Der Bach-Chor: Ein Reise-Tagebuch …

Wasserburg: Eindrücke vom Händel-Festival in Halle - Neuwahlen

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Der Wasserburger Bach-Chor hielt seine Jahreshauptversammlung mit Vorstands-Neuwahlen ab. Wenige Tage danach brach ein Teil des Chores zu einem ersten Highlight des Jahres 2018 auf: Die Stadt Halle an der Saale, Geburtsstadt des großen Komponisten Georg Friedrich Händel, veranstaltet jedes Jahr zu dessen Geburtstag ein „Happy-Birthday-Händel-Festival“. Aufgeführt wurde der MESSIAH, sein berühmtestes Oratorium mit 400 Chorsängern und -sängerinnen aus aller Welt. Diesmal nahmen auch 26 SängerInnen des Wasserburger Bach-Chores an dem Ereignis teil. Ein Reise-Tagebuch …

Der 2018 neugewählte Vorstand mit der ehemaligen Vorsitzenden Dorothee Scheuerl und dem Chormaskottchen Jonny.
Von links: Edith Krieger-Gartner, Dieter Neußer, Uschi Götzinger, Andrea Voglmaier, Roswitha Betz-Heindl, Thomas Loosi, Angelica Heder-Loosli, Dr. Martina Schabert und Dorothee Scheuerl.


Der geschäftsführende Vorstand:
Vorsitzende des Vereins: Dr. Martina Schabert, Wasserburg.
Kassenwart: Dieter Neusser, Soyen.
Chorleiterin: Angelica Heder-Loosli, Amerang.

Der erweiterte Vorstand
PR-Beauftragte: Roswitha Betz-Heindl, Wasserburg – ab 2019 designiert: Uschi Götzinger, Schnaitsee.
Die Stimmenvertreter:
Sopran: Andrea Voglmaier, Mittergars.
Alt: Edith Krieger-Gartner, Wasserburg.
Männerstimmen: Thomas Loosli, Amerang.

Eindrucksvoll:

Ein Blick auf die Aufführung des MESSIAH mit 400 Chorsängern und -sängerinnen aus aller Welt in der Georg-Friedrich-Händel-Halle …

Ein Reise-Tagebuch

Impressionen der Chorreise zu „Happy Birthday Händel“ in Halle/Saale zur Aufführung des Messiah

Donnerstag

Anreise mit dem neuen ICE „Sprinter“, in drei Stunden von München nach Leipzig, weiter mit der S-Bahn nach Halle

Abends gleich erste Chorprobe – und  Schock: Der Dirigent Proinnsías Ó Duinn dirigiert in einem „Affentempo“, die vielen Sechzehntel-Girlanden im Messiah geraten dabei ganz schön ins Schlingern. Er ist aber sehr zugewandt, ermahnt uns – englisch sprechend – geduldig zu deutlicher Aussprache und „Rausschaun“ (das kennen wir ja).

Alle Mitwirkenden treffen sich jeden Abend in der Kneipe „Diebels“, dort wird gegessen, getrunken, diskutiert und ab einem bestimmten Zeitpunkt gesungen, was das Zeug hält, bis der Wirt die Schotten dicht macht.

Freitag

Der Freitag war für uns auch schon aufregend, denn in der Ulrichskirche, einer zum Veranstaltungssaal umgestalteten Kirche, war für den  Abend das Konzert „Chorklänge aus nah & fern“ angesetzt, bei dem wir als Neulinge und als innerhalb Deutschlands am weitesten angereister Chor, die Ehre des ersten Auftritts hatten.

Mit unseren Liedern:  „Fein sein, beinander bleibn“ (Volkslied), „Wirf dein Anliegen auf den Herrn/Verleih uns Frieden“ (F.Mendelssohn Bartholdy),  „And the mother did weep“ (K. Jenkins), und „Irish blessing“ (Traditional)  haben wir, mit 26 Sängern quasi in Kammerchorstärke, unser Bestes gegeben, haben’s gut gemacht und sind gut angekommen.

Nach uns folgten, in  einem bunten Reigen, fünf Chorformationen. So inszenierte z.B. der „Internationale Chor Hildesheim“ eine Szene (Singschule) aus A. Lortzings  „Zar und Zimmermann“. Es traten sehr junge Chöre auf, deren Chorleiter schon mit Tablet am Dirigentenpult arbeiten, aber auch der altehrwürdige „Stadtsingechor zu Halle“, ein Knabenchor mit zig Sängern, bis zu „Kein Chor“, einem Sextett junger Männer, die virtuos mit ihren Stimmen umzugehen wussten, und begeistert beklatscht wurden.

Am Ende der Veranstaltung sangen alle über 200 Mitwirkenden den Eingangschor aus dem Messiah  „And the glory“ mit Orgelbegleitung, und unsere Chorleiterin Angelica als „Neue“ durfte ihn dirigieren, was sie mit großer Geste bravourös meisterte.

Samstag

Am Samstagvormittag dann große, dreistündige Generalprobe mit Orchester und Solisten. Sie verlief gut und machte uns hoffnungsfroh für die Aufführung am Abend.

Um 19.30 Uhr begann das Konzert in der ausverkauften Stadthalle. Meister Ó Duinn dirigierte souverän die ausgezeichnete Staatskapelle Halle mit den jungen Solisten, die ebenfalls ihre Sache sehr gut machten.  Wir im Chor vermissten  bei der Aufführung allerdings seine, bei den Proben so humorvolle Art, er schien sich um den Chor nur noch wenig zu kümmern, als hätte er ihn aufgegeben(?!)

Es ist ja auch eine schier nicht zu meisternde Herkulesaufgabe, einen Chor von 400 Sängern und Sängerinnen, die auf sehr verschiedenem Niveau singen, bei so hohem Tempo zusammenzuhalten. Vor allem bei den schnellen Noten überfiel manche die Panik und sie galoppierten – wenn sie es vermochten – davon, andere hinkten hoffnungslos hinterher, so dass der Chorgesang immer wieder auseinanderfiel.

Aber auch wenn der Chorklang lange nicht so schön war, wie bei unserem Konzert 2016, so war es doch ein Erlebnis und eine gute Erfahrung, mal in einer so großen Menge zu singen.

Nach dem Konzert strömte alles zu „Diebels“ das an diesem Abend für die Teilnehmer des Festivals reserviert war. Der Andrang war sehr groß, aber wir schafften es, einige kleinere Tische zu besetzen, so dass wir ganz nett beisammen saßen – und sehr bald wurde gesungen, was die Stimme hielt, es waren überwiegend die irischen Besucher die den Ton angaben, aber alle Anwesenden fielen freudig ein und da wir alle „Happy Birthday Händel“ – Songbooks auf den Tischen hatten, waren wir auch relativ textsicher.

Ein fröhlicher Abend, den die Schreiberin gegen 2 Uhr verließ, da war aber noch lange nicht ausgesungen.

In jedem Fall war der Ausflug nach Halle „die Reise wert“, wir haben viel gesehen und erlebt. Nicht zuletzt hat es das Miteinander in unserer Chorgemeinschaft gestärkt.

rb

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