Der nächste Radl-Unfall

Gestern Abend: Frau bleibt mit dem Lenker ihres Fahrrades im Eisengeländer der Innbrücke hängen

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Eine 60-Jährige war am gestrigen Dienstagabend mit ihrem Fahrrad auf dem Radlweg von Schloßberg aus kommend in Richtung Rosenheim unterwegs. Im Auslauf des Gefälles gelangte sie auf die Innbrücke und kam vermutlich aus Unachtsamkeit – so die Polizei – plötzlich zu weit nach rechts. Dort blieb die Frau mit dem Lenker des Fahrrades im Eisengeländer der Innbrücke hängen – und stürzte.

Sie zog sich eine Kopfverletzung zu, die vom Rettungsdienst behandelt werden musste, sagt die Polizei.

Die Rosenheimerin trug keinen Helm.

Ein Fremdverschulden wird bei dem Unfall ausgeschlossen, so die Polizei.

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14 Kommentare zu “Der nächste Radl-Unfall

  1. Christian Stadler

    Es ist schon interessant, was in den Pressemitteilungen der Polizei so an einseitiger Stimmungsmache gegen die Radfahrer mitschwingt. Geht schon bei der Überschrift los “der nächste Radl-Unfall” suggeriert, als würden fortwährend und nur mit Radfahrerbeteiligung bzw. deren Verschulden Unfälle geschehen, wobei geflissentlich unterschlagen wird, dass an vielen Unfällen auch Autofahrer beteiligt und oft auch nicht unschuldig sind. Von den zahlreichen Unfällen von Pkw mit Pkw, alleinbeteiligten Autos oder zwischen Pkw und Fußgänger ganz zu schweigen. Dann: sie “kam vermutlich aus Unachtsamkeit – so die Polizei – plötzlich zu weit nach rechts” und “Ein Fremdverschulden wird bei dem Unfall ausgeschlossen” – also schon gleich mal zwei eindeutige Schuldzuweisungen.
    Dann im Vergleich dieser Artikel, wohl ebenfalls eine Pressemitteilung der Polizei: https://www.wasserburger-stimme.de/schlagzeilen/polizei-fahndet-nach-radlfahrerin/2020/06/23/#comment-15162 – auch der liest sich, als wäre die Radfahrerin die Alleinschuldige, obwohl sich aus den Gegebenheiten ergibt, dass der Autofahrer mit viel zu geringem Sicherheitsabstand überholt hat – davon aber kein Wort.
    Nächsten Beispiel hier: https://www.wasserburger-stimme.de/schlagzeilen/mit-tesla-gegen-zwei-radl-geprallt/2020/06/24/ – eigentlich wäre auch hier die Schuld eindeutig bei der Tesla-Fahrerin zu suchen, geschrieben wird das allerdings so, als wäre unkontrolliertes Losrasen mit einem übermotorisierten Pkw ein unabwendbares Naturereignis, ebenso wie das “Übersehen” von Radfahrern wie hier geschehen: https://www.wasserburger-stimme.de/schlagzeilen/bei-rott-radfahrerin-schwer-verletzt/2020/06/22/ – in keinem Fall auch nur ein Hauch der Schuldzuweisung an die unfallverursachenden Autofahrer.
    Diese Beispiele könnte man beliebig weiterführen. Es macht schon den Eindruck, als ob hier seitens der Polizei bzw. deren Pressestelle eine bestimmte Stimmung zu erzeugen versucht wird.

    Anm. d. Red.:

    Fakt ist, dass die Zahl der Unfälle, bei denen Radfahrer involviert sind, gerade stark zunimmt – weil eben wesentlich mehr Radfahrer aktuell unterwegs sind bei uns als in der Vor-Corona-Zeit.
    Fakt ist auch, dass man immer das herauslesen kann – und BEWERTEN kann – was man aus einer Meldung herauslesen will.
    Beispiel: Wenn die Polizei sagt, die Teslafahrerin ist VÖLLIG UNKONTROLLIERT mit ihrem Pkw losgefahren und deshalb auf die beiden Radfahrerinnen aufgefahren – dann ist das ganz klar eine Schuldzuweisung an die Autofahrerin seitens der Polizei und NICHT eine Darstellung eines
    ‘unabwendbaren Naturereignisses’ – so wie von Ihnen interpretiert.

