Der Wasti fordert: Demaskierung!

Unser Redaktionslöwe nimmt zur Kommentarfunktion auf unserer Seite Stellung

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Der „Surfer“ belächelt gelegentlich milde. „Watercastle“ doziert gerne. „ratzfatz“ ist immer irgendwie dabei. „Hofstatt“ fiel wahrscheinlich als Kind mal in die Zahlensuppe. „Besucher“ und „Gast“ scheinen Abstand halten zu wollen, fühlen sich vielleicht sogar ausgeschlossen. „Überleger“, „Nachdenklich“ und „Bedenklicher“ weisen auf eher erwartbare Fähigkeiten hin, ebenso wie „Leser“, während „Knallfrosch“ oder „Grantler“ sich offenbaren.

„Gscheidhaferl“ gibt’s sogar in allen Größenordnungen. „Smoker“ und „Prost“ schützen ihre Laster vor. Als „Feierwehr“ wollen sich gleich mehrere ausgeben. „Altstadtbewohner“, „Anwohner“, „Innstadt Löwe“, „Aoidstaderin“ ebenso wie „Biker“, „Schreinerbiker“ und Kollegen grenzen das Rätsel um ihre Person ein wenig ein, hoffen als gespaltene Seelen vielleicht sogar insgeheim auf Enttarnung, was auch bei Initialen zu vermuten ist, während „Ich“ vermutlich ganz in sich ruht.

So mancher gibt wenigstens seinen Vornamen preis oder den, den er oder sie gerne hätte, und alle bleiben sie doch damit anonym. Auch so nennen sie einige – „Anonym“ – und ersparen sich auch noch die Anstrengung, eine irgendwie geistreiche Verschleierung zu finden.

So diskutiert man hier in der Wasserburger Stimme undercover, nicht selten mit scharfer Zunge. Es ist natürlich eine Errungenschaft der digitalen Zeit, dass man dem Huber oder der Renate die Deutungshoheit über die Welt nicht allein überlassen muss und kommentieren und widersprechen kann. Aber warum muss man sich dazu verstecken? Was ist denn das für ein Anstand, vor allem wenn in solchen Kommentaren echte Menschen mit richtigen Namen kritisiert werden?

Wer sich digital maskiert, läuft nie Gefahr für Provokationen, Fehlschlüsse, Behauptungen, Unüberlegtheiten oder bloßen Nonsens geradestehen zu müssen. Jeder kann einfach drauflosplappern, muss sich im echten Leben nie rechtfertigen für den Schmarr‘n, den er oder sie online verzapft hat. Kann von den Betroffenen nie zur Rede gestellt werden, Vorwürfe von Angesicht zu Angesicht zu wiederholen.

Wie ätzend es ist, mit Vermummten zu reden, merken wir ja gerade in Corona-Zeiten alle schmerzlich. Aber da können wir uns wenigstens noch in die Augen schauen. Nur von Angesicht zu Angesicht diskutiert man auf Augenhöhe. Also: Gesicht zeigen, wenn man kein Blatt vor den Mund nimmt! Freiwillig! Für so ein bisschen Grundanstand im zwischenmenschlichen Miteinander werden wir jetzt doch keine Regeln brauchen. Wäre ja lächerlich, wenn wir zum Klargesichtverbot vielerorts jetzt auch noch ein Klarnamengebot bräuchten. Ein bisserl Eigenverantwortung würde da schon guttun. Und ein bisserl Nachdenken bevor man lostippt.

Nix für ungut, liebe Geisterkommentatoren.

Man wird sich in Wasserburg ja noch a bisserl das lose Löwenmäulchen zerreißen dürfen.

 

 

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14 Kommentare zu “Der Wasti fordert: Demaskierung!

  1. Heike Furtner

    Do host recht Wasti

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  2. Maria Mittner

    Wasti Dei Löwenmäulchen hod moi wieder a Wahrheit gsogt. Bisher hob i immer mein Vornamen gschriem aber Heid amoi glei mit Nachnamen. Vielleicht macht ja von den Anonymen jetzt a no wer mit und zeigt sein ‘virtuelles’ Gesicht.

    Antworten
  3. finde ich toll!!! endlich ins schwarze getroffen!
    aber Mut ist scheinbar nicht leicht!!
    Patricia

    Antworten
  4. Günter Fichtl

    Dieser Beitrag/Bericht war schon lange überfällig!
    Gut so!

    Antworten
    1. Michaela Halt

      Da gibt´s doch eine einfache Lösung. Es werden nur noch Kommentare freigeschalten, wo keine “Maskierung” vorhanden ist. Aber dann werden wahrscheinlich die Kommentare schnell gegen Null laufen.

      Antworten
  5. Gut gebrüllt Löwe!
    Vielleicht findet sich ja wieder mall wer, der mit seinem vollen Namen eine Meinung vertritt, die (sehr) konträr zum Mainstream ist – wohlgemerkt im Rahmen von Artikel 5 GG, bzw. da Ihr , die Redaktion der WS, hier Herr im Blog seid, im Rahmen eures Leitfadens.
    Seid doch froh, dass ihr auch noch ein paar kontroverse Bemerkungen kriegt,
    wen auch mit Pseudonym – das erhöht eure “klickzahl” allemal mehr, als die immer rosaroten Blümchen Kommentare (wer war das nochmal aus MeckPom ;-)).
    Niemand lässt sich gern als Nazi beschimpfen oder vielleicht sogar das Auto zerkratzen (oder auch nur Antifanten Pickerl vom Briefkasten kratzen), nur weil er seine Meinung sagt.
    Darüber sollte sich der Wasti vielleicht auch mal den Kopf zerbrechen.

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    1. Ich bin zwar immer noch beleidigt, weil ich nicht erwähnt wurde, aber bei so großartigen Worten muss ich einfach applaudieren.

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      1. Ich klatsche mit !
        Sehr gut.

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  6. Martl Westner

    Do hosd recht in zukunft schreib i a nua no mid ganzem nama !!!

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  7. Zwei Dinge finde ich nun doch überraschend:
    Erstens, dass es offensichtlich schon als “dozieren” gilt, wenn Beiträge länger als 3-4 Zeilen sind und in vollständigen deutschen Sätzen verfasst werden.
    Zweitens,. dass es sich bei “Wasti der Redaktionslöwe” tatsächlich um einen Klarnamen zu handeln scheint, weil man ja sonst annehmen müsste, hier würde jemand im Glashaus mit Steinen werfen (der Huber selbst soll es angeblich ja nicht sein).
    Nix für ungut, lieber Redaktionslöwe!

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    1. sehr gut, Watercastle

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  8. Wäre schön wenn viele den
    Mumm hätten, anstatt hier
    unter irgendeinem Phantasienahmen ihre teils üblen Kommentare abzugeben.

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  9. Vroni Herwegh

    Habe ich immer so gehandhabt und werds weiter tun. Gutes Statement, Wasti!

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  10. Servus,

    warum ich nicht meinen ganzen Namen angebe?

    Ganz einfach.
    Ich weiß nicht wer mit liest. Wenn ich “da draußen” vor Leuten sprechen würde, kann ich sehen wer da ist.
    Ich habe ein wenig Kontrolle darüber wer meine Meinung hören kann und ob ich will das jemand sie hört oder nicht.

    Das habe ich im Internet nicht. Ich habe keine Ahnung, wie viele Menschen das Lesen und wie sie Reagieren.

    Dann habe ich einen ziemlich seltenen Namen und jeder kann mich finden.

    Kurz ich habe zu wenig Kontrolle.

    Meine Meinung.

    Grüße Benjamin

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