Der Wert des Vorlesens

Sprache fördern: Startschuss für den so genannten Integrationsrucksack im Landkreis

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Uiii, was ist denn da alles drin? Dieser Bub packt gerade gespannt den so genannten Integrationsrucksack aus – das ist ein Potpourri aus Vorlesebüchern und Fördermaterialien für Kinder im Kita-Alter, die besondere Unterstützung in ihrer Sprachentwicklung im Deutschen brauchen. Die Bayerische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer gab jetzt zusammen mit Stefan Eß, Geschäftsführender Direktor Sankt Michaelsbund (beide im Foto unten), im Bildungszentrum St. Nikolaus in Rosenheim dafür den Startschuss. Man wolle damit ein Zeichen setzen – für den Wert des Vorlesens – und man möchte damit insbesondere Kinder mit Defiziten im Deutschen erreichen …

Das Besondere an diesem Rucksack? Es ist auch eine Kampagne für das Ehrenamt!

Brendel-Fischer: Wir schenken den Kindern nicht nur den Rucksack, sondern mit ihm auch das Vorlesen selbst, Vorleser inklusive.

Sichergestellt sei es durch die Verteilung über ausgewählte Büchereien des Sankt Michaelbunds oder Mütter- und Familienzentren. Die Büchereien werden durch Lesepaten oder ehrenamtliche Vorleser unterstützt. Selbst in Corona-Zeiten sei einiges möglich, sei es durch Vorlesen im Freien oder mit ausreichend Abstand.

Mit buntem Programm und einer Mischung aus Jung und Alt verbrachten die 45 Teilnehmer – darunter viele Kinder aus dem Kindergarten St. Quirin – bi der Übergabe einen abwechslungsreichen Nachmittag.

Aber auch für die Großen war etwas geboten: Persönliche Erfahrungen und Tipps von Lesepaten (Michael Bauer, Susanne Werner) und Experten aus Frühpädagogik (Christa Kieferle, IfP), Büchereileitung (Susanne Delp, Stadtbibliothek Rosenheim), Politik (Eva Gottstein, Bayerische Ehrenamtsbeauftragte), und Verwaltung (Regierungspräsidentin Maria Els, Dr. Markus Gruber, Amtschef des Bayerischen Sozialministeriums).

Landrat Otto Lederer und Bürgermeisterin Gabriele Leicht freuten sich, dass der Startschuss für den Integrationsrucksack in ihrer Region stattfand.

Vorlesen und Zuhören, das gehöre zusammen, so Lederer. Beim Vorlesen würden immer persönliche Nähe und soziale Kontakte entstehen. Das sei in der frühkindlichen Förderung, aber auch fürs Lernen in jedem Alter, ein ganz wichtiger Faktor.”

Brendel-Fischer machte zudem darauf aufmerksam, dass laut einer Studie der ZEIT und der Stiftung Lesen leider mittlerweile in 32 Prozent der Familien – also in jeder dritten Familie – viel zu selten oder nie vorgelesen werde … 

 

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