Die andere Seite der Medaille

DJK-SV Oberndorf zieht positive Corona-Bilanz - Mehr Jugendliche treiben wieder Sport - Neue Tischtennis-Gruppe

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„Nach mehr als einem halben Jahr Vereinsleben mit dem Virus sei uns ein Rückblick gestattet. Wir können feststellen, dass wir bisher gut und ohne schlimme Folgen durch diese Zeit gekommen sind“, so die Vereinsvorsitzende Evi Ziel des DJK-SV Oberndorf in der jüngsten Vereinsversammlung. Sie dankte allen Vereinsvertretern für das gemeinsame und konsequente Handeln in dieser unberechenbaren und unvorhersehbaren Situation.

„Es war für uns alle keine leichte Aufgabe, da sich die Situationen bis heute fast wöchentlich geändert haben und man nie wusste, ob, wann und wie es sportlich und gesellschaftlich weitergehen werde“, so Ziel.

Zu Beginn der Corona-Pandemie durfte über Wochen das Vereinsheim sowie das Sportgelände auch in Oberndorf nicht betreten werden. Das gesellschaftliche Leben kam fast vollständig zum Erliegen.

Starke finanzielle Einbußen durch ausbleibende Sponsorengelder, Mitgliedsbeiträge oder Kioskverkauf waren zu befürchten. Die größte Angst war aber, dass viele Sportler und ehrenamtliche Helfer die plötzlich gewonnene Freizeit genießen und beibehalten wollen.

Nachdem zwischenzeitlich das Vereinsleben und auch das gemeinsame Sporttreiben wieder aufgenommen werden durfte, kann der Verein stolz und zufrieden feststellen, dass das Gegenteil eingetroffen ist.

Das qualitativ hochwertige und kostenlose Sportangebot des SVO, das ansonsten so selbstverständlich Woche für Woche in Anspruch genommen wird, wird jetzt wieder mehr geschätzt. Das Bewusstsein für die sonst so selbstverständlichen, sozialen Kontakte wurde geschärft und den Bürgern vor Augen geführt, wie wichtig ein aktiver Verein für das Ortsleben einer Gemeinde ist.

„Das Beste aber ist“, so Jugendleiter Gerhard Hartinger, „dass sogar wieder mehr Jugendliche Sport treiben. Es haben sich Jugendliche, die bereits aufgehört hatten, wieder ihren Mannschaften angeschlossen.“

Diesen positiven Trend bestätigte auch die Vorsitzende: „Auch alle Ehrenamtlichen sind nach der Corona-Pause wieder mit neuer Motivation ihre Aufgaben angegangen.“

Der Verein nutzte die Sportpause, um die neue Tennis-Terrasse fertigzustellen. Den Bau und die Kosten in Höhe von über 50.000 stemmte der Verein in Eigenleistung und ohne Zuschüsse der Marktgemeinde. Die Tennisabteilung hat dadurch den Aufschwung erfahren, der von den Verantwortlichen geplant und erhofft war.

Über die kalte Jahreszeit hinweg wird künftig sogar Tischtennis für Jugendliche als neue Sportart angeboten. Darüber hinaus bietet der Verein erstmals in seiner Geschichte ein freiwilliges soziales Jahr an.

„Wir können resümieren, dass wir uns auch in der Krise weiterentwickelt haben und wir das Sportangebot und die Leistungsbereitschaft sowie das soziale Dorfleben aufrechterhalten haben,“ so die Vorsitzende.

Ein großes Dankeschön galt auch den Sponsoren des Vereins.

Der SVO hat seinen Sponsoren aufgrund von pandemiebedingten Heimspielverboten und als Zeichen der Solidarität zu Beginn der Krise eine deutliche Pachtreduzierung der Bandenwerbung angeboten. Nur etwa die Hälfte der Sponsoren machte von diesem Angebot gebraucht. „Das ist ein starkes Zeichen für die Verbundenheit zum Verein und zur Region“, so Ziel.

„Und auch das ist die andere Seite der Corona-Medaille“, so Ziel bei ihrem Schlusswort: „Der Umweltschutz und die Regionalität werden eine Renaissance erleben. Die Krise wird uns achtsamer werden lassen, wie wir mit unseren Ressourcen umgehen. Denn eines ist heute schon klar: Die Welt nach Corona wird eine andere sein. Eine Welt mit hoffentlich mehr Nachhaltigkeit, mehr Regionalität, mehr Sinnhaftigkeit und mit mehr Achtsamkeit.“

Alfred Pongratz

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