Der letzte Schrei …

.... hofft unser Redaktionslöwe, der Wasti         

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Ach, was war das für ein schöner Moment in diesem bisher so blöden Jahr. Anfang Mai waren die städtischen Arbeiter schon ganz früh unterwegs, um den Rasen zu mähen. Es war sonnig und roch nach dem frischen Grasschnitt. Und dann quietschte seit langem mal wieder eine Schaukel und bald waren auch die Juchitzer einer begeisterten, kleinen Schauklerin zu hören. Ein Gesamtbild der Freude für alle Sinne. Der Spielplatz war wieder geöffnet. Ein echtes Hoffnungszeichen im Lockdown der Corona-Pandemie.

Seitdem ist wieder Leben auf den Wasserburger Spielplätzen – besonders in der fabelhaften Palmano-Anlage, aber auch andernorts. Hörbares Leben. Wunderbarer Spiellärm. Ein ganz erheblicher Geräuschpegel zwar, der aber allermeistens zu einem fröhlich machenden Spielglücks-Klangteppich verschmilzt. Was für eine Stadt, die solche Auslegeware hat.

Nur manchmal mischen sich Misstöne in das Wohlfühlpotpourri.

Penetrantes Plärren. Schon beim ersten Klang weiß man: Das kommt nicht von weltvergessend verspielter Lautheit, sondern vom Trotz. Von einem, der seinen Kopf durchsetzen will. Fast immer ist es einer, eher selten eine. Und meist auch nur ein einziger. Aber der reicht vollkommen, um in kürzester Zeit Nerven zu töten.

Die einzigen, die den gebrüllten Wahnsinn offenbar für normal halten, sind danebenstehende Elternteile. Die Schreihälse, die ich meine, spornt das zu Höchstleistungen in Ausdruckskraft und Ausdauer an. Warum schreit der nur so? – Weil’s wirkt!

Egal, wie oft die mit dem Krakeelen verbundenen Forderungen ignoriert oder verneint werden, am Ende geben die Eltern nach. Immer. Und wenn sie meinen – und die Besagten tun das mit Vorliebe in der Öffentlichkeit – sie müssten nur besonders lange warten, dass ihrem Sprössling die Luft ausgeht und sie endlich einmal Oberhand bekommen, dann müssen aller drum herum nur länger leiden, ohne je Zeugen eines Erfolgs solcher Disziplinierungsversuche werden zu dürfen. Was für Eltern, die ihre Kinder zu solchen Pawlow’schen Brüllaffen dressiert haben.

Nix für ungut, liebe Erziehungsverweigerer.

Man wird sich in Wasserburg ja noch a bisserl das lose Löwenmäulchen zerreißen dürfen.

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6 Kommentare zu “Der letzte Schrei …

  1. Lieber Wasti,
    Du sprichst mir aus der Seele…ich wohne in unmittelbarer Nachbarschaft vom Palmanospielplatz und muss mir die Wut- und Schreianfälle der lieben Kleinen täglich anhören. Ich habe nichts gegen fröhlichen Spiellärm…aber wenn ein Kind eine halbe Stunde lang in immer höheren Kadenzen „Maaaaammmmaaaa!“ oder „Neeeeiiiinnnn“ schreit dann geht das schon echt an die Belastungsgrenze…manchmal wünsche ich mir, dass diverse Eltern sich mal auf meinen Balkon setzen und ihrem Kind zuhören wie es sich grad die Seele aus dem Leib brüllt…tatsächlich mache ich mir zum Teil sogar Sorgen um das Kind…weil anscheinend keiner reagiert…

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    1. Ich glaube nicht, dass es möglich ist das irgendein Mensch, egal ob erwachsen oder Kind, eine halbe Stunde lang laut schreit. Völlig unvorstellbar, das dergleichen öfters vorkommt. Am allermeisten regen mich die ganzen Jahre, in denen ich Kinder großgezogen haben, die einmal die Coronaschulden zurückzahlen werden, die Leute auf, die selber keine Kinder haben, aber so genau wissen wie man diese erzieht.

