Der nächste Aufruf zum Impfen

Diesmal gegen den Keuchhusten - Appell des Gesundheitsamtes Rosenheim

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Und die nächste Aufforderung des Gesundheitsamtes Rosenheim zum Impfen: Nach Masern und Grippeschutz (wir berichteten) ist nun am heutigen Freitag der Keuchhusten im Fokus der Behörde. Die Zahl der Keuchhusten-Erkrankungen in Stadt und Landkreis Rosenheim habe zugenommen, heißt es in einer Presse-Erklärung aus dem Landratsamt. Deshalb rufe das Gesundheitsamt zur Impfung auf …

Die Zahl der nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldeten Erkrankungsfälle an Keuchhusten in Stadt und Landkreis Rosenheim habe seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2013 in den vergangenen fünf Jahren um etwa 63 Prozent zugenommen, so der Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim, Dr. Wolfgang Hierl.

Nach einer aktuellen Auswertung der Meldefallzahlen traten im Jahr 2013 107 Erkrankungsfälle auf, im Jahr 2017 stieg die Zahl auf 174. In den ersten drei Wochen 2018 seien dem Gesundheitsamt bereits sechs Erkrankungen gemeldet worden. Nach Auskunft des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sei in Bayern insgesamt ein steigender Trend bezüglich der gemeldeten Keuchhustenfälle zu beobachten.

Gleichzeitig liege der Landkreis Rosenheim bei der Durchimpfungsrate gegen Keuchhusten bei den Schulanfängern in Bayern auf dem letzten Platz.

Das habe eine aktuelle Auswertung des LGL gezeigt. Für das Schuljahr 2015/16 lag die Quote für eine vollständige Grundimmunisierung im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung bei 90 Prozent und damit deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 95,5 Prozent.

Auch bei den Schulkindern in der sechsten Jahrgangsstufe liegen die Schülerinnen und Schüler aus der Region unter den sechs am schlechtesten geimpften Stadt- und Landkreisen in Bayern. 90,1 Prozent (Bayern: 94,5) haben eine vollständige Grundimmunisierung und lediglich 68,4 Prozent (Bayern: 79,5) zusätzlich zur Grundimmunisierung die in diesem Alter empfohlene Auffrischungsimpfung erhalten.

„Keuchhusten ist eine hochansteckende und lange andauernde Infektionskrankheit. Es kommt dabei zu Anfällen mit oftmals schweren krampfartigen Hustenstößen verbunden mit Luftnot. Häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung“, sagt Hierl. „Neugeborene und Säuglinge haben ein hohes Risiko für schwerwiegende Komplikationen, nicht selten kommt es zu lebensgefährlichen Atemstillständen. Gerade jetzt in der kalten Jahreszeit kommt es vermehrt zu Ansteckungen.“

Vor diesem Hintergrund appelliert Hierl an die Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen: „Impfungen sind der wirksamste Schutz. Die Impfstoffe sind sicher und in der Regel gut verträglich.“

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt, die Grundimmunisierung der Säuglinge und Kleinkinder zum frühestmöglichen Zeitpunkt, das heißt unmittelbar nach Vollendung des 2. Lebensmonats, zu beginnen und zeitnah fortzuführen.

Empfohlen werde je eine Impfung im Alter von zwei, drei und vier Monaten sowie eine weitere Impfung im Alter zwischen elf und 14 Monaten. Auffrischungsimpfungen erfolgen erstmals mit fünf bis sechs Jahren, eine weitere Dosis wird zwischen neun und 17 Jahren verabreicht.

Für alle Erwachsenen werde enpfohlen, die nächste fällige Impfung gegen Tetanus und Diphtherie einmalig in Kombination mit einem Keuchhusten-Impfstoff zu verabreichen, heißt es.

Hierl verweist auch auf die von der STIKO empfohlene Kokon-Impfstrategie: „Schützen Sie die Neugeborenen in Ihren Familien: Sofern in den letzten zehn Jahren keine Keuchhustenimpfung stattgefunden hat, sollten Frauen im gebärfähigen Alter und enge Haushaltsmitglieder, wie Eltern, Großeltern und Geschwister, aber auch Tagesmütter und Babysitter, spätestens vier Wochen vor Geburt eines Kindes eine Dosis eines Keuchhusten-Impfstoffs erhalten.“

Informationen und Beratung zur Keuchhustenimpfung gibt es bei den Haus- und Kinderärzten in der Region oder direkt beim Gesundheitsamt in Rosenheim.

 

 


 

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3 Gedanken zu „Der nächste Aufruf zum Impfen

  1. Herr Schüler

    Kann man sich auch gegen das Impfgegner-Syndrom impfen lassen?

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    1. Ja, durch Wissenschaft statt „alternative Fakten” oder konkreter:
      1) Kenntnisnahme klinischer Studien
      2) Wahrscheinlichkeitsrechnung, die manchmal übers Elementare hinausgeht.
      Zum Weiterlesen: Gregory A. Poland, Robert M. Jacobson: „The Age-Old Struggle against the Antivaccinationists”. The New England Journal of Medicine 2011, 364. S. 97-99. Online verfügbar unter http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMp1010594#t=article

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    2. Bestimmt. Wenn sie impfen so glücklich und sicher macht … nur zu. Viel Erfolg👍

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