    Ganz grundsätzlich wird sich eine Polizei in der Regel davor hüten, eine Schuldzuweisung per Pressemitteilung mitherauszugeben – aus rein rechtlichen Gründen.

    Meine Lehre aus dem ganzen Kommentar-Spektakulum um die Unfälle:
    Ein Unfall ist IMMER für alle Beteiligten heftig, wenn nicht gar mit LEID verbunden. Kommentare und BEWERTUNGEN von NICHT-Beteiligten haben da nichts verloren.

    Renate Drax

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    1. Lieber Christian Stadler,
      sei doch nicht immer so unerbittlich und reg’ dich nicht über alles und jeden auf. Manchmal kommt es mir so vor, als ob du hinter jeder Ecke schon die nächste Gefahr lauern siehst. Heute ist es ein harmloser Artikel über einen Radl-Unfall, den du als einseitige Stimmungsmache einstufst, gestern war es der Maschendrahtzaun am Innufer, mal die Fotovoltaik auf Wasserburgs Dächern, die nicht genehmigt wird, mal das “Verkehrschaos” in der Salzsenderzeile oder die Ortsgestaltungssatzung, die wieder mal nicht eingehalten wird. KEEP COOL!! Nimm ab und zu die grüne Brille ab, trinke einen Kaffee in der Backstube und genieße das Leben…

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      1. Christian Stadler

        Nachdem ich nicht weiß, wer “ak” ist, bleibe ich vorsichtshalber mal beim “Sie”. Sonderlich gut scheinen Sie mich tatsächlich auch nicht zu kennen, wenn sie den Eindruck haben, ich würde mich “aufregen”. Woran machen Sie das fest? Natürlich habe ich mich zu den von Ihnen genannten Themen geäussert, sei es im Stadtrat oder im Bauausschuss. Aber auch wenn die dabei von mir vertretene Meinung nicht der jeweiligen Mehrheitsmeinung entsprochen hat, war das zumindest nach meinem eigenen Dafürhalten jeweils sachlich und unaufgeregt. Grad in letzter Zeit werde ich immer wieder mal gebeten, im Stadtrat bzw. Ausschuss doch bitte lauter zu reden – spricht das jetzt für Auftritte als aufgeregter Wüterich? Wenn sie es schon für nicht mehr statthaft halten, Minderheitsmeinungen überhaupt noch zu artikulieren und von gewählten Gremien in erster Linie widerspruchsloses Abnicken erwarten, dann sollten Sie sich weniger Gedanken um meine Lebensführung und mögliche Unterkoffeinierungen machen, als viel mehr um Ihr eigenes Demokratieverständnis.

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        1. Nochmals @ Christian Stadler:
          Wir kennen uns vom Sehen, grüßen uns mit einem freundlichen ‘Servus’ wenn wir uns begegnen, darum das vertrauliche ‘du’. Mit “aufregen” meinte ich keinesfalls cholerisches Geschrei. Aufregen ist für mich eher ein Synonym für “sich ärgern”. Dass du wg. meines (eher harmlosen) Kommentars gleich mein Demokratieverständnis infrage stellst, finde ich ein wenig hochgegriffen.

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      2. 👏👍

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  2. Nachdem die Menschen mehr Fahrrad fahren, was für Mensch und Natur eine schöne und gesunde (normalerweise) Sache ist, sollte man auch mal darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, dass bei Teilnahme der Radfahrer im öffentlichen Verkehr eine Versicherungspflicht für Fahrradfahrer bestehen sollte.

    Bisher ist das so geregelt, dass bei einem Unfall oder Schaden, den ein Radfahrer verursacht, die normale Haftpflichtversicherung den Schaden bei Fahrlässigkeit übernimmt. Sollte keine private Haftpflicht-Versicherung bestehen, so bleibt der Geschädigte unter Umständen auf seinem Schaden sitzen, sofern der Radfahrer keine privaten Vermögenswerte hat.