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  2. Haha, Wasti, du traust dich aber was…. 😂😂…

    Liebe Mamis, ja ich habe auch drei Kinder und weiß durchaus wovon ich spreche. Es geht nicht um fröhlich spielende Kinder, auch nicht darum, dass Kinder niemals einen Wutanfall bekommen dürfen (da sitzen wir doch alle im gleichen Boot – manchmal glaubt man doch direkt, der kleine Schatz ist zwischendurch vom Teufel besessen).

    Es geht um die Mütter, welchen den Sonderweg der Erziehung gewählt haben, welcher sich heutzutage “bedürfnisorientiert” schimpft, und jene aber dabei vergessen (fehlinterpretieren) dass es dennoch Grenzssetzung manchmal braucht, und die Bedürfnisbefriedigung der Kleinen nur soweit gehen kann, wie kein anderer Mensch in seinen Bedürfnissen eingeschränkt wird….

    Also cool bleiben, ich konnte über Wastis Gebrüll gut lachen, weiß was er meint und fühl mich nicht angegriffen- obwohl er durchaus auch eines meiner Kinder gehört haben könnte…. 😜

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  3. Mhhh ist halt auch recht einfach in der heutigen Zeit auf Eltern zu schimpfen.
    Ich find den Artikel etwas grenzüberschreitende und den ersten Kommentar auch nicht wirklich toll.

    Hat mal jemand gefragt wie lange die Mama in der Nacht geschlafen hat oder ob ihr Baby sie alle 1,5 Stunden aufgeweckt hat. Als es dann endlich geschlafen hat ist das Kleinkind um 6 aufgestanden.
    Hat mal jemand gefragt ob die Mama seit 6 Monaten versucht Arbeit und homeschooling unter einen Hut zu bringen.
    Hat mal jemand gefragt ob die Mama alleinerziehende ist und alles alleine wuppen muss.
    Hat mal jemand gefragt ob ihr Kind solche Trotzanfälle öfter hat und sie weis das gutes zureden oder schimpfen nichts bring und aussitzen, egal wie unangenehm in der Öffentlichkeit, einfach am besten funktioniert.

    Vielleicht sollten man der Mama einfach auch mal erlauben ihren Schratz zu ignorierten, weil sie einfach auch nur ein Mensch ist und mal durch atmen muss.

    Ich verstehe Humor und weis das das lustig gemeint sein soll. Nur in der aktuellen Situation mit all den Belastungen mit denen einige Eltern klar kommen müssen, finde ich diesen Artikel etwas daneben.

    Ansonsten gilt aber ja eh immer, wenn es um Erziehung geht. Frag einen Kinderlosen. Der weis wie es geht. *Achtung lustig gemeint ;-)*

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  4. Abgesehen von lärmenden Kindern und deren Eltern stören mich eher die Kippen und der Müll auf diesem Spielplatz. Das wäre mal einen Aufschrei wert gewesen.
    Es vergeht kaum ein Tag an dem ich nicht die Hinterlassenschaften anderer aufräume, von To-Go Behältern über Süßigkeiten-Verpackungen, leere Dosen/Flaschen und eben auch ständig Zigaretten-Kippen…
    Und vielleicht kann das Löwenmäulchen mal ein gutes Wort für eine Modernisierung des Palmano-Spielplatzes einlegen 😉

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  5. Wasserburger Beobachter

    Vielleicht sollten die begleitenden Elternteile bei einem solchen Geplärr mal von ihrem Smartphon aufschauen und die “Stöpsel” aus den Ohren nehmen damit sie merken, dass dieses “Geräusch” vom eigenen Kind kommt. Wenn man mit seinen Kindern “normal” kommuniziert und mal das Smartphon Smartphon sein lässt, könnte man vielleicht den einen oder anderen Konflikt auch “leise” lösen.

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