Derby-Hit am Abend: Es ist angerichtet

Bezirksliga: Wasserburg versus Reichertsheim - Halbzeit-Show der Stadtgarde

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Eine coole Halbzeit-Show ist jedenfalls schon mal garantiert: Die Wasserburger Stadtgarde (unser Foto) tritt am heutigen Freitagabend unter Flutlicht im Altstadt-Stadion auf – beim mit großer Spannung erwarteten Bezirksliga-Derby der Fußballer zwischen dem TSV Wasserburg und der SG Reichertsheim/Ramsau (wir berichteten bereits). Klarer Favorit: Der TSV Wasserburg als geradezu uneinholbarer Tabellenführer. Doch Derby-Erinnerungen werden wach …

Samstag, 27. Mai 2017: Vorletzter Spieltag in der Kreisliga. 30 Grad, aufgeheizte Atmosphäre. Der favorisierte TSV 1880 Wasserburg verspielte in Reichertsheim vor 850 Zuschauern mit einem 1:1 die Meisterschaft. Reichertsheim stand somit kurz vor dem ersten Aufstieg in die Bezirksliga. Die Häme der Reichertsheimer Fans schlug den Wasserburger Spielern ins Gesicht. Die Enttäuschung über die verpasste Chance war grenzenlos. Eines war jedoch anders als zuvor: In der Stadt war erstmals nicht die Rede von einer Blamage, einer Demütigung durch den Dorfverein. Die zahlreich mitgereisten Wasserburger Anhänger hatten gesehen, dass ihre dezimierte Mannschaft alles gegeben hatte. Sie applaudierten ihrer Mannschaft, obwohl sie es nicht geschafft hatte, die sicher geglaubte Meisterschaft zu erringen.

 

Dieser Moment in Reichertsheim war die Geburtsstunde der aktuellen Löwen-Elf, der Schulterschluss zwischen Fans und Mannschaft, Stadt und Verein. Getragen von den Zuschauern kämpfte sich die Mannschaft von Leo Haas über die Relegation in die Bezirksliga und konnte die Rivalität mit der SG Reichertsheim-Ramsau fortsetzen.

 

Während Reichertsheim als Kreisligameister im Abstiegskampf steckt, eilten die Löwen gestärkt durch das „Stahlbad Relegation“ eine Liga höher von Sieg zu Sieg und mussten erst an einem verregneten Oktoberabend im 14. Spiel die erste Saisonniederlage hinnehmen. Ausgerechnet in Reichertsheim. Die Auseinandersetzungen zwischen beiden Teams waren stets von Rivalität, aber auch gegenseitigem Respekt geprägt.

So ist auch der Wechsel von Reichertsheims Albert Schaberl an den Inn zu erklären. Schaberl, in der Hinrunde noch verletzt, nun einer der Garanten für den derzeitigen Reichertsheimer Aufschwung (drei Siege in Folge bei 5:0 Toren), will in seiner Laufbahn den nächsten Schritt machen und schließt sich daher ab Sommer den Löwen an.

 

Reichertsheim hat neben Schaberl einige weitere interessante Spieler, die sich mittlerweile in der Liga akklimatisiert haben und geradlinigen, kampfstarken Fußball spielen. Dem Tabellenführer ist bewusst, dass ein schwerer Brocken auf sie wartet. Daher ist es umso wichtiger, dass Andrija Bosnjak wieder zurück ist. Der langfristig an die Löwen gebundene Sturmführer hatte über Ostern Heimaturlaub und wurde in Dorfen schmerzlich vermisst.

Die Reichertsheimer Social-Media-Abteilung heizte unter der Woche mit einem sowohl neckischen als auch provokanten Plakat, auf dem sie sich im Circus als Löwen-Dompteure präsentieren, die Stimmung vor dem Derby an. Dass das Stadion an der Landwehrstraße zum „Circus Maximus“ wird, hat der TSV 1880 Wasserburg alles getan.

In der Winterpause wurden dank der Unterstützung von Gönner und Edelfan Robert Zeislmeier große Umbauten am Stadion vorgenommen, die für eine bessere Fußballatmosphäre sorgen werden. Da bei den bisherigen Duellen der Zuschauerandrang so groß war und bereits zahlreiche Tickets verkauft wurden, haben die Löwen die „Aktion 1000+“ gestartet und hoffen erstmals in dieser Saison vierstellige Zuschauerzahlen zu erreichen.

Für ein passendes Rahmenprogramm sorgen die Wasserburger Stadtgarde, die in der Halbzeitpause auftreten wird, und das BMW-Autohaus Richard Wagner, das den neuen X2 präsentiert. Es ist also angerichtet für das elektrisierende Altlandkreis-Derby.

jah

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