojekten mit. Jetzt zeigt er sein neuestes Schaffen …

… unter dem Motto „Malerei mit innovativen Materialien des 21. Jahrhunderts“ zusammen mit Werken von Immanuel Klinger und Ana Stauffenberg in seiner Galerie in Aschau im Chiemgau.

 

 

Johannes Klinger schrieb vielbeachtete Bücher zu den Themen innovative Wandmalerei und Farbe und Licht. Sein Markenzeichen ist das riesige Bildformat, die `handsignierte Architektur`. Insider jedoch wissen längst, dass er sich verstärkt dem Tafelbild widmet. Und dies hat einen besonderen Grund: Seit einigen Jahren experimentiert er mit der Giessener Künstlerin Ana Stauffenberg und Immanuel Klinger an Bilder, die etwas Außergewöhnliches besitzen – einen eigenen FARBRAUM.

 

Der Appetit auf neue Bilder

„Wir waren zunächst von dem spontanen Interesse der Menschen überrascht“, berichtet Immanuel Klinger. „Seit wir ersten Bilder der Serie an der Wand befestigten, betreten öfter mal fremde Menschen unser Atelier  und fragen, ob sie denn die Bilder betrachten dürfen, die man durch die Fenster sehen kann. Jeder unvoreingenommene Betrachter erkennt, dass diese Bilder irgendwie anders sind – sie besitzen eine größere Plastizität und eine eigene Tiefe – und dies berührt ihr Interesse.“ Immanuel Klinger lacht, „es ist ein frischer Blick auf Malerei, den wir hier vorstellen.“

 

Räumliche Malerei

Der Weg zu diesen Bildern war lang und steckte voller Tücken, denn die Realisierung solcher Bilder war mit herkömmlichen Mitteln und Methoden der Malerei nicht zu erreichen. Bereits seit den 90-er Jahren erkundete Johannes Klinger mit seinem Team die Idee des Farbraums. Er erweiterte stets die Palette, um aus die Flachheit der Malerei, dem vielgesehenen Bild, zu entkommen. 2005 stieß die bei Frankfurt a.M. lebende Künstlerin Ana Stauffenberg bei Recherchen zu einem Kunst- und Bauprojekt auf innovative Werkstoffe, deren plastischer Charakter sie fortan faszinierte. Johannes Klinger und Ana Stauffenberg erkannten das innewohnende Potential der Werkstoffe und erkundeten sie, um sie für die Malerei nutzbar zu machen. Sie betraten Neuland. Oft brachten sie das Material an ihre erprobten Grenzen. Experten wurden befragt, mit Spezialisten erörterten sie Materialprobleme, immer neue Malweisen wurden nötig. Schritt für Schritt verließen sie die alten Gesetze der Malerei. 2010 beschlossen sie fast ausschließlich mit neuen innovativen Materialien weiter zu experimentieren.

Seit 2015 gelingt es dem Team, zu dem mittlerweile Immanuel Klinger gehörte, neue Bilder in diversen selbst entwickelten, malerischen Techniken – in räumlicher Wirkung zu realisieren. Durch diese Entwicklung gelingt es ihnen den Bildraum, freier als bislang möglich, zu definieren. Damit setzen sie ihre eigenen Maßstäbe in der zeitgenössischen Kunst. Die Kunsthistorikerin Eva Mayer schrieb: „In ihrem gemeinsamen Projekt gelingt Immanuel Klinger, Ana Stauffenberg und Johannes Klinger eine Weiterentwicklung in Sachen Malerei.“ Es ist die ungewöhnliche Farbtiefe und der frische Blick auf die Weiterentwicklung von Malerei vor denen diese Werke ihren besonderen Reiz entwickeln.

Am 24., 26. und 27. Mai sind die Arbeiten in einer Preview in den Atelier- und Galerieräumen in Aschau, Kampenwandstraße 87, zu sehen. Geöffnet ist die Galerie an den drei Tagen jeweils von 12 bis 19 Uhr. Termine auch nach Vereinbarung:  Telefon 0151/24149554.

Mehr Infos:

www.COLOR-A.de

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