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  3. Herr Stadler, in dem obrigen Bericht wurde doch alles klar und detailliert dargestellt, ich versteh ihr Problem nicht ganz, und auch wegen der Überschrift braucht man sich nicht so weit aus dem Fenster zu lehnen, es passiert mittlerweile doch viel mit den Radlern, also……..

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    1. Christian Stadler

      Es geht auch nicht darum, dass in diesem Artikel irgendwas komplett falsch dargestellt wäre. Aber mit Sprache schürt man Emotionen und kann auch mit kleinen Feinheiten unterschwellig Meinungen bilden. Das wird auch einer Pressestelle der Polizei bewusst sein und nachdem dort Profis arbeiten (sollten) fällt es schwer, bei dieser einseitigen Einfärbung (die nicht nur ein auf Rosenheim bezogenes Phänomen ist) an einen reinen Zufall zu glauben. Wie das wirkt, lässt sich ja gerade an einem Großteil der Leserkommentare nachvollziehen: verursacht ein Radfahrer einen Unfall, werden i.d.R. pauschal Konsequenzen für alle Radler gefordert: Helmpflicht, Versicherungspflicht, Führerscheine für E-Bikes etc. Verursacht ein Auto- oder Motorradfahrer einen Unfall, wird die Ursache tendenziell eher in einer subotptimalen Infrastruktur gesehen, die es zu verbessern gilt: bessere, breitere, neu geteerte Straßen, Höhenfreilegung von Bahnübergängen, neue Kreisverkehre etc.

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      1. So sehe ich das auch. Leider erreicht man aber solche Leute mit ihren vorgefassten Meinungen (und häufig ohne jegliches Hintergrundwissen) seltenst.

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  4. @ChristianStadler, ich nehme mir jetzt mal die Freiheit raus, ihren Kommentar zu interpretieren.

    Das ist ganz einfach, Sie stellen jetzt alles so dar, als wären alle anderen an Unfällen mit Radfahrern schuld, nur die Radfahrer sind die Opfer.

    Jetzt ein Beispiel, das mir gestern erst im Landschaftsweg passiert ist, ich bin spazieren gegangen, als mir auf dem sehr schmalen Gehweg eine Radfahrerin ungebremst klingelnd auf Selbigem entgegen kommt.
    Nachdem ich nicht auf die Seite gesprungen bin, ist die Selbige – ohne links oder rechts zu schauen – auf die Straße gefahren und nur durch den einsichtigen Autofahrer, der sofort abgebremst hat, ist nichts passiert.

    Und jetzt noch einen Vorschlag von mir: Stellen Sie sich doch mal an einem schönen Sonntagnachmittag an den Kreisverkehr bei der Tankstelle und beobachten die Radfahrer und dann dürfen Sie sich noch mal aufregen.
    Sie bekommen auch gerne von mir einen Klappstuhl und eine Tasse Kaffee.

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    1. Christian Stadler

      Der nächste, der sich Sorgen um meinen Koffeinspiegel macht … trotzdem danke fürs Angebot! Aber nein, sie interpretieren mich da falsch: es geht überhaupt nicht darum, Radfahrer pauschal von jeglicher Schuld freizusprechen, was gerade beim obigen Artikel mit einer alleinbeteiligten Radfahrerin geradezu aberwitzig wäre. Höchstens könnte man hier noch eine Erklärung suchen, nämlich dass die Radfahrerin abends von Schlossberg nach Rosenheim unterwegs war, also westwärts und damit gegen eine tiefstehende Sonne gefahren ist und vielleicht doch nicht nur die “Unachtsdamkeit” Auslöser war – womit wir aber rein im Bereich von Vermutungen wären.
      Ich sehe schon auch, dass es unter den Radfahrern genauso schwarze Schafe gibt, wie bei allen anderen Verkehrsteilnehmern auch. Aber nochmal: es geht um sprachliche Nuancen, die eine Stimmung in die eine oder andere Richtung erzeugen können.
      Beispiel: ein Fahrzeug (egal welches) fährt von einer nicht vorfahrtsberechtigten Straße in eine vorfahrtsberechtigte Straße ein und stößt dort mit einem anderen Fahrzeug zusammen. Schreibt man jetzt “ohne auf das vorfahrtsberechtigte Fahrzeug zu achten, fuhr der Verkehrsteilnehmer in den Kreuzungsbereich ein und es kam zum Zusammenstoß”, dann ist das sachlich ebenso richtig, als würde man schreiben “der Verkehrsteilnehmner fuhr in die Kreuzung ein und übersah dabei ein vorfahrtsberechtigtes Fahrzeug”. Nur bei der zweiten Formulierung ist dann eben schon eine Erklärung dabei, quasi eine Entschuldigung, etwas, das man so ähnlich formulieren würde, wenn man sein eigenes Fehlverhalten erklären müsste (“ja mei, hab ich halt übersehen…”). Mit solchen Feinheiten kann eben auch unterschwellig eine bestimmte Stimmung erzeugt werden, was sogar deutlich effektiver ist, als es für jeden klar erkennbar zu betreiben. Nicht umsonst haben auch hier schon ein paar Kommentatoren erklärt, es sei schließlich “Fakt”, dass derzeit so ungeheuer viel Unfälle mit Radfahrern passieren. Dass die Radfahrer dabei längst nicht auch immer (alleine) Schuld waren, wird dabei ebenso ausgeblendet, wie die Tatsache, dass Autos immer noch an viel mehr Unfällen beteiligt sind.

