Der Bienenflüsterer: Hans Schmid!

Vortrag mit fundiertem Wissen vor vollem Haus in Schnaitsee - Beste Tipps

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Zu einer Zeit, in der noch fast niemand daran dachte, etwas für unsere Insektenwelt – und da ganz besonders für die nützlichen und wichtigen Bienen – zu tun, wurde in der Gemeinde Schnaitsee schon gehandelt: Die beiden Gartenbauvereine, der Bund Naturschutz sowie der Heimatverein und der Schnaitseer Bienenzuchtverein haben schon vor Jahren das „Jahr der Biene“ ausgerufen. Biolandbauer Hans Schmid blieb daraufhin nicht untätig und versuchte, die richtigen Blüten für seine Bienen zu finden und zu erforschen. Beste Tipps folgten. So zum Beispiel Liguster pflanzen, nicht Thuje als Hecke …

Unser Foto: Georg Köhldorfner (links), Vorsitzender des Bienenzuchtvereins, dankte dem Fachmann Hans Schmid für seinen lehrreichen, kostenlosen Vortrag zum Thema „Blüten für die Bienen“.

Mit diesem fundierten Wissen referierte Schmid auf Einladung des Schnaitseer Bienenzuchtvereins vor vollem Haus im Gasthof „Zur Post“.

„Daumen hoch“ hieß es nach den bebilderten Worten des Fachmanns. Vorsitzender Georg Köhldorfner war richtig euphorisch nach dem Vortrag: „So viele Gäste hätten wir nicht erwartet. Der Hans, der selber Mitglied in unserem Verein ist, ist wirklich ein Spezialist auf dem Gebiet der Blühflächen. Und er gibt auch wertvolle Tipps für die speziellen Situationen in unserer unmittelbaren Gegend. Wir danken ihm für diesen unentgeltlichen Vortrag.“

Auch Dr. Rosina Wäsle zeigte sich überzeugt: „Das war einfach sehr gut. Jetzt weiß ich, was ich in meinem Garten zu tun habe und welche Pflanzen am besten sind.“ Auch der ehemalige Vorsitzende der Bienenzüchter, Walter Behn, fand nur lobende Worte: „Der Hans hat das alles so gut verständlich vorgebracht, dass jetzt alle Teilnehmer wissen, wie der Garten, der Feldrain und weitere passenden Flächen optimal zu bepflanzen sind.“

Hans Schmid erläuterte seine Versuche mit den Blühmischungen von einigen Firmen. „Ich habe acht verschiedene Versuchsfelder angelegt. Mittlerweile sind die Flächen seit vier Jahren im Betrieb.“

Dabei hat er wertvolle Erfahrungen gesammelt. Vor allem müssen die Bienenweiden einmal im Jahr gemäht werden. Dazu verteufelte er die Mähtechnik mit dem Aufbereiter, denn „die macht jedes Bodenleben hin. Da sind alle Insekten platt.“

Er nannte Favoriten bei den Blühmischungen, die auch nach vier Jahren den Insekten noch genügend Futter bieten. Aber damit gab er sich nicht zufrieden und weitete den Versuch auf eigene Mischungen aus: „Jetzt glaube ich, habe ich eine optimale Mischung mit mehrjährigen, bienenfreundlichen Blumen beisammen. Am Ende des Jahres 2020 wird diese nach einem weiteren Jahr vorgestellt.“

Aber natürlich sind nicht nur Blühflächen wichtig, sondern auch blühende Sträucher und Hecken. „Die Thuje als Hecke ist erstens nicht heimisch und zweitens bringt sie überhaupt nichts für unsere Bienen und Insekten.“ Hier nannte er die Ligusterhecke als phänomenal für seine Bienen. „Bei mehreren Führungen auf meinem Hof konnten sich die Besucher davon überzeugen, wie es auf der Hecke brummte und summte.“

Aber er brach auch eine Lanze für blühende Sträucher. „Wer Platz dafür hat sollte Wildrosen, Hartriegel, Liguster und Faulbaum pflanzen.”

Als besonders positiv hob er die Malven hervor. „Alle Malvenpflanzen haben mir gezeigt, dass sie von Bienen bevorzugt angeflogen werden. Er appellierte an Besitzer von Streuobstwiesen, diese erst Ende Juli zu mähen, da sie auch bis dahin nach wie vor genügend Tracht für die Bienen abwerfen.“ Schmid betonte, dass Vielfalt wichtig sei …

Im Anschluss an das Referat bestand für die Vereinsmitglieder die Möglichkeit, die erforderlichen Mittel gegen die Varroa-Milbe zu ordern. „Das kann auch noch beim nächsten Treffen erfolgen“ so Köhldorfner.

ju

 

 

 

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