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      1. Herr Stadler, ich gebe ihnen recht das alle Verkehrsteilnehmer aufpassen und Rücksicht nehmen müssen.
        Was mich aber stört (in dem Fall bin ich jetzt egoistisch) das in der Münchner Straße zwischen den beiden Kreisverkehren zum einen viele, nicht alle, Radfahrer auf die Fußgänger und auch auf die Autofahrer keine Rücksicht nehmen und die Verkehrsregeln ignorieren. Lärm Belästigung durch Motoradfahren an schönen Tagen am Wochenende. Wer Fenster zur Münchner Straße hat braucht die nicht aufmachen.
        Aber was mich richtig sauer macht ist, das ist das die Bgm.-Neumeier-Straße von der Stadt Wasserburg generell ignoriert wird. Egal ob im Winter wenn Schnee fällt die Straße gereinigt wird, der Schneepflug kommt erst irgendwann am Vormittag wenn sich schon eine schöne Eisplatte gebildet hat, von Autofahrern das Einfahrtverbot vom Kreisverkehr an der Tankstelle ignoriert wird und dann nicht mal vorsichtig reinfahren sondern mit Vollgas oder der schöne aber zwecklose versuch die Straße zu mit drei Blumenbetten zu beruhigen.
        Und diese Problematik ist nicht erst seit gestern.
        Bin jetzt von der Thematik abgeschweift, wollte aber damit klarmachen, das Stadt sich nicht wirklich um solche Probleme kümmert.

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  5. Oh Mann, Sie haben Probleme. Aus einem harmlosen Artikel einen Staatsakt zu machen.
    Alles bis ins kleinste Detail zu analysieren, da hat man echt sonst keine Probleme und viel Zeit.
    Es kann doch immer in irgendwas irgendetwas hineininterpretiert werden.
    Ich empfinde Herrn Stadlers Artikel als Stimmungsmache und nicht die Presse. Das ist mein Empfinden!!
    Es gibt rücksichtslose Autofahrer, Motorradfahrer und Radfahrer. Aber auch rücksichtslose Fußgänger.

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  6. Ich lese diese negative Stimmungsmache gegen Fahrradfahrer in den Polizeiberichten auch so heraus und gebe
    Hern Stadler deshalb Recht. Tatsache ist, dass Coronabedingt viel mehr Mitbürger auf das Fahrrad umsteigen. Das ist für die Autofahrer erstmal unbequem. Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer ist jetzt gefragt. Wie unangenehm, das Revier der Autos wird aufeinmal behindert durch Fahrradfahrer. Auch der Fahrradfahrer hat mit seinen Steuern die Straßen mitbezahlt und bezahlt dadurch auch indirekt die Polizeibeamten. Ich bitte daher um eine sensible und neutrale Berichterstattung. Zudem Wünsche ich mir den zügigen Ausbau von Radwegen, dadurch wird die Situation für alle entspannt.

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